A „Schäuferle“ – o Graus!

Gell, do hommers widder, des „Schäuferle“! Mit R! In anner fränkischn Zeitung! In der FLZ! A Graus! Ächt! Mir grausts, wenn i des häär odder lesn muss.

Im Dexd stehts ja richtich, und ich geh amoll dervuu aus, dass es in dem Buch der Dettlsauer Autoren aa richtig gschriebm is.

Obber die Bildunterschrift! Dee muss von am Breißn stamma:
„In Franken ein Muss: das „Schäuferle.“

Nix „Schäuferle“! In Franken ein Muss: das Schäufela! Genau genommen Scheifela!

Ich errege mich über die Bildunterschrift zu einem schönen Artikel in der Fränkischen Landeszeitung von heute, Freitag, 28. August 2015, am Geburtstag des größten deutschen Dichters, im Lokalteil auf der Seite „Lokales“: „Seine Gäste verwöhnen – Diakonie Neuendettelsau stellte neues Buch vor.“

Der Artikel ist völlig in Ordnung. Aber die Bildunterschrift!
Liebe FLZ-Macher. Die ist falsch. Es gibt ka „Schäuferle“.

Erstens heißt die Diminutivform im Landkreis Ansbach „la“ und nicht „le“ wie im westlichen Nachbarländle. Hermann Dallhammer däds den Mohng rumdräha. Bo uns haßts „Heisla“, „Mahdla“, „Moggela“, „Zibbela“ und „Bemberla“. Somit folgerichtig aa „Schäufela“!
Is des su schwär zu kabbiern?

Zweitens: Wuu soll denn doo, biddschön, a R härkumma, he?

Wenn ihr doo a R neibastlt, noo stimmt ja di Aussprache nemmer. Hobbt ihr scho amoll woss ghärd vom fränkischn L? Apfl, Zipfl, Schlumbl, Bumbl?
Su wie des L in de zitierten Wörter wird des L in Scheifela gschbrochen. Wär doo a R, no wär des a ganz anders L, gell! A Franke tät des härn, obber ganz deutlich.

Meine Auslassunga lassn si a edimologisch noochweisen, wall des Körperteil vo der Sau, woss der Franke doo verzehrt, auf Lateinisch „Scapula“ haßt. Is do vielleicht a R drin? Gugld amoll! „Scapula“! Des is des Schulderbladd. Und doo dervoo is des Wort „Scheifela“ abgeleitet. Suwoss nennt mer a „Lehnwort“.

Ich konn mer des gut vuurschdelln,wie di römischen Legionäre bo Gunzerhausen, wenns über den Limes aufbrochn senn zu anner klann Sauftour in Mönchswald nieber, dem blondn Mahdla dee wuu bedient hat im Werdshaus, mit Hend und Fieß gloorgmacht homm, woss essn wolln: „Scapula, Scapula!“
Aus dem „sk“ is durch Assilimation a „sch“ worn, also semmer bei „Schapula“. Des P is immer weicher worn mit der Zeit, in Franggn suwisuu: der „Papst“ is der „Babst“, der Papa der „Babba“, und schließli sens bo „Scheifela“ glandet, wies halt di fränkischn Mahdli ausgschbrochn und de Order an di Kichn weidergehm homm.

A Scheifela. Odder zwaa Scheifeli.

Des hobbi gloorstelln wolln.

Also bitte kummt mär bidde net nu amoll mit am „Schäuferle“. Doo vergeht mer nehmli der Abbedidd.

Nix für ungut!

Günter Kohlmann
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2 Kommentare
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Basti S. aus Aystetten | 05.09.2015 | 16:28  
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Peter Perrey aus Neustadt am Rübenberge | 28.04.2016 | 18:41  
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