Ferdinands feiern Jubiläum: Kinder- und Jugendwohngruppe ist seit zwanzig Jahren in Steppach zu Hause

Feierten in diesen Tagen ihr zwanzigstens Jubiläum: Die Kinder- und Jugendwohngruppe „Ferdinand“ der St. Gregor-Jugendhilfe mit ihren Erzieherinnen und Erziehern vor ihrem Wohnhaus in Steppach.
 

“Die Kinder aus den Mauern und der Absonderungen heraus holen“ wollte Direktor Jürgen Reichert, als er in den 80er Jahren die ersten Außenwohngruppen der St. Gregor Kinder- Jugend- und Familienhilfe gründete und das große Kinderheim oder Waisenhaus im klassischen Sinn aufzulösen begann. Künftig sollten die Kinder und Jugendlichen, die aus den verschiedensten Gründen eine Zeitlang oder auf Dauer nicht bei ihren Eltern leben konnten, in kleinen Einheiten und in die Gemeinde integriert leben. In Steppach durften die ersten „Ferdinands“ 1989 im ehemaligen Pfarrhaus der Gemeinde St. Raphael einziehen. Seither finden hier Kinder und Jugendliche vorübergehend eine neue Heimat. Diese sind, so Reichert: „in Steppach gut aufgenommen. Sie haben hier Freunde gefunden und werden nicht nur von der Gemeinde St. Raphael, sondern auch von engagierten Einzelpersonen, der lokalen Wirtschaft und dem Lions Club Neusäß immer wieder unterstützt.“
In zwanzig Jahren lebten über 80 Kinder und Jugendliche mit ihren Pädagoginnen und Pädagogen in der Wohngruppe. Die meisten von ihnen kamen aus Augsburg und Umgebung, aber auch Kinder aus aller Welt, z. B. dem Irak, fanden hier für eine Weile ihren Lebensmittelpunkt. „In der Gruppe wollen wir ihnen die Chance geben, ihre Stärken zu erkennen und Probleme zu bearbeiten“ sagt Gruppenleiter Andreas Rehwinkel. Dazu stellen er und sein Team möglichst viel Normalität her, zum Beispiel durch einen geregelten gemeinsamen Tagesablauf, fördern ihre Schützlinge aber auch durch Kunststunden, Musikgruppen, Sport, Theater- und Ferienangebote und vieles mehr. Denn deren Sozialverhalten und Selbstvertrauen ist durch bisher Erlebtes häufig schon sehr beeinträchtigt.
„Die Kinder sollen hier eine Perspektive für ihr Leben entwickeln und nach vorn schauen können“, so Rehwinkel. Und weil für eine langfristig positive Entwicklung der Kontakt zur Herkunftsfamilie und dem sozialen Umfeld sehr wichtig ist, wird bei der St. Gregor-Jugendhilfe auch viel Wert auf den Kontakt „nach Hause“ und die Arbeit mit der Familie gelegt. „Einer unserer schönsten Erfolge ist es, wenn Kind und Eltern wieder miteinander leben können. Und dieses Ziel haben wir schon oft gemeinsam erreicht“, freut sich der Heilpädagoge. Den Rückblick auf zwanzig Jahre „Ferdinands“ feierte die Gruppe am vergangenen Sonntag mit einem Gottesdienst in St. Raphael und anschließend gemeinsam mit Ehemaligen und Angehörigen der Kinder und Jugendlichen bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen.
Info:
Die gemeinnützige St. Gregor-Jugendhilfe der Katholischen Waisenhausstiftung ist eine der ältesten Einrichtungen ihrer Art in Europa und heute eine der modernsten Jugendhilfeeinrichtungen Bayerns. Sie bietet ein breites Spektrum an differenzierten pädagogischen Hilfsangeboten: Jugendsozialarbeit an Schulen, aufsuchende Erziehungshilfen, Familienbildung und -beratung, heilpädagogische Tagesstätten, Wohngruppen und betreutes Jugendwohnen, sozialpädagogisch betreute Gastfamilien, Erlebnispädagogik und mehr. Die Organisation unterstützt Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenslagen und Familiensituationen bedarfsgerecht mit dem Ziel, ihnen zu einem guten Start in ein selbst gestaltetes Leben zu helfen.
www.st-gregor.de

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin neusässer | Erschienen am 29.04.2009
myheimat-Stadtmagazin neusässer | Erschienen am 15.12.2009
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