„Und Herz und Mund und Tat und Leben“: Ein absurdes Theaterstück

Wann? 20.03.2015 20:00 Uhr

Wo? Kloster Wettenhausen, Neuburg DE
Neuburg: Kloster Wettenhausen | Premiere am 20. März 2015, 20 Uhr, Studierstube im Kloster Wettenhausen

Nach dem Erfolg von William Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" im vorigen Jahr, begibt sich das Neue Theater Burgau für die zweite Koproduktion mit dem Kloster Wettenhausen auf neues Terrain.

„Komm, wir gehen! – Wir können nicht. – Warum nicht? – Wir warten auf ihn. – Ach ja.“

Samuel Becketts Warten auf Godot und weitere Bühnentexte des im Frankreich der 1950er Jahre entstandenen „Absurden Theaters“ bilden die Grundlage für eine tragikomische Betrachtung des abwartenden Menschen. In UND HERZ UND MUND UND TAT UND LEBEN wandeln vier einsame Menschen durch eine endzeitliche Version der Zukunft, auf der Suche nach dem Sinn- und Unsinn ihrer Existenz, immer damit beschäftigt, mit Worten und Phantasiegebilden ihre ausweglose Situation zu vergessen. Wladimir, Pozzo, C und Zapo heißt das Exzentrikerquartett und ist sowohl Beckets Bühnenklassiker, aber auch Fernando Arrabals Picknick im Felde, Eugéne Ionescos Die Stühle und Michel de Ghelderodes Ballade vom großen Makabren entlehnt. Auf unterschiedlich groteske Weise kreisen die vier Protagonisten um sich selbst, kämpfen gegen die Resignation an oder richten sich im Warten auf einen vermeintlichen Erlöser ein.

„Das Leben war ein einziger Karneval, eine Kirmes ohne Ende.“

Nicht erst seit Albert Camus wissen wir um die Absurdität und die Abgründe des Mensch-Seins:

emsig, doch nie ganz zufrieden, hoffend, doch nie ganz sicher im Bewusstsein der möglichen Sinnlosigkeit des eigenen Da-Seins. In UND HERZ UND MUND UND TAT UND LEBEN erhält das große Thema vom Glauben und Zweifeln eine ganz eigene, existentielle Bedeutung. Vor dem Hintergrund einer dystopischen Welt wirft Regisseur Philipp J. Neumann die vier Protagonisten des Stücks ganz auf sich selbst zurück und begegnet dabei nicht nur jener subtilen Kraft, die dem Menschen ein Weiterleben und Weiterstreben selbst unter den widrigsten Umständen ermöglicht, sondern auch der Frage, ob erst im Innehalten, in der Reflexion eine Art Erlösung möglich ist…


Weitere Aufführungen: 26., 29. März, 11., 19. April, 7., 8., 9., 21., 22., 23. Mai, jeweils 20 Uhr
Ort: Studierstube im Kloster Wettenhausen

Bühnenbild und Inszenierung: Philipp J. Neumann
Textfassung: Mascha Golda, Zoe Sabeth Petermann
Darsteller: Vera Hupfauer, Dörte Trauzeddel, Marion Wessely, Joshua Hupfauer
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