Buchtipp: "Die Spionin im Kurbad" von Andrea Schacht

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erlaubter Cover-Download des Verlages (Foto: Verlag Blanvalet)
Bad Ems an der Lahn anno 1872. Die schwarz-weiße Katze Sina muss ihre vier hungrigen Kinder versorgen. Für eine frei lebende Streunerkatze ist das nicht einfach, zumal die Mäuse irgendwie knapp geworden sind. Sie schleicht ins Menschenrevier, um dort nach Futter Ausschau zu halten, immer auf der Hut vor Fußtritten in die Rippen. Im Garten einer Pension wird sie fündig und mopst einer jungen, scheinbar schlafenden Frau ein Stück Braten vom Brot. Aus diesem Mundraub entwickelt sich eine tiefe Freundschaft. Sina und ihre vier Katzenkinder ziehen um aus dem Wald in einen alten Schuppen. Sie werden fortan von der Dame bestens versorgt, obwohl, wie die kleine schlaue Vierbeinerin bald merkt, es Altea von Lilienstern und ihrer Mutter an dem mangelt, was die Menschen zum "Tauschen" gegen andere wichtige Dinge brauchen.
Eines Tages wird ein Kurgast tot in einer Wanne der Baderäume aufgefunden. Ein Unfall? Dann stirbt ein Katzenkind, später ein weiterer Mensch. Jedesmal kann Sina einen merkwürdigen, bittersüßen Mandelgeruch am Ort des Geschehens ausmachen. Also doch Mord und schon ist die clevere Samtpfote, die ein Spötter beleidigend als "Kuhkatze" bezeichnete, mitten drin in einem Kriminalfall.
Der Roman ist von der Autorin Andrea Schacht aus der Sicht der Katze geschrieben, wie zuvor schon "Die Lauscherin im Beichtstuhl". Die magere, struppige Sina beobachtet genau die "Aufrechten ohne Fell", macht sich ihre Gedanken über diese Wesen, die für die Verdauung ihres Futters keine "sichtbaren Scharrstellen" haben und sehr oft an viel dummes Zeug glauben. Oh ja, wie recht das Tierchen doch hat.
Zusammen mit dem wohlbehüteten, gut genährten Stubentiger Bouchon, den sein kurender Mensch ins normalerweise recht beschauliche Bad Ems mitgenommen hat, geht die Kuhkatze auf Spurensuche. Zuvor muss Sina allerdings dem verwöhnten "Stopfen" einige wichtige Dinge beibringen wie auf Bäume klettern und Mäuse jagen. Die beiden lösen natürlich den Fall unter Mithilfe von Sinas treuesten Streunerfreunden. Wie sie das tun und ihre Erkenntnisse den Menschen übermitteln wird von Frau Schacht, die, wie kann es anders sein, eigene Katzen besitzt ist, einfühlsam und mit viel Humor beschrieben. Alles wird schließlich aufgeklärt, die Liebesgeschichte zwischen Altea und ihrem heimlich geliebten Offizier hat ein Happy End und auch für Sina ergeben sich neue Perspektiven mit ihrem Freund Bouchon.
Fazit: Amüsante Unterhaltungslektüre für Katzenfreunde mit Phantasie.
Bibliographische Angaben: Andrea Schacht: Die Spionin im Kurbad. Blanvalet Verlag 2013. Euro 8.99
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16 Kommentare
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Wilhelm Kohlmeyer aus Hannover-Groß-Buchholz | 05.03.2014 | 17:15  
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R. S. aus Lehrte | 05.03.2014 | 18:14  
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Sabine Presnitz aus Schwabmünchen | 06.03.2014 | 19:13  
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Ingrid Wittich aus Mücke | 06.03.2014 | 19:42  
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Ingrid Wittich aus Mücke | 10.03.2014 | 11:25  
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Wilhelm Kohlmeyer aus Hannover-Groß-Buchholz | 10.03.2014 | 11:41  
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Alexander Steichele aus Augsburg | 10.03.2014 | 11:41  
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Sabine Presnitz aus Schwabmünchen | 10.03.2014 | 19:49  
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Ingrid Wittich aus Mücke | 10.03.2014 | 19:58  
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Sabine Presnitz aus Schwabmünchen | 10.03.2014 | 20:04  
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Alexander Steichele aus Augsburg | 13.03.2014 | 09:21  
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Alexander Steichele aus Augsburg | 13.03.2014 | 11:31  
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