Franz Schubert "Winterreise"
Liederabend
Mit Maximilian Lika, Bariton
Am Flügel: Konstantin Lukinov
im Rahmen der Schubertiade 2008 in Asbach-Bäumenheim, Nordendorf
und Meitingen vom 20.09.2008 – 11.10.2008
Samstag, den 11. Oktober 2008, 20.00 Uhr
Antonius-von-Steichele-Grundschule Mertingen
Eintritt 8,00 €, Vorverkauf bei der Gemeinde Mertingen
Tel. 09078/9600-18 und an der Abendkasse
Kinder frei
Die Schubertiade „Kulturland Zusam-Schmutter“ gliedert sich in drei Konzerte und eine Einführungsveranstaltung:
1. 20.9.08 Asbach-Bäumenheim: Lesung Peter Härtling, Gesang Maximilian Lika ,
am Flügel Hartmut Höll
2. Schubert-Chorkonzert am 28. September 2008 in der Kirche in Nordendorf
3. Klavierkonzert in Meitingen (Bürgersaal).
4. Liederabend in Mertingen am Samstag, den 11. Oktober „Winterreise“
Ausführende sind:
Frauenchor: Eliata, Jugendchor Mertingen, SVG-Sängerinnen Asbach-Bäumenheim und die "Chorallen" Gemischter Chor: Kirchenchor Mertingen, Gesangsverein Thierhaupten.
Männerchor: MGV Nordendorf, MGV Meitingen, GV Bäumenheim
Instrumentalisten: Prof. Maus Klavier, Organist, vier Hörner, Gesangsolisten Sopran, Tenor, Bassbariton, ein Streichorchester
Als Schubertiade werden seit den Lebzeiten des Komponisten Franz Schubert (1797–1828) Aufführungen seiner Werke bezeichnet. Zunächst wurde der Begriff für Aufführungen in privatem Rahmen verwendet, heute bezeichnet er auch Konzertreihen und Musikfestspiele, die sich im Wesentlichen mit Schuberts Werk befassen. Als bedeutendstes Schubert-Festival gilt die „Schubertiade Schwarzenberg“. In zwei Zeiträumen im Sommer versammeln sich dort viele der bekanntesten Liedinterpreten, Pianisten und Kammermusikensembles der Welt; zudem halten große Interpreten Meisterkurse für Liedgesang und Streichquartett ab.
Maximilian Lika (Bassbariton)
Der 22-jährige Maximilian Lika, Sohn des gebürtigen Mertingers Peter Lika, eines international gerühmten Bassisten, lernte schon früh Geige und Klavier, wurde dann in St. Stephan in Augsburg in Chor und Orchester durch Pater Anselm Mayer OSB weiter gefördert; parallel dazu erhielt er Gesangs¬unter¬richt bei Elisabeth Haumann. Seine ersten solistischen Auftritte hatte er schon im Kindesalter, so mit seinem Vater in Mendelssohns “Elias“ in der Partie des “Knaben“. An der Hochschule für Musik Augsburg/ Nürnberg studierte er dann u. a. bei Prof. Edith Wiens.
Auszeichnungen in Schwabmünchen, Augsburg und Berlin belegen Maximilian Likas musikalische Bega¬bung. Der junge Sänger hat an Meisterkursen bei Margaret Baker-Genovesi, Brigitte Fassbaender, Prof. Sylvia Greenberg, Hans-Jörg Albrecht, Prof. Dr. Gerd Uecker, Rudolf Piernay, Margot Garett, Brian Zeger, Rudolf Jansen und Prof. Udo Reine¬mann teilgenommen. Er ist seit 2006 Stipendiat der Musikerförderung des Cusanuswerkes.
Maximilian Lika pflegt ein reges Konzertschaffen (u.a. in Augsburg, Dillingen, Kempten, Bad Wörishofen, Ottobeuren, Bayreuth, Kitzingen, München, Halle, … im spanischen und italienischen Ausland), hat aber auch erste Erfahrungen im Bereich Musiktheater und Oper in Augsburg, Dachau und München gesammelt. Er debütierte er mit großem Erfolg als Christus bei den Haller Bachtagen und beim Musica Sacra Festival Paderborn; er hat mit bedeuten¬den Orchestern, wie z.B. Mitgliedern des Bayrischen Staatsorchesters, den Prager Philharmonikern KSO, La Banda, dem Ensemble aperto, dem Block¬flöten- und Gambenensemble Würzburg, dem Münchner Bach-Trompetenensemble, den Kölner Symphonikern, dem Symphonischen Orchester Prag u.a. zusammengearbeitet.
