“Wia samma? – Guad samma!”

 

Blue Hornets erzielen höchsten Sieg der Teamgeschichte


Münsing – Der neue Coach Andreas Adam hat frischen Wind in das Herrenteam des Judoverein Ammerland-Münsing gebracht. Am Samstag besiegten sie den TSV Kösching sehr deutlich mit 15:4. Anlässe zur Freude gab es viele. Adam standen zwölf kampffähige Athleten zur Verfügung, allerdings herrschte ein gewisses Ungleichgewicht, gab es doch größtenteils nur Leichtgewichte. Die Münsinger besetzten das Team allerdings taktisch klug, wie sich im Verlauf der Begegnung herausstellen sollte.
Den Beginn machte Peter Will, der eine Gewichtsklasse höher in der -81 Kilo-Kategorie startete. Der Kampf war sehr taktisch geprägt und Will unterlag letztlich mit einer kleinen Wertung – sehr zu seiner eigenen Unzufriedenheit. Georg Tzanidis zeigte daraufhin, dass er ein „echter“ 81er ist und besiegte seinen Gegner nach weniger als einer Minute mit einem deutlichen Ippon. Der erst 18-jährige Martin Seika setzte seinen enormen Trainingsfleiß in einem hochklassiken Kampf bis 90 Kilo um, der am Ende wertungslos blieb, wodurch keines der beiden Teams einen Punkt erhielt. Wolfgang Schneider war gleich zwei Gewichtsklassen „geschoben“ worden, doch auch dort kann er Kämpfe dominieren, wie er mit zwei sehenswerten Waza-ari Wertungen bewies. Demis Tsanidis, eigentlich auch eine Klasse leichter, und Yann Donat dominierten bis 73 Kilo und fuhren ungefährdet zwei weitere Punkte ein. Der einzig wirklich schwere im Team, Stefan Singer, machte sein Punktdebut für die Hornissen mit einem konsequent angesetzten Würger perfekt. Leo Wank, eigentlich auch 81 Kilo schwer, gab seinen ersten Kampf im Schwergewicht leider ab, was ihn sehr wurmte, denn chancenlos war er keineswegs. Die beiden Leichtgewichtler Georg Buschmann und Andi Will setzten dann noch zwei Punkte drauf – Pausenstand: 7:2 für Ammerland-Münsing.
„Wir sind zufrieden, aber das Ergebnis ist knapper, als es den Anschein haben mag,“ warnte Teammanager Andi Bauhofer. Coach Adam würfelte daraufhin erneut, insgesamt sechs Änderungen erfuhr die Aufstellung.
„Die Griechen“ machten nun den Anfang: Demis Tsanidis und Georg Tzanidis sackten die ersten beiden Siege ein. Andi Schaubmar, der zuvor zwei Wochen trainingsfreie Verletzungspause hatte, hielt es am Mattenrand nicht mehr aus und ließ sich aufstellen. Leider reichte es nicht und er gab den Punkt ab. Leo Wank überraschte daraufhin, indem er den Groll vom ersten Kampf nutzte und seinen Kontrahenten nach kurzem Abwarten ordentlich in die Matte ließ. Peter Will kopierte das und nutzte ebenfalls der angestauten Ärger, um dem Publikum nach nur einer halben Minute den Wurf des Tages – einen Harai-goshi – zu präsentieren. Kapitän Yann Donat legte noch einen Punkt drauf und auch Wolfi schneider schaffte das, obgleich er diesmal sogar im Schwergewicht antrat. Martin Seika, der durch die Umstellung der Teams wie Schneider auch auf denselben Gegner wie im vorherigen Durchgang traf, begann wieder stark, war aber einen Moment unachtsam, geriet in einen Wurf und konnte sich aus dem anschließenden Haltegriff letztlich nicht mehr befreien. Georg Buschmann und Andi Will setzten zum Abschluss noch ein Zeichen, indem sie ihre Gegner spektakulär zu Boden brachten und den Münsinger einen nie dagewesenen hohen Endstand bescherten.
Das 15:4 ließ das Publikum jubeln, doch Andi Adam freute sich nicht darüber am meisten: „Mit wem soll ich anfangen? Peter und Leo haben bewiesen, dass sie Fehler, die sie machen, gleich im nächsten Kampf wieder ausgleichen können. Martin hat heute gekämpft, als wäre er nicht 18, sondern hätte 18 Jahre Kampferfahrung. Wolfi hat gezeigt, dass man gegen seine Judoskills nicht mit mehr Größe, Kraft oder Gewicht ankommt. Und alle anderen haben gezeigt, wofür sie trainieren.“ Zweifelsohne lässt sich der hohe Sieg mitunter auch auf dem Einfluss des neuen Trainers am Mattenrand zurückführen, doch er bleibt bescheiden: „Vielleicht helfe ich den Jungs ja, das letzte Bisschen aus sich rauszuholen, aber 95% macht jeder Kämpfer immernoch selber.“
In zwei Wochen reisen die Blue Hornets nach Germering, um weiter gen Tabellenführung zu marschieren.
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