Cello, Kontrabass und Robab

Wann? 03.12.2014 19:30 Uhr

Wo? SWW Werkstatt Kultur, Roßtalerweg 2, 81549 München DE
  München: SWW Werkstatt Kultur |

Benefizkonzert für die SWW


Zum Abschluss unseres Veranstaltungsjahres konnten wir drei renommierte Künstler für ein Benefizkonzert mit ungewöhnlicher Bandbreite gewinnen, begünstigt durch deren Leben und Wirken in Wien und Afghanistan.

Das Programm beginnt mit dem vor allem in Hamburg tätigen Georg Philipp Telemann, der mit einer Aria vertreten ist. Ihm folgt Franz Benda, der musikalische Ratgeber Friedrichs des Großen in Potsdam, mit einer Sonate in F-Dur. Wolfgang Amadeus Mozart darf bei unseren Musikern mit österreichischem Background nicht fehlen und steuert auch eine Sonate (KV 292) bei. Jacques Offenbach tritt nicht als Pionier der Operette (allerdings nicht nach Wiener Muster), sondern als Cellist in Erscheinung, mit einem Duett (Nr. 2 op. 51) für dieses Instrument. Den Abschluss des ersten Teils bildet eine Komposition von Sobeir Bachtiar für Cello und Kontrabass. Er lenkt nach der Pause die Aufmerksamkeit auf eine völlig andere Musiktradition und spielt afghanische Volksmusik auf der Robab.

Robab, die Laute aus Afghanistan


Diese Schalenhalslaute besitzt einen zweigeteilten, mit Ziegenfell bespannten Resonanzkörper aus dem Holz des Maulbeerbaums. Die aufgemalten Muster und Elfenbeineinlagen auf dem markant taillierten Korpus folgen regionalen Traditionen. Die Robab entwickelte sich seit dem 18. Jahrhundert zum afghanischen Nationalinstrument, wobei die Paschtunen wieder eine andere Bauweise des Instruments bevorzugten als die Tadschiken im Norden des Landes.

Aus der Vermischung mit indischen Elementen entstanden die beiden Gattungen afghanischer Instrumentalmusik. Das „erweiterte Instrumentalstück“ naghma-ye kashal eröffnet in der Regel ein Konzert; mit den endlos erscheinenden rhythmischen Möglichkeiten dient es dem Aufwärmen der eingesetzten Instrumente, der Musiker und des Publikums. Die andere Gattung, „das klassische Instrumentalstück“ naghma-ye klasik, bietet dann genügend Spielraum für melodische Improvisation.


Mitwirkende


Die Wienerin Alexandra Bachtiar absolvierte die dortige Musikhochschule mit Auszeichnung. In Kabul am Aufbau der österreichischen Musikschule beteiligt, unterrichtete dort zu einer Zeit, als Afghanistan noch ein Königreich war. Gehörte zu jenen Instrumentalistinnen, die Ende der 60er-Jahre in eine Männerdomäne einbrachen, war 23 Jahre lang Solo-Cellistin im ORF-Radio-Symphonieorchester.

Hannelore Lichtmannegger aus Oberbayern studierte am Salzburger Mozarteum und an der Wiener Musikhochschule. Kontrabassistin im ORF-Symphonieorchester. Unterrichtet heute neben Kontrabass und Klavier organisches Lernen nach der Feldenkrais-Methode.

Sobeir Bachtiar besuchte in Kabul die Nedjat- und parallel ab der sechsten Klasse auch die österreichische Musikschule. Kam 1963 mit einem Stipendium nach Wien. Studien an der Musikakademie: Klavier, Gesang, Kom -
position und Trompete. Übersetzte und schrieb Bücher über Yoga, Buddhismus und Sufismus. Als Kosmopolit ist er für die Abschaffung aller Grenzen und Waffen und ein harmonisches Zusammen-Leben. Sein Motto: Erkenne dich selbst und finde Gott in allen Wesen.

Eintritt: 15 Euro
Platzreservierung online unter www.sww-muenchen.de
und telefonisch unter 089/69346-212 (AB)
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