Neuer Qi Gong Unterricht – 18 harmonische Bewegungen des Taiji-Qi Gong

1. Übung - Wecken des Qi
 
Qi Gong - Heilpraktiker - Osteopathie
 
3. Übung - einen Regenbogen bewegen
 
7. Übung - die Sonne heben
 
14. Übung - die Faust stossen

In den 70er Jahren wurde von Professor Lin Housheng (Direktor des Shanghai Chinese Medicine Qigong Research Institute, Professor der Shanghai Chinese Medical University und Qi Gong Meister) aus traditionellen Qi Gong und Taijiquan Übungen ein Set mit 18 Übungen zusammengestellt, die in Chinesischen Kliniken als therapeutische Unterstützung angewendet werden.

Die Abfolge der Bewegungen erfasst den ganzen Körper und öffnet alle Meridiane. Die 18 harmonischen Bewegungen sind somit eine sehr wirksame Sequenz mit dem Ziel innerer und äußerer Ausgeglichenheit, der Erhaltung und Stärkung der körperlichen, geistigen und seelischen Gesundheit, der Vorbeugung von Krankheiten und die Unterstützung von Heilungsprozessen.

Heute noch gibt es in China ca. 40 Kliniken in denen Krankheiten mit Qi Gong behandelt werden und die 18 harmonischen Bewegungen werden z. B. bei folgenden Krankheiten / Symptomen genutzt: Bluthochdruck, Rücken- und Gelenksbeschwerden, chronischer Nieren- oder Leberentzündung, Herzbeschwerden, Asthma, Lungenemphysem, Zuckerkrankheit, Magen-Darm-Entzündung, Übergewicht, Erschöpfung, Nervosität, Schlaflosigkeit u.a..

Die Übungen sehen einfach aus, sind leicht zu lernen und deshalb auch sehr populär, wobei es in der Praxis – besonders wenn man alleine übt – oft vorkommt, dass wichtige Details bei der Ausführung übersehen werden, damit das maximale Ergebnis erzielt werden kann.
Ein weiterer Grund warum viele Menschen das vollständige Potential von Qi Gong Übungen oft nicht erreichen, ist, dass der Übende über einen zu kurzen Zeitraum übt und / oder die Übungen zu selten ausführt.

Unsere Unterrichtszeiten in Asbach-Bäumeheim, Baar, Donauwörth (beim SV Nordheim) und Meitingen finden Sie auf der Homepage www.Info-QiGong.de.
Hier finden Sie auch einige Bilder und Videoclips zu Qi Gong.


Im Nachfolgenden wollen wir noch einige Aspekte über Qi Gong und die Wirkweisen weiter geben....

Was ist Qi Gong

Nach der Chinesischen Lehrmeinung fließt im Körper die Lebensenergie „Qi“ in festen Leitbahnen, den Meridianen.

Die Meridiane kann man sich vorstellen wie einen Fluss.
An bestimmten Stellen ist dieser Fluss sehr gut zugänglich, wie z.B. an der Quelle – an anderen Stellen fließt der Fluss unterirdisch und ist nicht von außen zugänglich.

Dieses Bild lässt sich gut auf das Meridiansystem übertragen: An bestimmten Stellen, den Akupunkturpunkten, ist das Qi sehr gut zugänglich und kann von außen beeinflusst werden. An anderen Stellen fließen die Meridiane tief im Körpergewebe und durchdringen dabei auch alle Organe – hier sind sie von außen nicht direkt zugänglich.

Der Qi Fluss und das Meridiansystem sind ein wichtiger Aspekt von Qi Gong und Taijiquan, da aus Sicht der Chinesischen Medizin eine Krankheit entsteht, wenn das Qi nicht mehr harmonisch in seinem Meridian fließt.