Schubert, Brahms, Schumann und Richard Strauss stehen im Mittelpunkt seines Lied¬gesangs. Im Oktober 2006 machte der Sänger durch seine Interpretation der "Winter¬reise" in Augsburg von sich hören; letztes Jahr interpretierte er Schumanns Zyklen "Dichterliebe op. 48" und "Liederkreis op. 24" in Bayreuth. In diesem Jahr folgt eine Tournee mit Lieder¬abenden durch Italien. Bei der Eröffnungsveranstaltung in Bäumenheim hat er, am Flügel von Hartmut Höll begleitet, begeistert.
Konstantin Lukinov (Pianist)
Konstantin Lukinov wurde am 12.7.1989 in Moskau geboren. Seine ersten musikalischen Eindrücke sowie den Anfangs¬unterricht erfuhr er durch die Eltern (beide Berufsmusiker). Bereits mit 5 Jahren wurde er als Schüler an der Gnessin - Musikschule für besonders begabte Kinder in Moskau aufgenommen. 1997, nach der Auswanderung der Familie nach Deutschland, wurde er Gast-student an die Musikhochschule Augsburg, wo er 5 Jahre lang bei Prof. E. Mauss unterrichtet wurde. Beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ errang er regelmäßig Erfolge, so 1999: 1.Preis beim Regionalwettbewerb Wertung Klavier-Solo; 2000: 1.Preis beim Landeswettbewerb Wertung Klavier-Duo; 2002: 1.Preis beim Bundeswettbewerb Wertung Klavier-Solo. 2002 wurde mit mehreren Preisen beim internationalen Wettbewerb „Münchner Klavierpodium“ ausgezeichnet, beginnt mit dem Unterricht bei L. Gourari und gibt sein erstes Solo-Konzert. Auftritte in Augsburg, München und Paris folgen.2003 gewinnt er im Duo mit Sarah Christian (Violine) den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ mit der Höchstpunktzahl. Beide werden außerdem mit dem „Eduard-Söring-Preis“ der Deutschen Stiftung Musikleben ausgezeichnet. 2004 folgen Solokonzerte in München, Augsburg, eine Aufnahme beim Bayerischen Rundfunk, 2005 in Ingolstadt, Augsburg und München.
Seit 2006 studiert er an der Musikhochschule in Frankfurt in der Meisterklasse Prof. Lev Natochenny.
Franz Schubert
geboren am 31. Januar 1797 in Wien, Österreich
gestorben am 19. November 1828
Die Winterreise ist ein Zyklus von 24 Liedern für Singstimme und Klavier, den Franz Schubert im Herbst 1827, ein Jahr vor seinem Tod, vollendete. Das Werk gilt neben dem Zyklus „Die schöne Müllerin“ als Höhepunkt der Gattung Liederzyklus und des Kunstlieds. Es gilt sowohl technisch als auch interpretatorisch als große Herausforderung für Sänger und Pianisten.
