Kindertagespflege - Kinderbetreuung in familiärem Umfeld

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Seit 31. Juli 2013 haben Eltern für alle Kinder im schulpflichtigen Alter und darunter Anspruch auf Förderung in einer Tageseinrichtung oder einer Kindertagespflege (Kinderförderungsgesetz §24). Dieser Anspruch ermöglicht es den Eltern bereits nach kurzer Zeit wieder voll für den Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen.

„Viele Eltern und Alleinerziehende denken dieser Anspruch bedeutet, dass ihr Kleinkind in einer Kinderkrippe betreut werden muss“, erklärt die Tagesmutter Heike Rabas aus Meitingen. „Sie haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie daran denken, dass ihr Kind mit vielen anderen Kleinkindern in einer Gruppe betreut wird, anstatt eine Bezugsperson im familiären Umfeld zu haben. Was viele Eltern nicht beachten ist, dass in diesem Gesetz auch ausdrücklich auf die Förderung in einer Kindertagespflege verwiesen wird.“

Die Kindertagespflege ist im Volksmund häufig unter dem Namen „Tagemutter bzw. Tagesvater“ wesentlich bekannter. Jedoch was sich dahinter verbirgt und wo man diese Betreuungsart findet, ist vielen Eltern nicht bewusst.

„Um eine Pflegeerlaubnis zu bekommen, muss die zukünftige Tagespflegeperson einen mindestens 160-stündigen Qualifizierungskurs durch ein Jugendamt oder anerkanntes Ausbildungszentrum absolviert haben. Parallel zu dieser Ausbildung werden ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis, ein Erste-Hilfe-Kurs für Bildungs- und Betreuungseinrichtungen sowie jährliche Weiterbildungen und Auffrischungen gefordert“, veranschaulicht Frau Rabas den Bildungsweg.

Die Kinder werden in Kleingruppen von max. 5 Kindern meist in den Privaträumen der Tagesmütter/-väter betreut. Hierbei entscheidet jede Betreuungsperson selber, ob die Gruppenmitglieder in ähnlichem Alter oder altersgemischt sein sollen. Auch der Tagesablauf, die möglichen Betreuungszeiten und die Aktivitätenschwerpunkte wie z.B. gemeinsames Kochen, Basteln oder Ausflüge ins Freie obliegen dem Konzept der jeweiligen Tagesmutter.

„Leider ist das Bild weit verbreitet, dass eine Tagesbetreuung für Eltern oder Alleinerziehende nur schwer erschwinglich ist und diese hauptsächlich in Großstädten wie München angeboten wird“, fährt Frau Rabas fort. Beide Punkte spiegeln jedoch die Realität nur schlecht wieder.

„Die Eltern zahlen je nach finanzieller Situation max. 2€ pro Stunde, wobei z.B. bei Alleinerziehenden mit geringem Einkommen das Jugendamt die Kosten für die Tagespflege auch komplett übernehmen kann“, stellt Frau Rabas die finanzielle Situation dar. Laut Herrn Neumeier vom Jugendamt Augsburg-Land werden zur Zeit mehr als 170 Kinder von 73 Tagesmüttern im Landkreis betreut. Viele Tagesmütter haben sogar noch Betreuungsplätze frei.

Da es schwer ist, als einzelne Tagesmutter diese Informationen an die betreffenden Eltern zu verteilen, haben sich viele Tagesmütter des Landkreises Augsburg-Land zusammengeschlossen und die Webseite www.tagesmutter-augsburg-land.deins Leben gerufen. Hier finden sich neben den Kontaktdaten und der Verfügbarkeit vieler Tagespflegepersonen des Landkreises auch allgemeine Informationen wieder. „Wir hoffen, dass wir mit dieser Seite und gezielter Werbung u.a. bei Kinder- und Frauenärzten in Zukunft mehr Eltern über die Alternative zu einer Krippe informieren können. Auch freuen wir uns über neue Kolleginnen und Kollegen in der Region“, schließt Frau Rabas ab.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.meitinger | Erschienen am 05.11.2016
Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.neusässer | Erschienen am 05.11.2016
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