Bonjour tristesse: „Parken im Park“ nimmt Gestalt an
Bei der Kritik zur zukünftigen Umgestaltung des Domplatzes hat man dem Ausbau der Parkplätze am Oberlandesgericht als Teil der Umbaumaßnahme Domumfeld im Vorfeld nur wenig beachtet. Nun sind die Baumassnahmen im Groben vollendet worden und es wird sichtbar, was das Architektenbüro Wittig und Rietig GmbH aus Weimar mit „Parken im Park“ meint. Eine ca. 35 Meter lange Betonmauer dominiert den zukünftigen Parkplatz als Abgrenzung der beiden Parkebenen. Beton in Verbindung mit den alten Natursteinmauern scheint mir die schlechteste mögliche Wahl zu sein. Holz, Eisen, Stahl - okay, aber warum nur Beton?
Während meiner Studentenzeit habe ich in einem alten Haus mit Blick auf einen Wohnpark gewohnt - Achtgeschossige Plattenbauten. Und auch Gorleben ist anfangs als Entsorgungspark verkauft worden. Insofern stimmt auch hier, dass die Wortverbindung mit Park eine ästhetisch hässliche Sache sprachlich aufpeppen soll. Zukünftig gepflanzte Bäume und Büsche werden da nur Alibifunktion habe. Aber immerhin ist eine schöne Fläche für Sprayer entstanden.
Architekt Wittig, der ja auch den Domplatz umgestalten und von Grün- wie Baumflächen befreien will, zeigt mit „Parken im Park“ im Vorfeld, wessen Geistes Kind er ist und unter Architekten wohl eher zur Betonfraktion gehört. Egal, welche Position man zur Umgestaltung des Domumfeldes hat. Es sollte beunruhigen, dass die Gefahr besteht, dass unsere Steuergelder zu einem kalten Ambiente verbaut werden.





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