Gleichzeitig geht aus Sicht der Chinesischen Medizin jeder Krankheit immer erst ein „energetisches Geschehen“ voraus. Zu dieser Zeit kann i.d.R. mit schulmedizinischen Untersuchungsmethoden meist noch keine Krankheit diagnostiziert werden, da meist noch keine Organveränderung und auch keine veränderten Laborwerte gegeben sind.

Durch Qi Gong kann direkt auf den gesamten Meridianverlauf Einfluss genommen werden, im Sinne einer „Akupunktur in Bewegung“. Ziel ist es dabei den Qi Fluss zu regulieren, energetische und emotionale Blockaden aufzulösen und somit zu gewährleisten, dass das Qi harmonisch in den Meridianen fließt.
Aus Sicht der Chinesischen Medizin beugt dies Krankheiten vor, unterstützt die Heilung von Krankheiten und verbessert das eigene Wohlbefinden sowie die körperliche, geistige und seelische Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit.

Qi Gong ist sehr vielseitig

Es gibt Übungen um direkt auf Organe und deren Funktion einzuwirken, Muskeln und Sehnen zu stärken, den Knochenaufbau zu fördern, Energiereserven aufzufüllen, die Gehirnfunktion zu verbessern, den Stoffwechsel zu regulieren, Meridiane zu öffnen, die Beweglichkeit der Gelenke zu verbessern, Emotionen zu regulieren u.s.w..

Ein weiterer wichtiger Bereich des traditionellen Qi Gong ist das sanfte Dehnen bzw. buddhistisches Meridian-Yoga, da hierdurch die Meridiane, die entlang der Faszienhüllen (bestehen größtenteils aus Kollagenfasern) der Muskeln und Sehnen verlaufen, geöffnet werden, wenn die Dehnung mindestens 90 Sekunden erfolgt.
Dies wiederum ist die essentielle Grundlage, damit Qi Gong Übungen die größte Wirksamkeit entwickeln können.

Gleichzeitig hat das Dehnen einen positiven Einfluss auf Bindegewebe, Nerven, Blut- und Lymphgefäße, Organaufhängungen und andere anatomische Strukturen, da diese „mitgedehnt“ werden.
Dies wiederum hat erheblichen Einfluss auf die Zirkulation der Körperflüssigkeiten (Lymphe, Blut, Wasser), den Stoffwechsel, auf chemische Prozesse sowie die Nervenleitung und auch auf Emotionen, weil diese sich im Haltungs- und Bewegungsmuster des Menschen „speichern“.

Qi Gong und Emotionen

Auf den ersten Blick mag es erstaunen, dass Qi Gong helfen kann emotionale Blockaden - und damit verbundene energetische Blockaden - zu lösen und das im Rahmen der Chinesischen Medizin von 7 negativen Emotionen gesprochen wird, die in der Chinesischen Medizin genauso krankheitserregend bewertet werden, wie z.B. Viren oder Bakterien, wenn sie langfristig exzessiv ausgelebt oder unterdrückt werden.

Bei genauer Betrachtung der menschlichen Anatomie, der Pathogenese (welche Funktionsmechanismen führen zur krankhaften Veränderung) und Pathophysiologie (wie der Körper aufgrund krankhafter Veränderungen abweichend funktioniert) werden diese Zusammenhänge jedoch verständlicher.

Jeder Gedanke ist mit einer Emotion verbunden und jede Emotion mit einem Gedanken.
Jeder Gedanke erzeugt im Körper eine chemische Reaktion (z.B. Ausschüttung von Hormonen, Neuropeptiden, Veränderung des Stoffwechsels...) und auch eine elektrische Reaktion (Nervenimpulse – z.B. durch vegetatives Nervensystem), die auf den Körper und dessen Funktion wirkt.
Je nachdem wie lange diese Reaktion aktiv ist, desto größer können die Auswirkungen sein. (Wer viel grübelt aktiviert also ständig chemische und elektrische Prozesse...)

