Weihnachten in unserer französischen Partnerstadt Cusset (Auvergne)
Die Wochen vor Weihnachten laufen in Frankreich anders als bei uns. In den Familien wird kein Advent gefeiert. Man bindet keinen Adventskranz und bäckt keine Plätzchen. Diese Tradition kommt aus Nordeuropa und die Kirche in Frankreich, die ab dem Anfang des 20. Jahrhunderts besonders an Einfluss verloren hat (1905: Trennung zwischen Staat und Kirche), ist ihr nie nachgekommen (lediglich im Elsaß und im Lothringen).
Mitte Dezember wird der Weihnachtsbaum gekauft und am Wochenende mit den Kindern freudig geschmückt. Am Haus und im Garten werden elektrische Girlanden und schöne Weihnachtsfiguren für viel Geld aufgestellt. Das ist aber eher eine neue Mode und ist auf keine Tradition zurückzuführen.
In den Städten werden die Straßen und die Gebäude auch mit viel Aufwand beleuchtet. Die Bevölkerung legt großen Wert auf diese Illuminationen, die ein Zeichen für das Standing der Gemeinde sind. Die Kosten sind oft hoch, aber es wird nicht gespart (siehe Bilder aus Cusset).
Mit den ersten Werbeprospekten und Spielzeugkatalogen der Kaufhäuser, die man massenweise zu Hause bekommt, beginnt man an Weihnachten zu denken. Die Besorgungen werden oft über einige Wochen erledigt, da jeder der Familie eine Kleinigkeit bekommt.
Einige Tage vor Weihnachten wird für das Essen und das Trinken groß eingekauft, die Geschäfte haben länger auf, insbesondere die Kaufhäuser bleiben bis 22 Uhr offen und arbeiten auch am Sonntag.
Am Abend des 24. Dezember wird im engen Kreis der Familie bis spät in die Nacht gegessen, nachdem an dem Tag gearbeitet wurde. Um Mitternacht wünscht sich jeder „Joyeux Noel“ (frohe Weihnachten) und legt seine Schuhe unter dem Weihnachtsbaum. Am 25. Dezember findet die Bescherung statt, oft bei den Großeltern, wo alle zusammenfeiern. Es wird dann richtig lange und gut zu Mittag gegessen: einiges wie der Foie gras wird vor dem Fest vorbereitet , die anderen Gerichte wie die Weihnachtsgans mit Kastanienpüree werden noch am 25. in der Früh gebraten. Zum Nachtisch ißt man eine Bûche de Noel (Christscheit), die frisch beim Bäcker Konditor gekauft wird. Nach dem Essen am Nachmittag gibt es noch Pralinen aus Schokolade und Marzipan in trockenen Früchten (fruits déguisés)
Man genießt diese Zeit intensiv, zumal der 26. Dezember in Frankreich kein Feiertag ist und an diesem Tag bereits wieder gearbeitet wird.
Trotz unterschiedlicher Traditionen hat sich unsere Partnerstadt Cusset bei Vichy in der Auvergne von Neusäß inspirieren lassen. Vor 7 Jahren ist ein Weihnachtsmarkt eingeführt worden. Am ersten Dezemberwochenende werden Stände aufgebaut und verschiedene Sachen verkauft. Dorthin fahren wir jedes Jahr, um Neusäß zu vertreten und den Franzosen bayerische (Bier, Krautstrudel) sowie weihnachtliche (selbstgebackene Plätzchen, Strohdekorationen) Produkte näher zu bringen.
Dieses Jahr werden wir am 1. und 2. Dezember in Cusset sein. Unsere Freunde aus Cusset kommen am 7. Dezember auf den Weihnachtsmarkt nach Neusäß, um Käse, Öl, Wurst uvm. zu verkaufen. Der Stand befindet sich traditionell gegenüber der Bühne. Übrigens brauchen Sie keine Scheu vor der französischen Sprache zu haben, da immer auch deutsch gesprochen oder für eine Übersetzung gesorgt wird.
Wenn Sie an unserem Verein Interesse haben, können Sie Näheres im Internet unter
www.neusaess-cusset.de erfahren.
Wenn Sie an unseren Weihnachtsmärkten teilnehmen und Franzosen treffen möchten, sind sie herzlich eingeladen. Sie können sich bei Frau Hagen (Tel: 0821/4530213) oder Frau Böhler (Tel: 0821/466668) melden.




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