Montessorischule engagiert sich für Flüchtlinge

gemeinsame Nähwerkstatt
 
Eingangstür
"Eigene Erfahrungen sammeln statt Vorurteile" ist neben dem Wunsch zu helfen, Anliegen der Emile Montessorischule in Neubiberg. Schüler und Eltern engagieren sich aktiv für Flüchtlinge in der Nachbarschaft. Unterstützung in vielen Bereichen ergab sich:

Von der Aktion Mini Decki zur Nähwerkstatt

Die Schulleitung, Angelika Bachmann, stellt Räumlichkeiten der Emile zur Verfügung. So findet bereits wöchentlich die Nähaktion „Mini Decki“ in den Handarbeitsräumen der Schule statt. Das Schweizer Konzept mit der Idee, den hilfesuchenden Kindern Wärme und Geborgenheit durch eine selbst genähte Decke zu schenken, hat viele Mütter erreicht. Mit Begeisterung entstehen aus mitgebrachten Stoffresten Kuschel-Decken. Die ersten fertig gestellten Mini Deckis konnten schon erfolgreich an Kinder der Neubiberger Traglufthalle übergeben werden. Inzwischen hat sich aus dem Dienstags-Treff eine Art Nähwerkstatt entwickelt. Ein gelernter Schneider aus dem Senegal, aktuell wohnhaft in derselben Notunterkunft, unterstützt die Damen und bietet darüber hinaus Änderungsarbeiten an.

Schüler engagieren sich für Schüler und unterstützen Helferkreis

Emile-Schüler aus der Religionsklasse unterstützen tatkräftig den Helferkreis Waldperlach: Dafür wurden Sachspenden in Form von Drogerieartikeln gesammelt und in Willkommenspakete für die neu angekommenen Schutzsuchenden gepackt.
Auch die Unterrichtsräume, Werk- und Gemeinschaftsräume der Emile können nach Absprache für Aktivitäten genutzt werden. In der komplett ausgestatteten Schulküche ist bereits ein Kochkurs in Planung.

Von dieser Hilfsbereitschaft werden die Schüler der Emile inspiriert. Auch sie wollen den Slogan „Refugees Welcome“ - der mittlerweile an der Schultür steht - umsetzten und nehmen die Herausforderung an, trotz Sprach- und Kulturbarriere aktiv zu werden. Unter Leitung der Religionspädagogin Christine Strasser wurden vorab Ideen gesammelt. Nach einem gemeinsamen Besuch eines Erstaufnahme-Lagers erkennt Strasser „eine hohe Bereitschaft der Schüler, helfen zu wollen“. Die Schüler der höheren Klassen sehen in ihrem Engagement auch die Möglichkeit, eventuelle „Vorurteile, die man liest oder hört“ durch eigene Erfahrung, abzubauen. Umgesetzt werden konnte inzwischen schon so einiges:
Mit dem Verkauf selbstgemachter Waffeln im Pausen-Café wird Geld eingenommen, das für gemeinsame Aktionen mit den Asylsuchenden genutzt wird. So können Eintrittsgelder für z.B. einen geplanten Schwimmbadbesuch bezahlt werden. Der wöchentliche Treff mit Jugendlichen aus der Traglufthalle Neubiberg ist gut angelaufen. Ein Projekt, das viel mehr als nur Ablenkung für die traumatisierten Jugendlichen bringt. Kennenlern-Spiele, gemeinsames Spaghetti-Kochen oder Rodeln im Schnee eigneten sich gut, um Barrieren und Ängste abzubauen und erste Kontakte zu knüpfen.

Mittlerweile wird mehr Deutsch gesprochen

Ein weiteres erfolgreiches Signal: Die Kommunikation, die anfangs auf Englisch lief, beinhaltet inzwischen immer mehr deutsche Elemente. Ein großes Interesse von Seiten der Flüchtlinge an der deutschen Sprache und Kultur ist auffällig.

Auch wenn die Emile-Schüler gerne Informationen zur Flucht bekämen und den Grund der Flucht erfahren würden, respektieren sie die offiziellen Auflagen und fragen nicht nach der Vergangenheit. So profitieren ganz klar beide Seiten. Den Emile-Schülern gibt es das gute Gefühl, einen Beitrag zur Integration zu leisten. Die Flüchtlinge erhalten neben einer sinnvollen und ablenkenden Freizeitbeschäftigung eine zusätzliche individuelle Betreuung und Kontakt zu Gleichaltrigen.

Weitere Infos: www.emile-montessori.de
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