Das Unstruttal im Lichte der Frühgeschichte Teil I

Würde man einen Suchgraben quer durch Mitteldeutschland ziehen, hätten Generationen von Archäologen mit der Aufarbeitung der Hinterlassenschaften unserer Vorfahren zu tun.

Prof. Paul Grimm
Archäologe



Nehmen wir an, dieser Suchgraben existiert und wir bewegen uns in ihm zeitlich rückwärts um erste Spuren unserer Vorfahren zu finden. Wir müssen weit zurück, weite 300 00 bis
350 000 Jahre um ersten Kontakt zu bekommen. Wir befinden uns auf dem Gebiet der heutigen Orte Kleinwangen und Memleben.. Wohl zu den ältesten Belegen der Anwesenheit von Menschen im mitteldeutschen Raum zählen neben Bilzingsleben und Wallendorf die altsteinzeitlichen Geräte der hier erforschten Fundplätze. So wurden z. B. in einer Kiesgrube nahe Memleben über elsterkaltzeitlichen Sedimenten, altpaläolithische Artefakte und Knochen gefunden. Sie werden in die Holsteinwarmzeit interpretiert und sollen die Anwesenheit des Menschen bereits in dieser Zeit beweisen(?).Hier begann die menschliche Geschichte, glaubt man den geologischen Altersbestimmungen der Fundplätze, im so genannten mittleren Pleistozän.
Tausende Jahre durchzogen nicht sesshafte Jäger und Sammler in einzelnen Gruppen das Land. Eine dieser Gruppen mochte dann wohl zum Ende der Altsteinzeit vor etwa 11 000 Jahren auf dem Gelände der Altenburg in Nebra ein jungpaläolithisches Jägerlager errichtet haben. Etwa 60 Pfostengruben mit Steinverkeilung sowie mehrere Kultgruben wurden dabei gefunden. Die aus diesen Gruben sichergestellten Artefakte bestanden aus zerschlagenen Knochen verschiedenster Wildtiere, darunter Wildpferd, Ren, Schneehase und Schneehuhn, eine große Menge weißpatinierter Stichel, Kratzer, Bohrer und Rückenmesser. Man ging in der tundraartigen Umwelt mit Pfeil und Bogen dem Nahrungserwerb nach. Sie waren aber nicht nur Jäger, sondern hatten auch eine ausgeprägte Kultur. Die Archäologen fand drei kleine Frauenfiguren , davon zwei aus Elfenbein und eine aus Rengeweih, welche die ältesten Plastiken im mitteldeutschen Raum sein dürften und fast 15 000 Jahre im Boden auf die Freilegung durch das archäologische Landesamt Halle warteten. Dieser Fundplatz wurde Namen gebend für die „Nebraer Gruppe“.

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5 Kommentare zum Beitrag
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Manfred Wittenberg aus Nebra (Unstrut) am 06.10.2011 um 17:04 Uhr  
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Annett Stockmann aus Bad Bibra am 06.10.2011 um 18:50 Uhr  
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Karl Heinz Winkler aus Naumburg (Saale) am 07.10.2011 um 08:27 Uhr  
17.361
Manfred Wittenberg aus Nebra (Unstrut) am 07.10.2011 um 08:59 Uhr  
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Karl Heinz Winkler aus Naumburg (Saale) am 07.10.2011 um 09:23 Uhr  
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