Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar - Borussia Neunkirchen : TSV Schott Mainz

Wann? 25.04.2015 14:30 Uhr

Wo? Ellenfeldstadion, 66538 Neunkirchen DE
Neunkirchen: Ellenfeldstadion | Go Borussia
- Kolumne von Raimund Eich -

„Die Wahrheit liegt auf dem Platz“. Dieser Spruch von Otto Rehhagel sagt einfach alles. Man kann sich für unseren Verein, der von Insolvenz bedroht ist und ums nackte Überleben kämpfen muss, noch so viele Aktivitäten zur Unterstützung und Rettung einfallen lassen, das alles fruchtet letztlich aber nur dann, wenn auch alle Spieler, die den Verein repräsentieren, mit Leidenschaft und Siegeswillen mitziehen und bereit sind, auf dem Rasen wirklich alles zu geben. Doch das vermissen viele Anhänger in letzter Zeit bei unserer Borussia. Man hat bisweilen den Eindruck, je mehr außerhalb des Platzes geschieht, umso weniger fällt diese Unterstützung auf dem Rasen auf fruchtbaren Boden.

Initiativen wie beispielsweise die „1.000 + X - Aktion“, zur Steigerung der Zuschauer- und Mitgliederzahlen oder die bundesweite Reise im Borussenkäfer durch Deutschland, um Unterschriften von vielen Bundesligastars und Erfolgstrainern zu sammeln, nicht zu vergessen das beispielhafte Engagement eines ehemaligen Top-Fußballmanagers wie Reiner Calmund oder das Einbinden eines renommierten Medienprofis wie Klaus Hoffmann, gab ´s zuhauf. Doch was nützt das alles, wenn sich diese positiven Signale nicht auch auf die Mannschaft übertragen. Wir haben weiß Gott genügend gute Spieler, aber elf Mann (und mehr) ergeben leider nicht automatisch auch eine gute Mannschaft. Unser Team trudelt offensichtlich gegen Ende der Saison ein weiteres Mal Abstiegsplätzen entgegen, wenn nicht endlich ein Ruck durch die Reihen geht.

Sicherlich ist es in der derzeitigen Situation, in der jeder Einzelne um die Existenz seines Vereins und zudem um seine Spielergehälter bangen muss, nicht einfach, den Kopf frei zu machen und sich ganz auf das nächste Spiel zu konzentrieren. Dafür kann man durchaus Verständnis aufbringen. Andererseits geht es vielen Arbeitnehmern, die in einem insolvenzgefährdeten Unternehmen um ihre berufliche Existenz bangen müssen, ähnlich, wobei sie aber nicht mit Gewissheit davon ausgehen können, gleich oder relativ schnell wieder einen adäquaten Arbeitsplatz irgendwo anders zu finden, selbst wenn sie noch so gut sind. Das ist für einen guten Fußballspieler einfacher. Ich gehe ohnehin davon aus, dass so mancher Verein diesbezüglich bereits mit großem Interesse in Richtung Neunkirchen blickt und die Fühler schon nach dem einen oder anderen unserer Spieler ausstreckt.

Vielleicht ist das aber auch ein Kernproblem, über das man sich im Fußballsport, nicht nur bei der Borussia in Neunkirchen, intensiver Gedanken machen muss. Ein Fußballspieler fällt im Insolvenzfall einfach weniger hart als ein Arbeiter. Wir brauchen daher mehr Spieler aus unserer Region, die den Fußballsport auf Basis einer gesicherten beruflichen Existenz betreiben. Denn wenn für einen Spieler das Spielergehalt die wesentliche, wenn nicht gar die einzige Einnahmequelle ist und wenn diese Quelle in einem Verein zu versiegen droht, dann muss sich ein derartiger Spieler zwangsläufig möglichst schnell umorientieren, um seine eigene Existenz nicht zu gefährden. Derartige Fußballlegionäre haben ihr Bündel schnell geschnürt, wenn´s dem Verein an die Substanz geht.

Dennoch darf man von jedem Spieler erwarten, der aktuell unser Trikot trägt, dass er bis zum letzten Spiel alles daran setzen wird, um seinen Verein vor dem sportlichen Abstieg zu bewahren, zumal das auch für ihn persönlich eine herbe sportliche Niederlage wäre, die seinen Marktwert nicht unerheblich schmälern würde.

Hoffen wir daher, dass wir beim anstehenden Heimspiel gegen Schott Mainz und natürlich auch bei den noch ausstehenden Spielen endlich ein Borussenteam sehen werden, das mit Leidenschaft und einem unbändigen Siegeswillen die Kummerfalten bei den Vereinsverantwortlichen und bei den Borussenfans endgültig vertreibt.

In diesem Sinne:
Go Borussia, zusammen steh'n und Siege seh'n,
Go Borussia, wir lassen 1.000 Fahnen weh'n...
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