Bundespräsident Köhler’s Achtsamkeit

von Erich Neumann aus München | am 02.01.2010 | 200 mal gelesen | 3 Kommentare | 0 Bildkommentare | 0 Bilder

Berlin: Schloss Belevue | Anspruch und Wirklichkeit

Die Menschen sollten mehr aufeinander achten, dazu rief Bundespräsident Horst Köhler in seiner Weihnachtsansprache 2009 auf, nachdem es im zu Ende gegangenen Jahr Taten gegeben habe, welche die Menschen an die Grenzen des Verstehbaren geführt hätten, sagte er u. A. mit Blick auf den Amoklauf von Winnenden.
An die Verantwortlichen der Finanzkrise appelliert er ferner nachzudenken, denn Geld dürfe den Menschen nicht beherrschen, sondern müsse ihm dienen.

Sein eigenes Haus jedoch erleben die Opfer von Wirtschaftskriminalität und Justizversagen sich wie einst die Hl. Familie bei der Herbergssuche fühlend: auf jede Form konkreter Unterstützungsanliegen nur abweisend.

Damit jedoch steht der erste Mann im Staat und sein Stab keineswegs alleine sondern in zahlreicher – aber auch guter? – Gesellschaft.

Egal ob in Kirchen, Kultur, Medien, Politik oder Wirtschaft, es gibt keine – nach Auftrag, Selbstverständnis oder Gebührenaufkommen zuständige – Institution/Organisation welche sich nicht die heersten Ziele auf ihre Fahnen geschrieben hat, bei der Konfrontation mit den Opferschicksalen von Wirtschaftskriminalität und Justizversagen sich aber beim Wegsehen und/oder Durchwinken nicht mehr nur – sofern überhaupt reagierend – in Sprechblasen verflüchtigt.

Müssen Geschädigte nach Verlust von Existenz und Reputation wirklich erst Adolf Merckle oder Robert Enke auf die Gleise folgen, ehe man auf sie aufmerksam wird und dann ohnehin auch schnell wieder vergisst.

Muss die Verzweiflung dieser Menschen ohne jede Lobby erst so groß werden, dass es alternative Eskalationen zu einem CIA-Entführungsopfer Khaled el-Masri oder Amokläufen wie in Winnenden kommt?

Wann fühlen sich all die, welche sich zu Wort meldeten, als mit Dominik Brunner die Zivilcourage starb wirklich und zu echter Prävention berufen?

Sonntagsreden sind das eine, konkretes Hinsehen pragmatische Handeln das, was unser Land und seine Gesellschaft wirklich brauchen – ob 2010 das endlich bringt?!

Erich Neumann
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3 Kommentare zum Beitrag
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen am 02.01.2010 um 17:33 Uhr  
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