Football-Spartans: Spektakuläre Neu-Zugänge

Julius Sommer
 
Luca Daumenlang
Neu-Ulm: Dietrich-Lang-Stadion |

Für Football-Teams mit Ambitionen ist das Winterhalbjahr, die "off-season", die Zeit, in der alles für die Meisterschaftssaison Wichtige intensiv vorbereitet wird. Die Neu-Ulm Spartans sind seit Herbstbeginn, quasi ohne Pause, wieder im Training. Und mit Beginn der Vorbereitungszeit durften sie sich über etliche hoffnungsfroh stimmende, zum Teil durchaus spektakuläre Neuzugänge freuen. Die stellen sie in nächster Zeit auf ihrer Homepage und im sozialen Netzwerk vor. Zwar freut sich Chefcoach Daniel Koch über "wirklich jeden", der zu seinem Team dazu stößt und die in drei Super-Spielzeiten bewährten Spartaner verstärkt, zwar möchte er bewusst niemanden herausheben, "weil Sparta nur als Team erfolgreich sein kann", aber: Der geneigte Beobachter darf feststellen, dass die Spartans mindestens zwei spektakuläre Neuzugänge begrüßen dürfen, deren Wechsel zur Abteilung American Football im TSV 1880 Neu-Ulm in der Sport-Szene Furore macht.

„Football ist mein größter Lebensinhalt“, sagt Luca Daumenlang. Damit passt er genau zu den Neu-Ulm Spartans. Lautet doch deren Motto „Passion. Pride. Commitment.“. Luca, der seit dem siebten Lebensjahr Football spielt und mit dem Einstieg in den Tackle-Football (mit 13) in seinem jeweiligen Team als Quarterback zu brillieren wusste , wurde 2010 Jugend-Europameister, mehrfach Bayerischer und Deutscher Meister und stieg mit seinem Team, den Nürnberg Rams, im Jahr 2013 in die Jugendbundesliga auf. Neuerdings ist Luca Daumenlang, den seine Fans für den besten deutschen Quarterback halten, ein Spartaner.

Ein Neuzugang, der aufhorchen lässt. Der 20jährige, der in Erlangen im 3. Semester Psychologie studiert, hatte mehrere Optionen, hat sie alle eingehend geprüft und: hat sich eindeutig für Neu-Ulm entschieden. Obwohl er da nicht als Quarterback eingeplant ist, sondern als Wide Receiver. „Bei mir steht der Spaß am Football im Vordergrund. Den werde ich, so mein Eindruck, bei den Spartans haben. Es ist ein sehr junges Team, alle wollen was erreichen, wollen nach oben, wollen aufsteigen. Und da will ich helfen, wo ich kann.“ Wenn auch dieser Neuzugang ausdrücklich den besonderen Teamspirit der Spartans hervorhebt, muss da was dran sein. Wie er zu den Spartans gekommen ist? Er hat den Headcoach der Neu-Ulmer, Daniel Koch, als Meistertrainer der Bayerischen Jugendauswahl erlebt: „Ein wirklich cooler Typ!“

Und ein weiteres Argument: der Wechsel des neuen Quarterbacks-Coachs, Matthias Riedl, von den Königsbrunn Ants zu den Spartans. „Mit Matthias hab ich einige Flag-Turniere zusammen gespielt, später haben wir in der Bayerischen Jugendauswahl auch zusammen gecoacht – und: Matthias kann mich auf jeden Fall weiterbringen.“ Luca will in jedem Falle auch die Quarterback-Position weiter trainieren, freut sich aber riesig auf die Saison als Wide Receiver bei den Spartans. Dazu Headcoach Daniel Koch: „Mit Luca, Robin Otto, Pascal Liebl und Max Bär werden wir in der kommenden Saison bis zu vier Quarterbacks gleichzeitig auf dem Feld haben. Da muss wohl auch ich mit meinem sonst eher konservativen Playcalling ein bisschen in die Trickkiste greifen. Luca wird uns auf jeden Fall sehr viel variabler machen. Dass ein Spieler wie er, dem alle Möglichkeiten offen stehen, nach Neu-Ulm kommt, zeigt auf welchem guten Weg wir sind.“

Dafür pendelt Daumenlang zum Training und zu den Spielen zwischen Nürnberg und Neu-Ulm. Zweieinhalb Stunden Zugfahrt! Eine Richtung! „Das macht mir nichts aus, das ist doch nicht schlimm, im Gegenteil: Da kann ich entspannen oder fürs Studium lernen.“ Sowas nennt man wohl Leidenschaft,“ passion“ eben.

Und dann gibt es einen zweiten Wechsel, sogar von einer der Sportart in die andere, vom Zehnkampf zum Football: „Ich hätte nicht gedacht, dass ein deutsches Football-Team so trainiert, ich bin sehr überrascht!“ Das sagt der andere in der Szene bekannte Neu-Einsteiger bei den Spartans, der – entsprechend gecoacht natürlich – zu einer DER Überraschungen der Neu-Ulm Spartans gehören könnte. 100-Meter-Bestzeit 11,07 Sekunden. 22 Jahre alt, 191 groß, Gewicht: 85 Kilo. Drei Mal Deutscher Meister im Zehnkampf, der auch in den USA trainiert und dort einiges gerissen hat. Im Ranking unter den 100 Besten weltweit. Die Rede ist von Julius Sommer.

Früher mit Steffen Ganghof (#91) zur Schule gegangen, ab dem 7. Lebensjahr leichtathletisch unterwegs, mit 16 auf den Zehnkampf ausgerichtet. Trotz des professionellen Trainings, zuletzt im Stützpunkt beim Bundestrainer in Halle / Saale: „Für Olympia hat’s nicht ganz gereicht“, wie er nüchtern feststellt. So kehrt er nach Ulm zurück, unterbricht das Studium (Business Economic), macht eine Ausbildung im Bereich Marketingkommunikation und – steigt bei den Spartans ein. Das strukturierte Training („Davon könnte sich mancher Leichtathletik-Trainer ne Scheibe abschneiden.“) imponiert ihm sehr.

Und dann findet er toll, jetzt in einem Team Sport treiben zu können. „Als Leichtathlet bist Du immer auf Dich allein gestellt.“ Bei den Spartans ist Julius da besonders gut aufgehoben, wie selbst sagt: „Ich erlebe hier einen großen, großen Team-Spirit, der mich begeistert.“

Julius wird als Wide Receiver auf die Jagd nach Touchdowns in die Saison gehen.
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