Interessant in diesem Zusammenhang, dass mittlerweile in der modernen Medizinforschung herausgefunden wurde, dass bei einem körperlichen Schmerz die gleichen Areale im Gehirn aktiviert werden wie bei einem emotionalen Schmerz.
Es ist also nicht wichtig, ob sie sich mit einem Messer schneiden (physisch) oder Schmerz aus Liebeskummer haben (psychisch) – die Reaktion im Gehirn ist die Gleiche.

Ein Bereich des Gehirns, der eine wichtige Rolle bei der emotionalen Bewertung und Wiedererkennung spielt, ist die Amygdala (Mandelkern). Gleichzeitig ist die Amygdala wesentlich an der Entstehung der Angst beteiligt.
Die Amygdala ist ein Kerngebiet des Gehirns im mittleren Teil des Schläfenlappens (Temporallappen), das mit dem motorischen Zentrum verbunden ist und die Funktion der Amygdala beeinflusst das motorische Zentrum.

Somit lässt sich leichter nachvollziehen, dass wir Emotionen in unserem Bewegungs- und Haltungsmuster speichern.

Durch Qi Gong Übungen – und dazu gehören auch das Dehnen der Meridiane – wird das emotionale Bewegungs- und Haltungsmuster langsam verändert, was wiederum auch auf das Gehirn wirkt.

Diese Zusammenhänge verdeutlichen auch, dass die Verbesserung der Gesundheit sehr viel mit Bewegung zu tun hat. Am meisten Nutzen entsteht dabei bei langsamen Bewegungen, weil dabei verstärkt die kleinen Strukturen „arbeiten“, in denen Funktionsstörungen immer zuerst entstehen.
Gleichzeitig helfen langsame Bewegungen dem Gehirn, das ständig die Position des Körpers und der Organe sensorisch verarbeitet, neue Bewegungsmuster zu lernen. Da das Gehirn dabei immer bestrebt ist eine „schlechte Bewegung“ durch eine effektiveres und effizienteres Bewegungsmuster zu ersetzen, können so Veränderungen erzielt werden.

Aus diesem Grund sollten im Qi Gong „bewegte Übungen“ – sofern körperlich möglich - im Vordergrund stehen, da bei rein „meditativen Übungen“ der körperliche Effekt nicht so ausgeprägt ist und somit auf dieser Ebene kaum Veränderungen bewirkt werden. Somit ist wiederum ein „Rückfall“ in das „alte emotionale Haltungsmuster“ leichter möglich - und dies aktiviert wiederum die „alten“ biochemischen und bioelektrischen Reaktionen im Körper.

Viele Qi Gong Übende neigen dazu bevorzugt nur die Übung zu machen, die ihnen leicht fällt, weil das sehr bequem ist und sie somit ein „Erfolgserlebnis“ haben.
Oft bringen aber gerade die Übungen, die uns anfänglich schwer fallen, den größten Nutzen, weil wir hier meist an einem Bereich arbeiten, der vielleicht noch „blockiert“ ist.

Noch ein letzter Tipp!
Es ist gut Qi Gong mit Freude auszuüben – denn die Freude löst - wie die obigen Ausführungen beschreiben - auf verschiedenen Ebenen Reaktionen aus, die wiederum direkt und nachhaltig auf den Gesundheitszustand und den Körper wirken..
Wenn Sie (zur Zeit) wenig Grund haben zur Freude, dann „tun sie so als ob“. Das hat nichts damit zu tun, dass Sie alles gut finden müssen, sich selbst was vormachen oder eine rosarote Brille aufsetzen. Tatsächlich kann der Mensch nur das hervorbringen, was in ihm ist – und Freude ist in jedem Menschen von Geburt an enthalten.

Für wen ist Qi Gong geeignet

Grundsätzlich kann man sagen, dass Qi Gong für jeden Menschen geeignet ist.
Ganz gleich, ob Jung oder Alt.
Krank oder Gesund.
Frau oder Mann.
Körperlich eingeschränkt oder körperlich fit.
Sportlich oder Unsportlich.
Trainiert oder Untrainiert.

