Neue Achterbahn auf der Wies`n oder Erdbeben in Fernost ? Hier wird es ausprobiert - Schüler der Emile Fachoberschule berichten -

Technik Eldorado und Praktikumsplatz der Emile FOS in Neubiberg: Testhalle der Universität der Bundeswehr München
 
Eine von weltweit nur dreimal vorhandenen Anlagen, um Erdbeben zu simulieren und Praktikant der Emile FOS

Ob es eine neue Achterbahn auf der Wies`n oder erdbebensichere Gebäude in Fernost sind – Spezialisten der Bundeswehr Universität München testen, ob es hält:
Praktikanten der Emile Fachoberschule München berichten von ihrem ganz speziellem Praktikumsplatz: Einem technischen Eldorado in Neubiberg -

Speziell gekrümmte Scheiben für ein Kreuzfahrtschiff, der Flusslauf der befreiten Isar oder eine neue Achterbahn auf der Wies`n: Wenn es gilt, die Sicherheit zu bewerten, sind die Techniker im Labor der Universität der Bundeswehr München gefragte Ansprechpartner. Im Labor simulieren sie Erdbeben, Explosionen, Klimaschwankungen und vieles mehr, um neue Werkstoffe und Verfahren auf ihre Tauglichkeit zu testen.

Erdbebensichere Wolkenkratzer für Fernost

So steht das nächste große Gebäude in Asien möglicherweise auf Erdbebenlagern, die in Neubiberg in Zusammenarbeit mit einer Münchner Firma entwickelt und getestet werden. Die Praktikanten Sebastian und Michael von der Emile Fachoberschule haben kaum Zeit für ein Gespräch, denn es geht immerhin darum, den Versuchsaufbau für die Erdbebensimulation fertig zu stellen. Weltweit gibt es nur drei entsprechende Anlagen, eine steht hier: mittels Druck von bis zu 1000 Tonnen wird geprüft, ob die neuartigen Lager, die im Säulenfundament von Gebäuden in Gefahrenregionen eingesetzt werden, standhalten und im Ernstfall die bei einem Erdbeben auftretenden Schwingungen ausreichend dämpfen.

Mit Beton das Klima schützen?

Dass in der richtigen Mischung von Beton ein enormes Potenzial zur Stärkung des Klimaschutzes steckt, war auch für Praktikantin Lilly eine neue Erkenntnis. Weltweit gilt der im Beton vorhandene Zement mit Produktionsmengen im Gigatonnen-Bereich als eine wesentliche Quelle für das beim Brennprozess freigesetzte klimaschädliche Kohlendioxid. Die Spezialisten im Institut für Werkstoffe prüfen klimafreundlichere Alternativen wie Glasschleifstaub oder calcinierten Ton auf Herz und Nieren, um dem Planeten so manche Tonne CO₂ zu ersparen.


Technik-Eldorado in Neubiberg

Wer mit Universitätsprofessor Geralt Siebert von der Fakultät Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften durch die Hallen des Testlabors wandert, wird den Eindruck nicht los, dass es sich hier um ein technisches „El Dorado“ für Wissenschaftler handelt: Statt Gold sind Erdbeben, Pendelschlag, Beschuss und Wetter im Angebot der Spezialisten. Nahezu alles kann simuliert werden, um im Rahmen von Forschung und Ausbildung wissenschaftlichen Fragestellungen auf den Grund zu gehen. Themen wie Trinkwasserversorgung in Bayern, nachhaltige Landnutzung, Elektromobilität und erneuerbare Energien treiben die Fachleute dort um.
Am Abschnitt eines Kanals mit einem stattlichen Durchmesser von 3m arbeiten Studentinnen und Studenten etwa gerade daran, wie die vorhandene Temperatur von Abwässern künftig besser genutzt werden kann. Angrenzend, liegt ein rund 25m langer Abschnitt eines Flussbettes. Was zuletzt mit der Renaturierung der Isar durch Bagger und Kräne erfolgreich umgesetzt wurde, wurde zuvor jahrelang hier geplant und ausprobiert. Die Techniker verfolgen auch jetzt noch mit viel Herzblut den Werdegang „ihres“ Projektes und diskutieren auch die aktuellen Überlegungen zur Errichtung eines Flussbades in der Isar schon unter wasserwirtschaftlichen Aspekten.

Blick über den Tellerrand öffnen

Mit in die Projekte eingebunden sind aktuell drei Praktikanten, die Schüler der neuen Fachoberschule in Neubiberg, der Emile FOS München sind. Im Rahmen der fachpraktischen Ausbildung werden sie von der Bundeswehr Universität in Kooperation mit der Schule betreut. Die neue Fachoberschule erweitert die bisherige Montessorischule und bereitet mittlerweile auch auf das Fachabitur vor.

Um im Bundeswehrjargon zu bleiben: Eine Pionierleistung, denn einen naturwissenschaftlichen Bildungsweg von der Einschulung bis zum Abitur gibt es damit in Bayern erstmals!

„Die Fachrichtung ABU – angewandte Naturwissenschaften/Agrar- Bio- und Umwelttechnik passt gut zu den Fragestellungen, denen auch wir versuchen, auf den Grund zu gehen und weitergehende Studiengänge anbieten“, führt Professor Siebert seitens der Universität aus. „Den Blick der jungen Menschen über den Tellerrand zu öffnen - das eigene Fachgebiet nicht isoliert sehen“, darin sieht der Wissenschaftler eine wichtige Aufgabe.

Das Praktikum im Rahmen der FOS Ausbildung umfasst rund 20 Wochen. Als weitere Fachrichtung gibt es den Bereich Sozialwesen und natürlich auch viele andere Praktikumsstellen, vom Kreißsaal bis zum Grandhotel - langweilig wird es da sicherlich auch nicht!

Spätzünder aufgepasst! Anmeldungen zur Emile FOS München sind derzeit noch für September 2016 möglich. Infos unter: Tel.: 613 72 112 oder www.emile-montessori.de
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