Cole Porter zum 50. Todestag. Eine Hommage

Wann? 17.09.2014 19:30 Uhr

Wo? SWW Casino, Roßtalerweg 2, 81549 München DE
München: SWW Casino | Mitwirkende: Franziska Rabl, Mezzosopran; Liviu Petcu, Klavier; Stefan Telser, Kontrabass; Raimund Müller, Schlagzeug; Claus Obalski, Sprecher und Buch

Cole Porter, 1891 – 1964

Dem amerikanischen Komponisten und Liedtexter, der seinen Vornamen nach dem Familiennamen seiner Mutter erhielt, haftete schon als Jura-Student in Yale der Ruf eines Playboys an. Mit dem Umzug nach Paris, wo der gut aussehende Millionärssohn das renommierte Musikkonservatorium des Vincent d’Indy besuchte, begann schon die Zeit der Legenden: Dass er in der französischen Fremdenlegion gedient haben soll, ist mittlerweile ebenso als Schwindel enttarnt worden wie die romantisch klingen sollenden Entstehungsgeschichten seiner Kompositionen. Allein für seinen Hit Night and Day hatte der fantasievolle Künstler drei verschiedene Versionen auf Lager. Mit seiner tatkräftigen Unterstützung geriet das unter dem gleichen Titel gedrehte Biopic zur geradezu absurden Märtyrer-Legende.

Anything Goes


Die wirklichen Fakten treten erst nach und nach ans Tageslicht, dank den Yale-Forschern, die den umfangreichen Nachlass ihres berühmten Kommilitonen sichten. Neueste Funde, wie Porters Liebesbriefe an den Tänzer Nelson Barclift, enthüllen unbekannte Facetten des exzentrischen Musikers. Galt er für die Öffentlichkeit als formvollendeter geistreicher Unterhalter, lernten ihn nähere Bekannte oft auch als pedantischen Snob kennen.

Love for Sale


Er hatte die steinreiche Südstaaten-Schönheit Linda Thomas geehelicht, doch Sex hatte er nur mit Männern, die er fast immer dafür entlohnte. Love For Sale hieß der skandalöse Song aus der Broadway-Show The New Yorkers, der in US-Rundfunkanstalten sofort auf dem Index landete. Cole wusste wovon er schrieb. Einige halten es für sein größtes Verdienst, „endlich den Sex in das Great American Songbook ge­bracht zu haben“. Andere finden, dass sich Lieder wie So in Love und Ev’ry Time We Say Goodbye in ihrer schlichten Schönheit ohne Weiteres mit den Werken Schuberts oder Schumanns messen können.

Empfanden Kritiker Porters späten Triumph, das Musical Kiss Me Kate, als Rückfall in das altmodische Episoden-Musical, erkannten nachfolgende Generationen die außerge­wöhnliche Qualität seiner Texte und Melodien. Immer wieder entstehen neue Interpretationen; ein ganzes Heer von Jazz- und Popstars drängte sich 2005, um am Score für die Cole-Porter-Story mitzuwirken.
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