Johanniter löschen Feuer in Lautrach
Übung bei der Freiwilligen Feuerwehr für Rettungskräfte
Lautrach / Memmingen - „Auch Rettungskräfte sollten wissen, wie man mit einem Feuerlöscher umgehen kann“, ist Nadine Wiedergrün von den Memminger Johannitern überzeugt. Gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Lautrach organisierte die stellvertretende ehrenamtliche Ortsbeauftragte aus Memmingen eine Fortbildung am vergangenen Montag für ehrenamtliche Katastrophenschützer, Rettungsdienstmitarbeiter und Sanitätsdienst-Einsatzkräfte sowie neue Schulsanitäter.
Nach einer theoretischen Einweisung zu Brandklassen, Löscherarten und dem Umgang mit Feuerlöschern durch die Feuerwehr-Experten, Fach-Kreisbrandmeister Giovanni Aichele und Oberlöschmeister Alexander Heintze, hieß es: „Feuer frei“ und „Johanniter löschen“. Oder wie es Aichele nennt: „Heute mache ich die Johanniter zu knallharten Feuerwehrleuten!“ Denn oftmals kann durch beherztes Eingreifen eine Ausbreitung des Feuers verhindert werden, schnelle und richtiges Handeln mit einem Feuerlöscher kann binnen Minuten bis zu 90 % der Großbrände verhindern. „Durch die praktischen Übungen wollen wir das Bewusstsein der Rettungskräfte für diesen Ernstfall schärfen“, erklärt Wiedergrün. „Jeder sollte einmal einen Feuerlöscher in die Hand nehmen und versuchen, ein Feuer richtig zu löschen.“ Eine große Herausforderung stellte eine Fettexplosion dar, die zu Übungszecken von den ehrenamtlichen Feuerwehrkräften aus Lautrach für die Johanniter simuliert wurde. „Hier werden nicht nur die Augenbrauen angesenkt, sondern das gibt richtige Verbrennungen“, kommentierte Giovanni Aichele den „Versuch“ brennendes Fett mit Wasser zu löschen. Denn Fett sollte niemals mit Wasser gelöscht werden:
„Bei brennenden Fett ist es am besten, es durch Ersticken der Flammen zu löschen“, so Alexander Heintze. „Da brennendes Fett mehrere hundert Grad Celsius heiß ist, verdampft Wasser bei Löschversuchen schlagartig.“ Aus einem Liter Wasser entstehen über 1 500 Liter Wasserdampf. Durch die explosionsartige Verdampfung wird das brennende Fett mit dem Wasserdampf aus dem Behälter gerissen. „Die Flammen entwickeln sich blitzartig zu einem großen Feuerball!“, erklärt Alexander Heintze den Johanniter-Rettungskräften, die noch zahlreiche Löschversuche gemeinsam mit der freiwilligen Feuerwehr an dem Sommerabend übten, bevor die Regenfront über Lautrach aufzog.
Grundsätzlich gilt es aber für jedermann, auch für Feuerwehrkräfte und Johanniter: „Nichts riskieren, wenn es nur um Sachwerte geht“, betont Giovanni Aichele. Lieber soll in einer brennenden Wohnung von Privatleuten oder Johanniter-Rettungskräften die Tür geschlossen werden, da diese eine Brandausbreitung bis zu 25 Minuten verhindern kann. „Aber wenn Menschenleben in Gefahr sind, muss man natürlich etwas riskieren“, weiß auch Aichele, und das bestätigen auch die Johanniter-Rettungskräfte. Das ist der Antrieb und die Motivation für beide Hilfsdienste, die Freiwillige Feuerwehr aus Lautrach und die Johanniter-Unfall-Hilfe: Leben retten, anderen Menschen helfen, wenn sie in Gefahr oder einer Notlage sind.
Wer selbst bei den Johannitern im Ehrenamt aktiv werden möchte, kann sich im Internet auf www.johanniter-memmingen.de informieren oder unter der Rufnummer 08331 9795-0 anrufen. Auf der Internetseite gibt es auch weitere Bilder von der Übung.





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