Seit mehr als 3.000 Jahren ist Qi Gong ein fester Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin.
Dabei war Qi Gong, wie auch Taijiquan, ursprünglich eine Kampfkunst und daraus entwickelte sich der medizinische und der spirituelle Aspekt.

Somit kann man im Qi Gong drei wesentliche Grundrichtungen unterscheiden.

Qi Gong für Kampfkunstanwendungen
Die Übung werden z.B. im Ninjutsu, Bagua oder Shaolin Kung Fu genutzt um Kraft, Kondition und körperliche Fähigkeiten für Kampfkunstanwendungen zu entwickeln.

Medizinisches Qi Gong
Hier werden Qi Gong Übungen eingesetzt um Heilungsprozesse zu fördern, die körperliche, geistige und seelische Gesundheit zu erhalten und zu verbessern.

Qi Gong für die spirituelle Entwicklung
Hier werden durch Qi Gong Übung spirituelle Fähigkeiten entwickelt auf der Basis eines gesunden Körpers und Geistes.

Die Übungen dieser drei Grundrichtungen sind dabei oft identisch und unterscheiden sich nur im Fokus.

Aufgrund dieses breiten Spektrums der Qi Gong Übungen mit Tausenden von Einzelübungen ist Qi Gong für jeden Menschen geeignet.
Ganz gleich ob Sie ihre Gesundheit, ihre körperliche Leistungsfähigkeit, ihre motorischen Fähigkeiten, ihre psychische Belastbarkeit, ihre Körperkoordination verbessern wollen - oder nur einen Ausgleich zum hektischen Alltag suchen und sich regenerieren wollen.

Sie können nicht lange stehen?
Ein Vorteil der meisten Qi Gong Übungen ist, dass sie auch im Sitzen ausgeübt werden können und wir hatten schon mehrere Schüler die auf einem Hocker sitzend begonnen haben, bis sich der körperliche Zustand so weit verbessert hatte, dass sie auch länger stehen konnten.

Unsere Qi Gong Schule

Wir unterrichten seit 2004 Qi Gong und haben ca. 60 Schüler.

Aufgrund unserer Ausbildung und Qualifikation - Med. Qi Gong Lehrer, Heilpraktiker, Osteopathie sowie z.B. Erfahrung aus Kampfkunst, Gewichtheben, Ballet - ist unser Unterricht so gestaltet, dass Sie auch theoretische Grundlagen der Traditionellen Chineschen Medizin, westliche Anatomie und Pathologie lernen können, die Ihnen dabei helfen können besser zu verstehen, welche Wirkungen Qi Gong Übungen haben und wie sie wirken.

Wir bieten Ihnen verschiedene Unterrichtszeiten und –orte:

- Asbach-Bäumenheim
jeden Montag von 19:15 bis 20:45 Uhr
jeden Donnerstag von 19 bis 20:30 Uhr

- Baar
jeden Dienstag von 20 bis 21:30 Uhr

- Meitingen
jeden Freitag von 19 bis 20:30 Uhr
ab 2. Dezember 2011 Freitag von 18:30 bis 20 Uhr

Angemeldete Schüler können flexibel entscheiden wann und wo sie in den Unterricht gehen wollen und auch jederzeit „springen“. Somit können Sie Ihren Unterricht örtlich und zeitlich frei gestalten und sind nicht an einen bestimmten Wochentag gebunden bzw. können Sie einen versäumten Unterricht nachholen.

Gerne können Sie zu einem unverbindlichen und kostenfreien Probeunterricht nach telefonischer Anmeldung vorbeikommen

Weitere Informationen über Qi Gong und unsere Unterrichtszeiten /-orte finden Sie auf unserer Homepage www.Info-QiGong.de oder www.Heilpraktiker-Osteopathie.info .

Michaela Barth-Frey – Med. Qi Gong Lehrerin MQT
Wolfgang Barth-Frey – Heilpraktiker, Osteopath, Med. Qi Gong Lehrer

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