Was sich 2014 ändert?

Was sich wirklich geändert haben wird, werden wir erst Ende des Jahres 2014 wissen

Was 2014 teurer wird, eine Zusammenstellung des ZDF

- Rentenerhöhung
Die 20 Millionen Bezieher von gesetzlichen Renten können zum 1. Juli mit einer Erhöhung um voraussichtlich gut zwei Prozent rechnen. Im Osten dürfte der Aufschlag etwas höher ausfallen als im Westen. Der Durchschnittsrentner kann Schätzungen zufolge im Westen mit einem Plus von etwa 24 Euro rechnen, im Osten gibt es rund 30 Euro mehr.
Der exakte prozentuale Anpassungssatz wird im März bekanntgegeben, wenn die Daten der Lohnentwicklung vorliegen. Die Renten folgen der Lohnentwicklung im Vorjahr.

- Rentenbeitrag
Durch Rentenkürzungen wurden die Rücklagen der Rentenkasse erhöht. Laut Gesetz müsste nun der Beitrag von 18,9 auf 18,3 Prozent sinken. Die Bundesregierung will die Senkung ausfallen lassen und den Satz per Gesetz bei 18,9 Prozent festschreiben. Das soll der Rentenkasse sechs Milliarden Euro mehr einbringen, die in neue Leistungen wie die verbesserte Mütterrente und die Rente mit 63 fließen sollen. Hierzu müssen die entsprechenden Gesetze aber noch auf den Weg gebracht werden.

- Mütterrente. Anerkennung für Erziehungszeiten auch für Väter!
Die monatliche Mütterrente soll nach den Plänen der Bundesregierung für jedes vor 1992 geborene Kind von 28,14 Euro auf 56,28 Euro verdoppelt werden. Damit soll eine bestehende Ungleichheit wenigstens gemildert werden: Für jedes nach 1992 geborene Kind werden seit langem drei Jahre Kindererziehungszeiten gut geschrieben, was derzeit 84,42 Euro Rente entspricht. Laut CSU soll das ab 1. Juli gelten.

- Rente mit 63
Langjährig Versicherte sollen künftig früher in Rente gehen können. Laut Koalitionsvertrag sollen Arbeitnehmer, die 45 Jahre lang gearbeitet und Beiträge gezahlt haben, mit 63 Jahren abschlagsfrei in Ruhestand gehen können. Derzeit sind für jedes Jahr des vorzeitigen Rentenbeginns 3,6 Prozent Abschlag bei der Rente fällig. Die SPD drängt, die Reform rasch umzusetzen. Bis wann dies erfolgt, ist aber noch offen.

- Rente mit 67
Auf dem Weg zur schrittweisen Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre wird die dritte Stufe erreicht: Wer im kommenden Jahr 65 wird – dies sind die Angehörigen des Geburtsjahrgangs 1949 – und abschlagfrei in Rente gehen will, muss drei Monate über den 65. Geburtstag hinaus arbeiten.

- Hartz IV
Für die sechs Millionen Bezieher von Hartz-IV-Leistungen gibt es mehr Geld. Der Regelsatz für Alleinstehende steigt von 382 auf 391 Euro. Das ist ein Plus von 2,35 Prozent. Hinzu kommen die Wohnkosten. In einer Bedarfsgemeinschaft erhalten die Erwachsenen jeweils 353 Euro – acht Euro mehr als bisher. Für Kinder gibt es einen vom Alter abhängigen Zuschlag zwischen fünf und sieben Euro.

- Kurzarbeit
Vorbeugend wurde die verlängerte Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld von zwölf Monaten für 2014 erneuert. Das soll im Fall eines Abschwungs Arbeitslosigkeit vermeiden helfen. Sonst wäre die Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld mit dem Jahreswechsel auf die gesetzlich vorgesehene Dauer von sechs Monaten zurückgefallen. Das erweiterte Kurzarbeitergeld hatte in der Krise 2008/2009 Massenarbeitslosigkeit verhindert.

- Pflege
Die meisten Einrichtungen schneiden bislang beim Pflege-TÜV mit "sehr gut" ab. Das ist wenig hilfreich für Bürger, die einen Platz suchen. Ein neues Benotungssystem legt vom 1. Januar an die Messlatte für die Beurteilung höher. Die Regelung gilt für Pflegeeinrichtungen zur stationären Pflege. Ambulante Pflegedienste werden weiter nach den alten Kriterien benotet.

- Beitragsbemessungsgrenzen
Für gut verdienende Arbeitnehmer steigen die Sozialabgaben. Grund ist die Anpassung der Beitragsbemessungsgrenzen. Diese legt fest, bis zu welchem Einkommen Beschäftigte und Arbeitgeber Sozialbeiträge entrichten müssen. Was darüber liegt, ist beitragsfrei. Die Beitragsgrenze in der Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt um 150 auf 5950 Euro Bruttomonatseinkommen (Westdeutschland). Die in der Kranken- und Pflegeversicherung geltende Grenze erhöht sich um 112,50 Euro auf 4050 Euro.

- Beitragssätze
Die Beitragssätze in den Sozialversicherungen bleiben dank der guten Konjunktur unverändert. In den Jahren zuvor hat es fast immer Erhöhungen gegeben. Der Beitragssatz zur Krankenversicherung liegt weiterhin bei 15,5 Prozent, die Arbeitnehmer tragen dabei 8,2 Prozentpunkte und die Arbeitgeber 7,3 Punkte. In der Arbeitslosenversicherung bleibt es bei 3,0 Prozent, in der Pflegeversicherung bei 2,05 Prozent (plus einem Zuschlag von 0,25 Prozent für Kinderlose).

