Phil Vetter Substanz Show

Wann? 21.12.2014 19:00 Uhr

Wo? Substanz, Ruppertstraße 28, 80337 München DE
München: Substanz | Kommenden Sonntag ist für dieses bewegte Jahr 2014 die letzte
Phil Vetter Substanz Show. Just am Tage, da die Sonne sich wendet.

Neben einigen neuen Songs von PHIL VETTER, die er zwischendurch spielen wird,
dürft Ihr Euch diesmal auf eine ganz besondere Lesung vierer Schauspieler freuen.

Daniil Charms; „Gurken. Splitterfasernackt.“
Daniil Iwanowitsch Juwatschow (*1905 Petersburg + 1942 im Gefängnis der belagerten StadtLeningrad verhungert) schrieb unter dem Einfluß von Dadaismus und Surrealismus aus den sowjetischen Lebensverhältnissen heraus seine Texte. Dies brachte ihm außer einer katastrophalen
wirtschaftlichen Lage die Verfolgung als Feind des Sozialismus ein, inklusive Verbannung, Psychatrie und Gefängnis.

Übriggeblieben ist ein Haufen skuriller Sachen, die trotz ihres komischen Charakters eine Auseinandersetzung mit dem fatalen Leben in einem totalitären System spiegeln.
Wir nennen uns Katyuscha in Bezug auf Charms Qualitätssiegel für Gedichte und den russischen Raketenwerfer des II.Weltkriegs, die Stalinorgel. Und in Anlehnung an das russische LiebesliedKatyusha, das es bis zu Nat Cing Cole nach Amerika geschafft hat.
Markus Böker, Mira Mazumdar, Stefan Krischke, Alexander Wagner.
Der folgende Absatz gilt immer noch, allerdings ist das Ensemble zwischenzeitlich auf vier Schauspieler aufgestockt.

Die Textauswahl des Projekts folgt einer bestimmten Dramaturgie deren Konzeption auf einer Besetzung als Trio (2m, 1f) beruht. Daraus ergibt sich eine Dreiecksstruktur die eine Dynamik (Konkurrenz, Parteiungen, Isolationen) mit Spielmöglichkeiten ergibt. Die Spielsituation dieser szenischen Lesung soll eine Entsprechung der Lebensumstände von Charms sein, d.h. in der Realität eines totalitären Systems ist nichts unmöglich. Es gibt nichts was dem Individuum nicht widerfahren kann. Im Extremfall ist das die Erfahrung, daß die eigene Existenz verschwindet. Das erleben des Unmöglichen in der Alltäglichkeit bewirkt eine emotionale Distanz zum Geschehen, ein lakonischer Ernst in der Beschreibung der Dinge. Selbst der größte Unsinn kann wahr sein. Durch die Dreiecksstruktur, die Möglichkeiten der Textgestaltungen und die szenische Atmosphäre können wir, selbst wenn die meisten Texte „nur“ gelesen werden, einen sehr plastischen und mehrdimensionalen Theaterabend auf die Bühne stellen.

Der Abend ist eine gute Stunde lang (ohne Pause) und sollte sich in ein open end mit den Zuschauern entwickeln.

Gedichte schreiben muß man so,
daß, wenn man das Gedicht
gegen das Fenster wirft,
das Glas zu Bruch geht.
1929 Daniil Charms.


Wir freuen uns auf Euer kommen.
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