Hilfe, wo finde ich heute einen Parkplatz?
Naumburg (Saale): Neustraße | … lautet die bange Frage, wenn ich mit dem Auto von der Arbeit zurückkehre. Als Innenstadtbewohner hat man nicht viele Möglichkeiten, seinen fahrbaren Untersatz abzustellen. Gehört man zur Gruppe der Hausbesitzer, was bei mir nicht der Fall ist, und nennt einen Innenhof sein eigen, dann hat man dieses Problem nicht. Den Anderen und damit auch mir bleibt nur die Möglichkeit, eine Ausnahmegenehmigung gem. § 46 Abs. 1 Nr. 11 Straßenverkehrs- Ordnung zu erwirken, die gegen Bezahlung von 23,00 EUR in Form eines Bewohner- Parkausweises erteilt wird. Dieser schöne für ein Jahr gültige Ausweis, ermöglicht mir, in einem bestimmten Bereich der Stadt mein Auto „kostenlos“ zu parken, ohne dass ich einen Anspruch auf einen bestimmten Parkplatz habe. So weit die Theorie. Doch wie sieht die Praxis aus?
Da gibt es einerseits freundliche Mitbürger, die entsprechende Ausschilderungen von Bewohner- Parkplätzen ignorieren, andererseits kann man den Eindruck gewinnen, dass mehr Bewohner- Parkausweise ausgegeben werden, als Parkplätze zur Verfügung stehen. Will man erst später am Abend sein Fahrzeug abstellen, ist häufig die Chance, einen Parkplatz zu finden, äußerst gering.
Und dann gibt es als Störfaktor noch den Winter mit viel Schnee, wodurch die Parkplätze unbenutzbar werden. Da bleibt dem Bewohner- Parkausweis- Besitzer nur die Möglichkeit, sein Fahrzeug eingeschneit stehen zu lassen, was nicht immer möglich ist, oder sein Fahrzeug mit einer Schaufel auszustatten, um sich täglich von neuem einen Parkplatz freizuschaufeln, denn der Platz den man gestern benutzbar gemacht hat, ist heute garantiert belegt! Doch wohin schaufelt man den vielen Schnee?
Vor einigen Tagen hatte ich mir einen Stellplatz unmittelbar hinter einem Behindertenparkplatz freigemacht. Als ich am nächsten Tag zur Arbeit wollte, staunte ich nicht schlecht, als dieser Behindertenparkplatz komplett vom Schnee befreit war und dafür unmittelbar vor der Kühlerhaube meines PKW ein 1,20 m hoher Schneehaufen lag.
Wie soll das nun weitergehen? Das die Stadtverwaltung in absehbarer Zeit die Plätze, für die sie Geld kassiert hat, räumen lässt, ist eher unwahrscheinlich und bei der Schneemenge in vielen Straßen wohl auch nicht machbar. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Winter bald zu Ende geht, ist sicherlich auch gering. Bleibt also nur, dass Stadtverwaltung und Bürger gemeinsam handeln und so was organisiert wird, was man früher Subottnik nannte, die Stadtverwaltung stellt Fahrzeuge und Schaufeln und alle Anwohner und Bewohner- Parkausweis- Besitzer machen mit. Das könnte funktionieren, wird aber wahrscheinlich am fehlenden Versicherungsschutz scheitern, oder was meinen Sie?


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