Bei der Nachtwanderung der Jugendfeuerwehr Burgenlandkreis
Naumburg (Saale): Grochlitz am Gänsegries | Als Naumburger Landtagsabgeordneter (DIE LINKE.) löste ich meinen Teil der Landtagswette des Kinder- und Jugendringes in der Nacht vom 19. auf den 20. August ein. In dieser organisierte die Jugendfeuerwehr des Kreisverbandes Burgenlandkreis eine Nachtwanderung, wie sie jedes Jahr im Rahmen der Ferienfreizeit im Naumburger Gänsegries stattfindet. An den vier Stationen mussten die zehn- bis achtzehnjährigen Teilnehmer der Nachtwanderung verschiedene feuerwehrspezifische Aufgaben lösen, wobei die Zeit – wie im Ernstfall bei den Großen – der entscheidende Faktor war, welcher über die Leistung der einzelnen Jugendfeuerwehren entscheidet.
Es begann noch im Hellen mit den durchschnittlich jüngsten Wehren. Die meisten hatten aber nicht nur mit den Aufgaben, sondern mit der zunehmenden Dunkelheit zu kämpfen. An Station 1 in Grochlitz hieß es „Leinenbeutelwurf“. Bei dieser Disziplin wird ein Leinenbeutel so weit wie möglich geworfen, wobei das sich in diesem befindliche Seil an einem Ende festgehalten wird. Es ist die schnellste Methode ein verpacktes Seil „auszupacken“ und lang zu ziehen. Zur Station gehörte aber auch, das Seil wieder zu bündeln und in den Beutel zurück zu packen. Hier merkte man, wie der Teufel oft im Detail liegt. Ein falsch gepackter Beutel hat zur Folge, dass das Seil sich in diesem verfranzt, was nicht passieren darf, wenn die Wehr schnell Seile auswerfen muss.
An Station 2 mussten die Teilnehmer auf dem Parkplatz des Landratsamtes sogenannte „C-Schläuche“ montieren. Die schnellsten Jugendwehren montierten drei Schläuche auf einer Länge von 45 Metern ohne Drehung in ca. 40 Sekunden. Dabei konnte man spüren, wie schwer es ist, solche Schläuche wieder einzurollen. Feuerwehrschläuche wiegen deutlich mehr als einfache Gartenschläuche. Die Arbeit war für die Teilnehmer an diesem warmen Sommerabend durchaus schweißtreibend.
Die Station 3 wurde vom DRK betreut. Schocklage und die stabile Seitenlage mussten korrekt vorgeführt werden. Das haben viele Jugendliche bereits sehr gut gemacht und verinnerlicht. Ich meinte dazu, es sei für ihn als Autofahrer, eine gute Auffrischung seines Wissens gewesen, zumal mit „alter Seitenlage“ und „neuer Seitenlage“ auch hier Entwicklungen passieren.
An der vierten und letzten Station war schließlich Teamarbeit in Perfektion gefragt, sonst sind fünf Saugschläuche nicht zu einem Ring zu verbinden. In stockdusteren Kroppental war das die schwierigste Aufgabe. Diese wurde übrigens von der Partnerjugendfeuerwehr aus Aachen mit Abstand am schnellsten erledigt. Das war für die Naumburger keine Überraschung, sind die Aachener Teilnehmer schließlich die zukünftigen Berufsfeuerwehranwärter.
Jede Gruppe durfte nach der anstrengenden Tour erstmal schnell etwas essen, denn die vier Stationen haben an den Kräften gezehrt. Gewonnen haben am Ende alle Wehren, deren Mitglieder unter Wettkampfbedingungen vieles lernten und vor allem eines:
Eine Feuerwehr ist nur erfolgreich, wenn sie als Mannschaft auftritt.



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