Blue October Konzert: Phänomenal rustikal im Backstage Werk

Justin Furstenfeld von Blue October singt "Sway" im Backstage Werk in München (1/5).
 
Justin Furstenfeld von Blue October singt "Sway" im Backstage Werk in München (2/5).
Blue October lockte am Dienstag rund 600 – 700 Fans von melancholischer, trauriger Rockmusik ab 20 Uhr ins Backstage Werk in München. Dabei hatte die Band aus Texas auch einige weitaus fröhlichere Songs aus dem neuen Album Sway im Gepäck. Den Support übernahm Blues-Songwriter Finn Nelé aus Murnau, der nach 30 Minuten mit seiner brüchigen Stimme, Gitarre und Mundharmonika unvermittelt das Schlusssignal bekam.

Um Punkt 21 Uhr waren dann die fünf Musiker aus Texas an der Reihe. Schnörkellos gab es erstmal vier Lieder am Stück (Sway – She's my ride home – Say – The Chills), ehe Frontmann Justin Furstenfeld mit „Thank you“ gefolgt von zwei Sätzen kurze Worte ans Publikum richtete. Wozu viele Ansagen machen, wenn die Musik für sich spricht und die Songtexte Botschaften transportieren? Die Fans waren auch ganz ohne Gerede voll dabei, durften schon beim zweiten Song „hahahaha“ singen. Blue October zeigten sich als Vollprofis mit Ausstrahlung. Vom Violinisten Ryan Delahoussaye, der je nach Lied seine Geige gegen ein E-Piano eintauschte, über Schlagzeuger Jeremy Furstenfeld, Bassist Matt Novesky und dem zurückgekehrten Gitarristen C.B. Hudson bis hin zu Gitarrist und Sänger Justin Furstenfeld. Der Mann mit der einprägsamen Stimme trug das Konzert, warf bei der gelungenen Mischung aus alten, traurigen Songs und den neuen, lebensbejahenderen Melodien eine ganze Palette Emotionen in die Waagschale und war voll in seinem Element.

Grandiose Stimme mit Hall-Effekt sorgt für wohlige Schauer
Wären Blue October live eine Einrichtung, dann eine rustikale. Authentisch, fokussiert auf die Musik, weit weg von Schickimicki und dabei eine wohlige Atmosphäre erzeugend, in der man schnell gefangen ist und nicht mehr raus will. „Congratulations“ kann der Berichterstatter da glatt den siebten Titel der Tracklist im Backstage zitieren, ehe die Band „Calling you“, „Should be loved“ und „Into the Ocean“ die nächsten Höhepunkte einer mit Zugabe 18 Songs umfassenden Auswahl an Perlen aus dem üppigen Fundus präsentierte. Es folgten unter anderem mit „Fear“ und „Bleed out“ Songs aus dem neuen Album. Bei Letzterem setzte der Sänger mit der unverwechselbaren, faszinierenden Stimme besonders offen und bewusst den Hall-Effekt ein, als er die abschließenden Zeilen ohne Instrumente in den Raum trieb. Kompliment an den Tonmann für diese Unterstützung, die die Atmosphäre perfekt verstärkte.

Kurze Pausen gab es nur, wenn Justin Furstenfeld die Gitarre ab- oder wieder anlegte. Beim letzten Stück vor der Zugabe nahm ihm der Roadie das Instrument sogar mitten im Song ab, natürlich ohne Pause. Den Schlussrefrain von „Hate me“ sang das Publikum am Ende wie ein eingespielter Chor lautstark alleine. Der Abgang um 22:18 Uhr erfolgte unter gebührend frenetischem Jubel. Um 22:19 Uhr stand die Band wieder auf der Bühne und spielte „The Feel Again (Stay)“ an. Eine Minute später kehrte auch der Frontmann zurück und gab nochmal alles bei diesem mitreißenden Song und seinen Nachfolgern „Not broken anymore“ und „Things we do at night“. So positiv schnörkellos wie das Konzert begann, endete es um 22:37 Uhr auch rundum gelungen und hinterließ überaus zufriedene Backstage-Besucher.

Tipp: Wer die Blue October noch nicht kennt, Musik kurz probehören und wenn's auch nur ansatzweise gefällt, unbedingt auf's nächste Konzert gehen!
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