Probenbesuch bei FIGAROS HOCHZEIT

Emma Gaucher, Studentin von der Bauhaus Universität Weimar, absolviert zurzeit ein Praktikum am Theater Naumburg. Sie betreut u.a. die Proben zu "Figaros Hochzeit", eine Inszenierung von Jutta Schubert ("Der Name der Rose", "Hamlet"), die im April im Kulturhaus Weißenfels Premiere haben wird. Hier ein kleiner Bericht ihres ersten Probenbesuchs.

Figaros Hochzeit



Die Schauspieler des Theaters Naumburg proben gerade die berühmte Komödie von Beaumarchais „Figaros Hochzeit“, die sie ab April in Zusammenarbeit mit der Stadt Weißenfels im Kulturhaus Weißenfels spielen werden.
In diesem Stück bereitet Figaro, der Kammerdiener des Grafen Almaviva, seine Hochzeit mit Suzanne vor, der Kammerfrau der Gräfin. Doch schnell wird Suzanne klar dass der Graf selbst ein Auge auf sie geworfen hat. Der eifersüchtige und aufmüpfige Figaro versucht mit List und Tücke, dem Grafen sein Schäferstündchen mit Suzanne zu vereiteln. Und auch die gekränkte Gräfin, die allerdings ein Auge auf den jungen, hübschen Cherubim geworfen hat, beteiligt sich an dem Intrigenspiel, um den untreuen Gatten zu überführen.
Es entspinnt sich ein turbulentes und lustvolles Spiel um Liebe und Eifersucht, Recht und Unrecht voller erotischer Sehnsüchte, verliebter Anziehungskraft, Irrungen und Verwirrungen.

Schon die Proben zu beobachten macht Spaß.


Wie die vier Darsteller jeden Tag die Figuren langsam zur Welt bringen, unter den Augen von Regisseurin Jutta Schubert, ist ein unglaublicher Prozess. Jede Szene wird so oft geprobt, dass man den Text selbst schließlich auswendig kennt. Dennoch wird es nie langweilig, da man dadurch versteht, wie das Stück zu dem wird, wie es auf der Bühne wirken soll.
Wenn man im Theater sitzt, vergisst man ganz und gar, dass jeder Satz anders ausgesprochen werden könnte, und dass jeder Gesichtsausdruck überlegt wurde. Man nimmt Figaro einfach wahr, wie er von dem Darsteller verkörpert wird und kann sich dann keinen anderen Figaro mehr vorstellen.
Dennoch könnte jede Figur total anders wirken, wenn sie beispielsweise an diesem Moment nicht grinsen, sondern besorgt schauen würde oder diesen Satz murmeln, anstatt ihn zu schreien. Die Figur, die wir als Zuschauer entdecken, entsteht erst an dem Punkt, wo der Text, die Vorstellung der Regisseurin und die Verkörperung des Schauspielers sich treffen.
Die Probe ermöglicht diese Entstehung und dadurch verschwinden auch alle anderen möglichen Figuren.

Der Vorverkauf für "Figaros Hochzeit" läuft bereits auf Hochtouren. Premiere ist am 4. April um 19.30 Uhr im Kulturhaus Weißenfels. Weitere Vorstellungen: 5. 4., 19.30 Uhr; 8. + 9. 4., 10 Uhr; 11. + 12. 4., 19.30 Uhr. Karten können über die Touristinformation Weißenfels reserviert werden: 03443 - 30 30 70
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