Der Roman für Naumburg

Ich möchte an dieser Stelle Teile des zweiten Teils von "Weil die Zeit sich berühren will" vorstellen. Dieser Roman spielt in unserer Heimat und handelt auch, nicht im Vordergrund stehend, von den historischen Persönlichkeiten jener Zeit um das Jahr 1000. Unter anderem können Sie die kleine Uta treffen, Eckehardt und seine Söhne, im Dom von Naumburg als Stifterfiguren verewigt...

Ich möchte neugierig auf unsere Region und unsere Geschichte machen!

"Einige Tage waren vergangen, nachdem wir die alte Ingaris in ihrem Kerker besucht hatten. Dann wurde das Urteil über sie gefällt. Wie sie richtig vorhergesagt hatte, sprach das Gericht sie der Hexerei schuldig und verhängte über sie das Gottesurteil. Das Gottesurteil bedeutete, dass sie in den Sumpf geschickt wurde. Bei der Urteilsverkündung und der vorher im Ratshaus stattfindenden Verhandlung waren weder Maria noch ich dabei. Wir konnten es nicht.
Allerdings machte ich mir darüber im Nachhinein Vorwürfe und in meinem Innersten wusste ich, dass ich einfach zu feige gewesen war. Daher beschloss ich an dem Tag, an dem das Urteil vollstreckt werden sollte, ihr so gut ich es konnte beizustehen. Maria hielt es für besser, nicht vor die Stadtmauern zu gehen und bei dem Spektakel dabei zu sein. Sie hatte Angst und das konnte ich ihr nicht verdenken, ich hatte selber ein flaues Gefühl im Magen, als ich unser Haus verließ.
Zu allem Überfluss schien es ein sonniger und warmer Spätsommertag zu werden, die Vögel zwitscherten und in den Straßen des Ortes strömten die Menschen lauthals dem Stadttor entgegen. Ein Gottesurteil war immer eine willkommene Abwechslung, solange es einen nicht selber betraf.
Mir schien der Gestank der Stadt an diesem Morgen noch intensiver in meine Nase zu steigen, obwohl ich mittlerweile an ihn gewöhnt war. Ich ließ mich mit der Masse der zum Stadttor eilenden Menge mittreiben und traf unterwegs Siegfried und seine Frau Gerda. Gerda schien sich zur Feier des Tages ordentlich herausgeputzt zu haben, wohingegen mir Siegfried in seiner gewohnten grauen Arbeitskleidung entgegenkam."
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