Allgäu-Orient-Rallye

von links: Simon Kalik, Johannes Jäschke und Marco Hauk haben bereits die Fahrstrecke ausgetüftelt. Gutes Kartenmaterial und notfalls ein Kompass werden helfen den besten Weg zu finden.
 
Schon mal einen Blick in Richtung Allgäu genossen die sechs Rallyeteilnehmer vom Bismarckturm aus in Steppach. Von links: Simon Kalik, Marco Hauk, Markus Meier, Antonius Jäschke, Johannes Jäschke und Teamchef Dr. Fridolin Unfug
Neusäß: Steppach | Eine Autorallye mit karitativem Zweck, dazu ein bisschen Abenteuer und am Ende winkt ein echtes Kamel als Siegerprämie

„Sechs junge Männer – drei Autos – eine Idee“, eine Autoreise durch viele Länder, ein Haltepunkt für einen karitativen Auftrag, die Begegnung mit Land und Leuten, am Ziel eine Spende und als Hauptgewinn ein echtes Kamel. Das sind die Eckpunkte einer Autorallye, die am 3. Mai in Oberstaufen starten wird und 21 Tage später in der jordanischen Stadt Amman enden soll. Im Team dabei sind auch zwei Neusässer, und die Vorbereitungen dazu sind bereits in vollem Gange. Gebraucht werden noch Sachspenden für eine Grundschule in Rumänien, sowie Sponsoren für die Unternehmung. Zum neunten Mal wird die Allgäu-Orient-Rallye stattfinden und die Neusäß-Augsburg-Truppe ist erstmals mit dabei.
Die Anmeldung zur Teilnahme war bereits schon eine kleine Herausforderung. Am 7.7. um 3.33 Uhr war der Termin für die Onlineanmeldung. Der Ansturm war so groß, dass der Server prompt abstürzte, erzählen die Teilnehmer. Sie waren trotzdem hartnäckig und haben sich den Platz 108 von 111 Teams ergattert. Die sechs Ingenieure sind auf jeden Fall dabei, wenn es am 3. Mai in Oberstaufen in Richtung Jordanien losgeht. Es gibt einige Spielregeln, die eingehalten werden müssen. „Navis dürfen nicht verwendet werden, die Autos nicht teurer als 1.111 Euro sein und keine Autobahnen benutzt werden, erklärt Johannes Jäschke. Er ist Vorstand des eigens gegründeten Vereins „Silberbogen goes Rallye e.V.“ Die Route führt quer durch Europa mit Zielland Jordanien. Startpunkt ist das Allgäu und dann geht es über Österreich, Lichtenstein, Italien, Slowenien, Kroatien, Serbien bis Rumänien. Dort ist das erste Anfahrtsziel Caransebeş, eine kleine Stadt im Westen des Landes, nämlich die dortige Grundschule. „Es fehlt dort bereits an den Basics“, erklärt Simon Kalik, insbesondere an Malstiften, Schreibblöcken, Schulranzen und allem, was man sonst zum Lernen benötigt. „Wir wollen nicht über eine große Organisation eine unpersönliche Spende verschicken“ erklären die Rallyeteilnehmer, „sondern die Hilfe vor Ort abliefern“. Hierfür werden in den nächsten Wochen noch Sachspenden oder auch finanzielle Unterstützer gesucht. Der Platz in den drei Autos ist begrenzt, so dass die Hilfspakete über eine gewisse Größe und Gewicht nicht hinausgehen dürfen. Von Rumänien aus geht es dann über Bulgarien weiter in die Türkei, nach Zypern, Israel und schlussendlich nach Jordanien.
Das Team 108 fährt mit drei „schwedischen alten Damen“, Volvos aus den Baujahrreihen 1995 und 1996. An „Agathe, Wilma und Ingeborg“ haben die jungen Männer in ihrer Freizeit wochenlang schon gebastelt und jeden Volvo 960 durch den TÜV gebracht. Einer ihrer Sponsoren ist ein ehemaliger Rallyeteilnehmer, der in Augsburg eine Autowerkstatt betreibt. Bei „Auto mach’s selbst“ darf das jetzige Fahrerteam die Hebebühne und die Werkhalle nutzen, kostenlos, das versteht sich. Ohne diese Unterstützung könnten die sechs jungen Männer die finanzielle Vorleistung für ihre Unternehmung gar nicht stemmen. Alles für die Reise wird aus der eigenen Tasche bezahlt. Unterkunft, Essen und was für die Fahrt gebraucht wird geht zu Lasten der Teilnehmer. Sponsoren übernehmen ausschließlich benötigte Bereitstellungs- und Benzinkosten, sowie die Transfergebühren. Die Autos werden am Ende in Jordanien bleiben, dort versteigert und der Erlös wird einem weiteren karitativen Zweck zukommen. Der Hauptgewinn der Rallye ist ein echtes Kamel, gesponsert vom jordanischen Schirmherr Kronprinz Al Hussein Bin Abdullah II. „Wir wollen gesund dort ankommen“, so Marco Hauk, „doch wenn ein Kamel dabei herausspringt sind wir darüber auch nicht unglücklich“. Nach Deutschland würden sie das Tier sicherlich nicht mitbringen. Es sei üblich, dass der Hauptgewinn einer Beduinenfamilie geschenkt wird, die damit ihren Lebensunterhalt bestreiten kann, erklärt Johannes Jäschke.

Weitere Informationen zum Verein und der Rallye unter:
www. Silberbogen-goes-rallye.de oder bei Facebook
Kontakt unter: info@silberbogen-goes-rallye.de
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin neusässer | Erschienen am 01.03.2014
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