Besuch in der Unfallklinik Murnau!

... er hat nie aufgegeben ...
 
Ein Rettungswagen am Eingang zur Notfallambulanz

Murnau: Unfallklinik | Vor fast 15 Jahren hat sich von einem Moment auf den anderen das Leben eines guten Freundes auf tragische Weise verändert.
Es war ein harter Schlag, nicht nur für ihn und seine Familie, ... ich kann mich noch gut erinnern, wie betroffen wir alle waren.
Wie jedes Jahr zur Sauerkirschernte, stieg er mit der Leiter auf den Weichselbaum um die reifen Früchte zu ernten.
Um auch noch an den äußersten Ast zu gelangen, wagte er sich mit der Leiter noch weiter nach oben und so nahm das Schicksal seinen Lauf.
Ein Fehltritt und er konnte sich nicht mehr fangen und stürzte von der Leiter Rücklings in die Tiefe.
In diesem Moment spürte er seine Beine schon nicht mehr, er hatte das Gefühl sie sind weg, ... gar nicht mehr da, so erzählt er.
Seine Frau, die diesen schlimmen Unfall mit ansehen musste, rief sofort den Notarzt. In kürzester Zeit wurde er mit dem Rettungshubschrauber ins Klinikum geflogen.
Alle hatten noch Hoffnung, als er dort operiert wurde, aber es stellte sich heraus, dass er einen Hals- und einen Lendenwirbel gebrochen hat, dadurch wurde das Knochenmark durchtrennt und die Folge davon war eine Querschnittlähmung.
Danach wurde er in die Unfallklinik nach Murnau verlegt.
Es folgten viele Operationen, sein Körper wurde stabilisiert, jedoch die Querschnittslähmung war nicht mehr zu heilen.
Viele Monate musste er in dieser Klinik verbringen, es gab viel zu lernen, z.B. wie man mit einem Rollstuhl umzugehen hat.
Eine harte Zeit, aber er hat sie gemeistert, ... auf eine Art und Weise, die kann man sich gar nicht vorstellen.
Von ihm hört man nie ein Wort des Jammers, obwohl er dauerhaft Schmerzen erträgt, ist er immer gut aufgelegt und hat nie seinen Humor verloren.
Seine Ärzte wunderten sich, dass er keinen Psychologen brauchte, dazu ist er nicht der Typ sagt er von sich selbst, er nimmt es hin, es war ihm vom Schicksal eben so bestimmt, eine große Hilfe war und ist für ihn sein Glaube.
Seine größte Hilfe erfährt er aber von seiner Frau, ohne sie ging es nicht, sie ist seine stärkste Stütze.
Ja, dieser Schicksalsschlag hat das gesamte Familienleben verändert. Von seinen Kindern, wurde sein Sohn sprichwörtlich ins kalte Wasser geworfen, als er den Elterlichen Betrieb übernahm und weiterführte.
Eine Familie, die zusammenhält, ist in solch einer Situation mit das wichtigste.
Jedes Jahr muss er mehrmals in die Murnauer Unfallklinik, einmal zum jährlichen "Durchcheck" und mehrmals um seine Schmerzpumpe auffüllen zu lassen.
Ein gesunder Mensch kann sich das alles gar nicht vorstellen, wieviel man durch solch einen dummen Unfall aushalten muss.
Aber er hat niemals seinen Lebensmut verloren, er sagt: ich lebe gerne und bin froh, dass ich diesen Unfall überlebt habe, ... er meint: es gibt hier in Murnau viel schlimmere Fälle, z.B. ein sehr junger Mensch, der bei ihm im Zimmer lag, hat sich bei einem Sturz die Halswirbel gebrochen und kann sich vom Hals abwärts überhaupt nicht mehr bewegen, der tut ihm unendlich leid, vor allem, weil er so jung ist und das ganze Leben noch vor sich hatte.
Bei einem seiner Aufenthalte in Murnau haben mein Mann und ich ihn besucht!
Er hat uns bei dieser Gelegenheit durch die Klinikanlagen in Murnau geführt, die ich hier mit diesen Bildern zeigen möchte.
Eingebettet am Alpenrand, liegt die Klinik mit Blick auf die Zugspitze, es wäre so schön, diese Gegend unter anderen Umständen genießen zu können.
Man kann es sich gar nicht vorstellen, wie groß und kompliziert dieser ganze Komplex ist.
Unser Freund ist in dieser Klinik kein Einzelfall, hinter jeder Zimmertür findet sich ein anderes tragisches Schicksal, drei Etagen sind nur alleine schon mit schweren Wirbelverletzungen belegt, die meisten ohne große Hoffnung, je wieder gehen zu können.
Als wir in den Klinikbereich mit dem Auto einbogen, kam uns eine Gruppe mit Motorrädern entgegen, ... man kann sich denken, wen sie besucht haben.
Der Besuch in der Murnauer Unfallklinik hat mich sehr beeindruckt und die vielen tragischen Schicksale haben mich sehr berührt.
Man macht sich Gedanken, wie man selbst so etwas bewältigen könnte, wirft es aber wieder weit weg und denkt, zum Glück bin ich nicht betroffen und man schätzt und ist froh, dass es einem gut geht.

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13 Kommentare zum Beitrag
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Herbert Imberger aus Augsburg am 27.05.2011 um 12:14 Uhr  
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Axel Haack aus Freilassing am 27.05.2011 um 17:22 Uhr  
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Klaus Berger aus Donauwörth am 27.05.2011 um 19:01 Uhr  
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Margit B. aus Gessertshausen am 27.05.2011 um 20:12 Uhr  
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Roland Greißl aus Fuchstal am 21.08.2011 um 09:03 Uhr  
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