Tektite, Teil 1: Indochinit

von B Göpfert aus München | am 15.03.2010 | 182 mal gelesen | 0 Kommentare | 2 Bildkommentare | 1 Bild
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Indochinite aus Thailand

Wenn sehr große Meteorite auf der Erde einschlagen, kommt es gelegentlich vor, dass aufgeschmolzenes oder verdampftes Material von der Erde wegfliegt, im Flug kondensiert oder erstarrt und mehrere hundert bis einige tausend Kilometer vom Einschlagsort entfernt landet. Bei Meteoriten, die so massiven sind, spricht man seit einigen Jahrzehnten von Asteroideneinschlägen, wobei die Bezeichnung Asteroid eigentlich falsch, da es sich nicht um Teile von Sternen, sondern um Planetoiden handelt. Mittlerweile werden die beiden Wörter Asteroid und Planetoid jedoch als Synonima akzeptiert.

Auf der Erde kennt man 4 große Streufelder von Tektiten, aber nur von drei den dazugehörenden Meteoritenkrater. Übrigens entstehen nicht bei jedem Meteoriteneinschlag Tektite. So ist zum Beispiel mit dem Barringer Krater in Arizona kein Streufeld assoziiert.

Kleinere Einschläge produzieren gelegentlich ein Material, das den Tektiten ähnlich ist, aber deutlich mehr Wasser, geringe Spuren des Meteoriten und Einschlüsse von Hochdruckmineralen enthält. Das sind Impaktgläser, wie sie etwa im großen Sandsee in Libyen und Ägypten gefunden werden, die aber auch als „Flädle” in nördlinger Ries vorkommen.

Das umfangreichste Streufeld ist das australoasiatische, das fast 10% der Eroberfläche umfasst. Zu diesem Gebiet gehören Teile Australiens, die Philippinen, Indonesien, Indochina und Teile Chinas. Leider ist zu diesem Streufeld bisher kein hinreichend großer Einschlagkrater bekannt. Ein Kandidat könnte eine kraterartige Struktur im Tonkin Becken vor Vietnam sein. Dieses Meeresgebiet lag vor 700.000 Jahren, dem Alter der Indochinite, trocken.

Die Tektite auf dem Foto kommen aus Thailand, aus dem Distrikt Khen-Kon, nordöstlich von Bangkok. Tektite bestehen aus Glas, vermischt mit verschiedenen Metalloxyden. Indochinite, wie auch die anderen Tektite aus dem australoasiatischen Streufeld sind schwarz, ähneln dem irdischen Mineral Obsidian, sind aber praktisch Wasserfrei. Auffällig sind die Regmaglypten auf ihrer Oberfläche und kerbenartige Strukturen. Die meisten Exemplare sind wenige Zentimeter lang, die auf dem Bild gezeigten messen etwa 3 Zentimeter.

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