EHEC-Gefahr in München: Zweiter gemeldeter EHEC-Fall. Soll man BIO-Gemüse meiden?

Schon der zweite gemeldete EHEC-Patient ist in München gemeldet worden. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Darm-Keim EHEC sich auch in München ausbreitet? Sollte man BIO-Gurken und BIO-Gemüse meiden?

Wie die Süddeutsche Zeitung heute Vormittag berichtet, hat das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) eine zweite Erkrankung im Raum München bestätigt. Die Patientin (47) war kürzlich zu Besuch in Norddeutschland, was eine dortige Ansteckung wahrscheinlich macht. Bereits gestern war ein erster Fall in München gemeldet worden. Sieben der in Bayern ingesamt gemeldeten EHEC-Kranken leiden unter dem hämolytisch-urämischen Syndrom (bei dem blutige Entzündungen der Darmschleimhaut auftreten), einer besonders gefährlichen Ausprägung des Keims. Weitere 8 Erkrankte an einer weniger schweren Variante des Erregers sind in Bayern gemeldet worden. (hier gehts's zum Artikel in der SZ).

Ist der Verzehr von importiertem BIO-Gemüse gefährlich? Kann man noch unbesorgt importiertes Gemüse kaufen oder sollte man lieber kein Gemüse aus Spanien kaufen?
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat bislang keine Hinweise vorliegen, dass mit EHEC verunreinigte Gurken nach Bayern gelangt sind (siehe Augsburger Allgemeine). Die Behörden haben bisher aber auch deutsches Gemüse nicht als unbedenklich eingestuft. Von daher sollte man weiterhin alle Produkte, die ggf. mit Fäkalien in Berührung gekommen sein könnten, meiden oder strenge Hygiene-Vorschriften einhalten. Gewarnt wird vor Rohmilchprodukten, bei denen die Milch bei der Verarbeitung nicht erhitzt worden ist, oder von Rohwürsten wie Mettwurst. Gemüse, das auf dem Feld mit Gülle gedüngt worden ist, kann ebenfalls verunreinigt sein, da der Keim in Fäkalien steckt. Auch gemüse aus dem Treibhaus kann aber Träger des Keims sein, da es beim Transport oder im Verkauf verunreinigt worden sein kann.
Die Behörden empfehlen daher besondere Hygiene beim Verarbeiten von Gemüse und Obst (gründliches Reinigen des Gemüses, der Hände und der Arbeitsutensilien)

Sind die Lebensmittelkontrollen der Behörden lückenlos?
Nachdem die Behörden in Hamburg Bio-Gurken aus Spanien als Träger der gefährlichen EHEC-Erreger ausgemacht hatten und der Hersteller informierte, dass die Gurken beim Transport heruntergefallen waren, jedoch dennoch verkauft wurden, fordert der Chef des Bauernverbands, Gerd Sonnleitner, schärfere Regeln für Import-Gemüse und einheitliche Standards in der EU (mehr dazu hier). Trotz strenger Regeln in Deutschland und strenger Kontrolle der kompletten Lebensmittelkette würden Importe "leider wesentlich lascher geprüft". Laut SZ hat Bayern die Kontrollen von insbesondere aus Spanien importiertem Gemüse bereits verschärft.

Hier gibt's mehr Wissenswertes zum EHEC-Virus in einem Artikel der ZEIT.

Was mich interesieren würde; weniger als 20 Erkrankte bisher in Bayern klingt für mich nicht bedrohlich: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit einer EHEC-Epidemie? Und besteht tatsächlich eine realistische Gefahr, oder sind wir wieder mal Opfer einer Medien-Panikmache?

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2 Kommentare zum Beitrag
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen am 27.05.2011 um 16:21 Uhr  
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Brigitte Obermaier aus München am 31.05.2011 um 18:21 Uhr  
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