Diskussion „Sozialbestattungen“. Ein würdevoller Abschied?

(Foto: hunami)

Naumburg (Saale): Naumburg | Ein Thema, das man zeitlebens zu meiden sucht, dem man sich eines Tages aber trotzdem stellen muss – der Tod. Sterbefälle versetzen die Angehörigen nicht nur in eine psychisch und emotional schwere Lage. Meist verlieren sie ein geliebtes und viel geschätztes Familienmitglied, dessen Abschied alles andere als leicht fällt. Hinzu kommen nämlich andererseits beträchtliche finanzielle Folgen für die Hinterbliebenen. Und leider ist es oft so, dass diese nicht in der Lage sind, die Kosten für eine würdevolle Bestattung zu schultern. So müssen für eine Feuerbestattung 2 000 Euro, für Erdbestattungen sogar 3 000 bis 4 000 Euro bezahlt werden. Viel Geld, über das insbesondere finanzschwache Bürgerinnen und Bürger gar nicht verfügen.

Immer häufiger nutzen Betroffene daher die Möglichkeit der finanziellen Unterstützung durch den Staat. Die Rede ist hierbei von den so genannten „Sozialbestattungen“, bei denen die Kommunen für einen Teil der anfallenden Kosten aufkommen. Der Trend ist im Übrigen steigend: Während im Jahr 2008 etwa 15 Anträge pro Monat beim Sozialamt des Burgenlandkreises gestellt wurden, so waren es ein Jahr später ca. 20 Anträge. Die finanzielle Unterstützung des Landkreises deckt dabei aber lediglich ein Mindestmaß einer Beerdigung ab, so einen einfachen Sarg oder die Friedhofs- und Bestattungsgebühren. Trauerkleidung, ein Grabstein oder die Grabbepflanzung beziehungsweise -pflege gehören dagegen nicht dazu. Diese Kosten müssen die Hinterbliebenen selbst übernehmen.
Hinzu kommt, dass die allgemeine Teuerungsrate auch bei den Bestattungsunternehmen nicht Halt macht, die ihrerseits die Preise anzogen.
Die Sozialbestattung ist für alle Beteiligten schwierig: Durch die steigende Anzahl von Anträgen verzögert sich auch die Bearbeitung derselben. Damit einher ergeben sich Probleme bei den Bestattern, die gewöhnlich die Kosten einer Sozialbestattung vorstrecken, jedoch lange auf die Erstattung seitens der Behörden warten müssen, was sie wiederum zunehmend in wirtschaftliche Bedrängnis bringt. Und wie stehen die Betroffenen eigentlich selbst zur Sozialbestattung? Werden solche Begräbnisse als ausreichend angesehen, gewährleisten sie überhaupt einen „würdevollen Abschied“ oder stellen sie doch eher ein „Armutszeugnis“ über die Verschiedenen und deren Angehörigen dar?

Beteiligen Sie sich bitte an der Diskussion und schildern Sie Ihre Meinung! Haben Sie zum Thema „Sozialbestattung“ schon eigene Erfahrungen gesammelt, wenn ja welche? Haben Sie sich überhaupt schon mit Fragen auseinandergesetzt, die auf Ihre Angehörigen im Falle Ihres eigenen Todes zukommen? Was verstehen Sie unter einer „würdevollen Bestattung“ – welche Leistungen sollten Ihrer Ansicht nach mindestens vom Staat im Falle einer Sozialbestattung übernommen werden? Oder sollte nach Alternativen gesucht werden, beispielsweise durch den verpflichteten Abschluss einer Sterbegeldversicherung?

Weiterveröffentlichungen:

Naumburger Tageblatt | Erschienen am 25.05.2011
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14 Kommentare zum Beitrag
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen am 16.05.2011 um 21:51 Uhr  
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Constanze Matthes aus Naumburg (Saale) am 17.05.2011 um 08:59 Uhr  
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andreas gerster aus Burgwerben am 17.05.2011 um 20:11 Uhr  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen am 17.05.2011 um 21:34 Uhr  
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andreas gerster aus Burgwerben am 17.05.2011 um 21:40 Uhr  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen am 17.05.2011 um 21:46 Uhr  
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andreas gerster aus Burgwerben am 17.05.2011 um 21:55 Uhr  
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Katrin vom Burgberg aus Bad Kösen am 18.05.2011 um 21:12 Uhr  
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Tom Zeretzke aus Casekirchen am 19.05.2011 um 10:45 Uhr  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen am 19.05.2011 um 17:30 Uhr  
23.688
Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen am 19.05.2011 um 17:32 Uhr  
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andreas gerster aus Burgwerben am 19.05.2011 um 20:17 Uhr  
23.688
Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen am 19.05.2011 um 21:40 Uhr  
8.630
frau stock aus Bad Kösen am 17.07.2011 um 15:21 Uhr  
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