1. „Gute Nacht“ (Fremd bin ich eingezogen) D 911,1 d-Moll
2. „Die Wetterfahne“ (Der Wind spielt mit der Wetterfahne) D 911,2 a-Moll
3. „Gefror’ne Thränen“ (Gefror’ne Tropfen fallen) D 911,3 f-Moll
4. „Erstarrung“ (Ich such’ im Schnee vergebens) D 911,4 c-Moll
5. „Der Lindenbaum“ (Am Brunnen vor dem Thore) D 911,5 E-Dur
6. „Wasserfluth“ (Manche Thrän’ aus meinen Augen) D 911,6 e-Moll
7. „Auf dem Flusse“ (Der du so lustig rauschtest) D 911,7 e-Moll
8. „Rückblick“ (Es brennt mir unter beiden Sohlen) D 911,8 g-Moll
9. „Irrlicht“ (In die tiefsten Felsengründe) D 911,9 h-Moll
10. „Rast“ (Nun merk’ ich erst, wie müd’ ich bin) D 911,10 c-Moll
11. „Frühlingstraum“ (Ich träumte von bunten Blumen) D 911,11 A-Dur
12. „Einsamkeit“ (Wie eine trübe Wolke) D 911,12 h-Moll
13. „Die Post“ (Von der Straße her ein Posthorn klingt) D 911,13 Es-Dur
14. „Der greise Kopf“ (Der Reif hat einen weißen Schein) D 911,14 c-Moll
15. „Die Krähe“ (Eine Krähe war mit mir) D 911,15 c-Moll
16. „Letzte Hoffnung“ (Hie und da ist an den Bäumen) D 911,16 Es-Dur
17. „Im Dorfe“ (Es bellen die Hunde, es rasseln die Ketten) D 911,17 D-Dur
18. „Der stürmische Morgen" (Wie hat der Sturm zerrissen) D 911,18 d-Moll
19. „Täuschung“ (Ein Licht tanzt freundlich vor mir her) D 911,19 A-Dur
20. „Der Wegweiser“ (Was vermeid’ ich denn die Wege) D 911,20 g-Moll
21. „Das Wirtshaus“ (Auf einen Todtenacker) D 911,21 F-Dur
22. „Muth!“ (Fliegt der Schnee mir in’s Gesicht) D 911,22 g-Moll
23. „Die Nebensonnen“ (Drei Sonnen sah ich am Himmel steh’n) D 911,23 A-Dur
24. „Der Leiermann“ (Drüben hinterm Dorfe) D 911,24 a-Moll
„Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh’ ich wieder aus“ – mit diesen Versen beginnt die „Winterreise“, einer der bekanntesten Liederzyklen der Romantik, mit dem Schubert eine Darstellung des existentiellen Schmerzes des Menschen von fast schon mythischer Größe gelang. Im Verlauf des Zyklus wird der Hörer immer mehr zum Begleiter des Wanderers, der zentralen Figur der Winterreise. Dieser hat nach einem Liebeserlebnis, das bereits vor Beginn des Zyklus abgeschlossen ist, Liebe und Geborgenheit bewusst und aus eigener Entscheidung hinter sich gelassen und zieht ohne Ziel und Hoffnung hinaus in die Winternacht. Innerhalb des Zyklus lässt sich kein durchgehender Handlungsstrang erkennen. Es handelt sich eher um einzelne Eindrücke eines jungen Wanderers. Auf den 24 Stationen seines passionsgleichen Weges ist er zunächst starken Stimmungsgegensätzen von überschwänglicher Freude bis hin zu hoffnungsloser Verzweiflung ausgesetzt – von Schubert durch den häufigen Wechsel des Tongeschlechts verdeutlicht –, bevor sich allmählich eine einheitliche, jedoch vielfältig schattierte, düstere Stimmung durchsetzt.
Im Ausklang des Zyklus trifft der Wanderer auf den Leiermann, der frierend seine Leier dreht, aber von niemandem gehört wird. Die Melodie erstarrt hier zur banalen Formel, das musikalische Leben hat sich verflüchtigt und das Gefühl scheint aus einem verloschenen Herzen entwichen zu sein – und doch gelingt Schubert in dieser Szenerie unendlicher Hoffnungslosigkeit hier eines seiner anrührendsten und gleichzeitig schlichtesten Lieder.
Mit der Frage „Willst zu meinen Liedern deine Leier dreh’n?“ endet die „Winterreise“.
noch Veranstaltungen 2008
Samstag, 29.11.08,19.00 Uhr: Ingo Dannhorn am Flügel und Studierende der Musikakademie Wiesbaden mit einem abwechslungsreichen Liederabend
In der Kirche St. Martin:
14.12.2008, 3. Adventssonntag, 17.00 Uhr: Weihnachtskonzert mit dem Lauterbacher Dreigesang, Ensemble Rusch, Mertinger Jugendchor, Mertinger Flötenensemble, Chöre noch N.N.)

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