- Grundfreibetrag bei der Steuer
Arbeitnehmer werden geringfügig entlastet. Der steuerliche Grundfreibetrag steigt für Ledige von 8130 auf 8354 Euro, bei Zusammenveranlagung auf 16 708 Euro. Spätestens 2014 ist auch eine Erhöhung des Kinderfreibetrags nötig: Nach dem Existenzminimumbericht müsste er 2014 von jährlich 4368 auf 4440 Euro steigen. Davon profitieren vor allem höhere Einkommen. Das muss der Gesetzgeber aber noch regeln. Normalerweise steigt dann auch das Kindergeld.

- Briefporto
Der Preis für einen Standard-Brief (bis 20 Gramm) erhöht sich zum Jahreswechsel von 58 Cent auf 60 Cent. Die Netzagentur hatte einen entsprechenden Antrag genehmigt. Die Post betonte, alle Marken behielten weiterhin Gültigkeit, müssten aber ab dem 1. Januar gegebenenfalls mit einer Zusatzmarke von zwei Cent ergänzt werden. Diese Ergänzungsmarken würden so lange produziert wie Bedarf vorhanden sei. Sollte in den ersten Wochen Briefe aus Gewohnheit falsch frankiert worden sein, würden die Zusteller ein Auge zudrücken, hieß es. Das Porto für Postkarten bleibt unverändert bei 45 Cent. Dagegen werden auch Einschreiben und Pakete etwas teurer. Normale Einschreiben kosten nun 2,15 Euro, zehn Cent mehr als bisher. Das Porto für Pakete steigt um neun Cent.

- Reisekostenrecht
Das steuerliche Reisekostenrecht wird vereinfacht. Bei berufsbedingter Auswärtstätigkeit mit einer Abwesenheit von mehr als acht Stunden kann eine Verpflegungspauschale von 12 Euro als Werbungskosten abgezogen oder steuerfrei durch den Arbeitgeber erstattet werden. Bei mehrtägigen Auswärtstätigkeiten kann für den An- und Abreisetag ohne Prüfung eine Verpflegungspauschale von 12 Euro gewährt werden.

- Strompreis
Erneut erhöhen viele Versorger den Strompreis, auch wenn der Anstieg längst nicht so hoch ausfällt wie vor einem Jahr. Laut dem Internet-Portal Verivox heben 351 Versorger die Preise an. Im Schnitt beträgt der Anstieg 3,5 Prozent, rund 9,3 Millionen Haushalte sind davon betroffen. Die Grundversorgungstarife der vier Großen – Eon, RWE, EnBW und Vattenfall – bleiben zunächst konstant. Doch lange wird das nicht so bleiben, eine Preisgarantie für längere Zeit wollten die Versorger nicht geben. Kein Wunder: Die Ökostrom-Umlage (EEG-Umlage) steigt wie jedes Jahr weiter – und zwar von knapp 5,3 Cent pro Kilowattstunde auf nun 6,2 Cent. Viele Versorger versuchen, diese Erhöhung an den Stromkunden weiterzugeben.

- Gaspreis
Uneinheitlich ist das Bild beim Gas, dessen Preis nicht so stark durch staatliche Abgaben bestimmt wird wie der des Stroms. Rund 30 der rund 700 Grundversorger erhöhen zum Jahresbeginn den Gaspreis um durchschnittlich vier Prozent, wie das Internetportal Toptarif ermittelt hat. 32 Versorger senken den Preis, und zwar im Schnitt um 4,3 Prozent.

- Sepa
Im Februar startet das europäische Zahlungssystem Sepa ("Single Euro Payments Area"). Für Transaktionen in Euro müssen Bankkunden sich an Kontonummern mit 22 Stellen gewöhnen. Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen werden nach dem gleichen System abgewickelt – egal, ob sie ins Inland oder über Grenzen gehen. Vom 1. Februar 2014 an müssen Unternehmen, Vereine und die öffentliche Verwaltung das Sepa-System anwenden. Verbraucher können noch bis zum 1. Februar 2016 ihre herkömmliche Kontonummer und Bankleitzahl nutzen.

- Handy-Gebühren
Zum 1. Juli werden Telefonate mit dem Handy im EU-Ausland billiger, die Preisobergrenzen werden auf Druck der EU-Kommission weiter gesenkt. Anrufe aus dem Ausland dürfen dann noch 19 Cent pro Minute ohne Mehrwertsteuer kosten, ankommende Anrufe fünf Cent. Eine SMS zu schicken, darf maximal sechs Cent kosten. Auf Dauer will die EU-Kommission die so genannten Roaming-Gebühren ganz abschaffen.

- Mieten
Auf Millionen Mieter kommen 2014 nach Einschätzung des Deutschen Mieterbunds deutliche Mehrbelastungen zu. In Ballungszentren und Universitätsstädten müsse damit gerechnet werden, dass die Mietbelastung bei Neuverträgen um sieben bis zehn Prozent steigt. Insgesamt wird der Anstieg bei drei Prozent liegen.

und was noch?

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3 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 02.01.2014 | 00:22  
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Beate Rühmann aus Burgdorf | 02.01.2014 | 11:01  
25.325
Silvia B. aus Neusäß | 02.01.2014 | 11:38  
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