Im Garten der Sprache - Gedicht

München: Marienplatz | .

Im Garten der Sprache

© Brigitte Obermaier, München, 20141208

Wenn es ist an der Zeit.
Mein Weg am Grabe zu Ende ist.
Ohne dass es mich wird stören.
Bin ich gerne bereit zu hören.

Darum lenke deine Schritte an mein Grab.
Bring die Lyrik mit, die ich so gerne mag.
Spiele sanfte Musik auf Spielmannsweise.
Höre ich gerne ungestört und leise.

Rezitiere aus meinen Gedichten vieler Art.
So manch mit scharf Zunge oder sanft apart.
Wie einst die unsterblichen von Hafi.
Gedichte aus Persien und von Safi.

Wie einst Goethe am Diwan saß.
Gedichte schrieb und dann vorlas.
Ja Goethe hatte den Diwan gelesen.
Es waren wunderbare Zeilen gewesen.

Die Dari-Form inspirierte Goethe sehr.
Keine weiße Seite blieb bei ihm leer.
Aus dem schaffen des Wertmeisters Schira.
Gründete Goethe den "West-östlichen Divan"

Im Garten mit dem Säulengang.
Rezitierten die Besucher sehr lang.
Nahmen die erste Zeile als innerste Fragen.
Um auf die orakelhafte Antwort zu warten.

Ich sitze gerne auf dem Diwan.
Schreib meine Poesie nicht wie Schira.
Wie die eigene Melodie der Farsi-Verse zeigt
Es wirkt wie eine Botschaft aus ferner Zeit.

Ich habe meine eigene Dichter-Gang.
Mal kurz oder manchmal auch lang.
Im Garten der Sprache will ich gerne verweilen.
Darum schreibe ich so manch poetische Zeilen.
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