Anton, Teil 14 (Durst!)

von B Göpfert aus München | am 11.03.2010 | 109 mal gelesen | 0 Kommentare | 0 Bildkommentare | 1 Bild
Ein "Trinkgelage"

Kommen wir noch einmal zurück zu Antons Regentonne. Mich hat es immer fasziniert, wie vorsichtig er getrunken hat. So ganz ohne etwas zu verspritzen. Wenn ich da an Tini, den Familiendackel denke...

Der hat vom Inhalt seines Wassernapfs bestimmt 80% in der Umgebung verspritzt, dafür war er ein Meister im Aussortieren von Essensbestandteilen, die er nicht mochte. Zum Beispiel bekam er öfters Reisfleisch, was eigentlich völlig sinnlos war, das Fleisch alleine hätte schon gereicht. Zumindest schaffte Tini es problemlos, jedes einzelne Reiskorn mit Zunge wegzuschnalzen, und nur das Fleisch zu verputzen. (Ein absolut genialer Dackel)

Bei Anton hatte Essen nur eine untergeordnete Priorität. Er ließ sich zwar seine Breckies zum Frühstück schmecken, mampfte auch bei mir im Wohnzimmer gelegentlich welche, aber wirklich mit Heißhunger darauf gestürzt hat er sich nie. Er war sogar bereit, zu teilen. Ich kam einmal dazu, als er gerade vor seinem Teller saß, gemütlich vor sich hinkaute und, als er mich hörte, unterbrach, zur Seite rutschte, und weiter aß. Ich habe damals vermutet, dass Anton annahm, das sei mein Teller, immerhin war ich ja ein Mitglied des Katzenrudels, und er platz machte, damit ich mitmampfen konnte. Ich hab mich dann dazu gesetzt, gelegentlich ein Stückchen aus dem Teller genommen, und so getan, als würde ich es essen. Anton hat das nicht weiter gekümmert.

Jahre später habe ich das selbe bei Oskar, dem schwarzweißen Kater von Bekannten versucht. Schwerer Fehler! Ab diesem Moment hatte der Kater Panik vor mir. Gut, es gab eigentlich nichts, wovor er keine Panik hatte, aber ab dieser Geschichte flüchtete er sofort, wenn er mich sah. Das mag mit seiner frühen Kindheit zusammenhängen: Eine Bekannte von mir hörte eines Morgens ein klägliches Wimmern aus einem Müllkontainer. Als sie den Deckel öffnete, fand sie in der Tonne eine Papiertüte, die sich ein wenig bewegte. Und darin saß Oskar, höchstens 4 Wochen alt. Irgend ein #@@!!%^&$!! hat anscheinend versucht, ihn auf diese Art zu entsorgen. Das sind die Momente, in denen man an der Menschheit zweifeln kann.

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