Historische Kinotechnik - die TK 35

  Merseburg: Luftfahrt- und Technik Museumspark | Die TK 35 wurde durch den VEB Carl Zeiss Jena bis in die 60-er Jahre gebaut
und ist wohl schon als legendär zu bezeichnen.
Mit dieser mobilen 35mm Filmtechnik wurde auf dem Gebiet der DDR der
Landfilm aufgebaut. In den Orten, wo es kein Kino gab, kam regelmäßig ein
Vorführer mit dieser technik zum Einsatz.
So war in den Sälen vieler Dorfgaststätten Hochbetrieb, wenn es nachmittags
Kinderfilme und abends welche für Jugendliche und das reifere Publikum gab.
Die DEFA-Wochenschau "Der Augenzeuge" war bis 1980 auch immer dabei - und
natürlich auch mancher Dokumentarfilm, der die Vorzüge des Sozialismus
pries.
Die TK-35 kam auch bei der NVA und anderen "Organen" (Sozialversicherung,
Feuerwehr, Zivilverteidigung) im großen Stil zum Einsatz.
Wie überall machte auch in der DDR das Fernsehen dem Kino Konkurrenz. Dies
wirkte sich natürlich auch auf den Landfilm aus.
Aber gestorben ist es nicht. Es gab ihn bis zur Wende. Das zentral gelenkte
Lichtspielwesen in der DDR ließ viele kleine Kinos in Betrieb, die in der
Privatwirtschaft längst Konkurs angemeldet hätten. Auch die Filmauswahl war
staatlich organisiert. Zuerst gab es die bei der DEFA produzierten Filme mit
vielen Problemen der sozialistischen Alltage. Diese Filme wollte nicht jeder
sehen - nur so viel: sie waren recht vielseitig und es gab eine ganze Reihe
von engagierten Künstlern, die wirklich auch sehenswerte Filme produzierten!
Gleich in den ersten Nachkriegsjahren entstanden Filme, die sich an der
Vergangenheitsbewältigung versuchten. Gerade nach der Wende sieht man viele
Filme mit anderen Augen, oder kann einige Produktionen überhaupt erst sehen.
Überall wo mobiles Kino angesagt war, kam die TK 35 zum Einsatz - z.B. auch
bei Freiluftveranstaltungen. Erinnert sei an die Sommerfilmtage in den 60-er
und 70-er Jahren.

Hier im Luftfahrt- und Technik- Museumspark Merseburg können sie eine
komplette TK 35 und ihre sowjetischen Nachfolger KN 20 besichtigen. Beide
ausgestellten Projektoren sind über 30 bzw. über 55 Jahre alt.

Nur dem ehrenamtlichen Engagement von Frank Hoffmann
, eines alten Filmvorführer aus DDR-Zeiten ist es zu verdanken, daß die o.g. Projektoren funktionsbereit erhalten sind.

Wollen Sie nicht nur unsere Sammlung der Kinotechnik, sondern auch alle
anderen Exponate aus Luftfahrt- und Technik kennenlernen? Dann planen Sie
bitte mindestens 2 Stunden Besuchszeit ein...!

Geöffnet ist regulär jeweils Di-Do 9-16 Uhr, Fr. 9-14 Uhr und an den
Wochenenden von 10-16 Uhr. Letzter Einlaß jeweils eine Stunde vor Schließung
oder bei Eintritt der Dunkelheit aus Sicherheitsgründen.

Im Winter kann es sicherheitstechnisch bedingt zum kurzfristigen Schließen
der Ausstellung kommen, daher ist ein vorheriger Anruf sinnvoll.

Erreichbar ist der Luftfahrt- und Technik Museumspark Merseburg über die
Hans-Grade-Str./Ecke Kastanienpromenade in 06217 Merseburg von der B91(am
gelben Hubschrauber Aérospatiale SA-318 abbiegen)
bzw. über die A38 Abfahrt Merseburg-Nord aus.


Text & Fotos
Förderverein Luftfahrt- und Technik Museumspark Merseburg e.V.
Kastanienpromenade 50 /
Hans-Grade-Str.
06217 Merseburg

Tel. 03461 525776
Fax 03461 525778

www.luftfahrt-technik-museum.de
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Peter Perrey aus Neustadt am Rübenberge | 15.12.2013 | 12:14  
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