Explosion AKW Frankreich: Auswirkungen auf Atompolitik in Deutschland?

Industrieunfall in AKW in Frankreich!(Foto: Gerd Altmann / pixelio.de) (Foto: Gerd Altmann / pixelio.de)

In Marcoule, in Südfrankreich, hat sich auf einem AKW-Gelände eine Explosion ereignet. Dabei kam eine Person zu Tode, vier weitere wurden verletzt, eine davon schwer.

Marcoule liegt rund 30 Kilometer nördlich von Avignon und besteht aus mehreren kleineren stillgelegten Reaktoren. Das AKW-Gelände wird dazu genutzt, um abgebrannte Uran-Brennstäbe aufzuarbeiten. Aus diesen Brennstäben, wird das hoch gefährliche Uran-Plutonium-Gemisch MOX produziert. Es wurde eine Sicherheitszone eingerichtet, berichtet die Tagesschau. Die Behörden befürchten, dass Radioaktivität entweichen könnte. Bis jetzt sei dies aber noch nicht eingetroffen, da sich die Explosion in einem Verbrennungsofen für schwach radioaktive Abfälle ereignete.

AKWs in Frankreich trotz Industrieunfall angeblich sicher
Wie es zu diesem Vorfall kommen konnte, ist noch ungeklärt. Es wird außerdem von einem „Industrieunfall“ und nicht von einem „Atomunfall“ gesprochen. Die 58 Reaktoren machen Frankreich zum größten Atomproduzenten Europas. Über die Abschaffung der Atomkraftwerke denkt Frankreich nicht nach, da es seine AKWs als sehr sicher einstuft. Diese Einschätzung gewinnt nach diesem Vorfall nicht gerade an Glaubwürdigkeit. Dass es zu diesem Atomunfall „nicht einmal“ eine Naturkatastrophe gebraucht hat, sorgt für große Besorgnis. Vor allem, wenn man sich die Vorkommnisse in Fukushima und Nebraska erneut vor Augen führt, wird sich bei den meisten Unbehagen einstellen. Bleibt nur zu hoffen, dass Frankreich seine Einstellung zur Abschaffung der AKWs noch einmal überdenkt, oder dass dies ein Einzelfall bleibt und die Atomkraftwerke wirklich über so hohe Sicherheitsstufen verfügen, wie behauptet wird.

Betrachten wir diese jüngsten Vorkommnisse, können wir froh sein, dass sich Deutschland nicht derartig gegen das Abschalten der AKWs wehrt. Dieser Vorfall sollte die Regierung dennoch dazu bewegen, den Termin zur endgültigen Abschaffung der Kernenergie sobald wie möglich anzusetzen. Industrieunfälle und vor allem Naturkatastrophen können schließlich jederzeit passieren! Da hilft es uns im Ernstfall dann auch nicht mehr, wenn wir doch bald ausgestiegen wären. Bewirkt die AKW-Explosion in Frankreich, dass Politiker in Deutschland über einen noch früheren Ausstieg nachdenken? Oder hat die Explosion des Kernkraftwerks in Marcoule überhaupt Auswirkungen auf die Atompolitik in der Bundesrepublik Deutschland?

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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen am 12.09.2011 um 17:24 Uhr  
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