Meitinger Würfel-Geschichten - Teil 4 - Energiewende ist ganz leicht – auch ohne Stromtrasse

  Energiewende ist ganz leicht – auch ohne Stromtrasse

Hallo zusammen und Grüß Gott!

Da bin ich wieder.
Alle reden jetzt von der Energiewende und wie sich die Energie bis 2022, wenn die Atomkraftwerke weg sind, locker zu erneuerbaren Energien wenden lässt. Gegen die Stromtrasse sind eh viele Bürger, die Wertschöpfung muss in Bayern bleiben, wir erzeugen unsere Energie selbst und dezentral, liest man so in der Zeitung.

Neulich war ich oben beim Langenreicher Windrad. Sieht schon gut aus. Und daneben noch das Kühlentaler. Und wenn man ganz weit nach Westen schaut, kann man auch die Gundremminger Dampfwolken sehen.
Gut, dass ich meinen Taschenrechner dabei hatte. Wie lässt sich jetzt die gesamte von den Atomkraftwerken jährlich erzeugte Energie mit Windkraftanlagen ersetzen?
In Gundremmingen wurden im letzten Jahr 20 Milliarden kWh elektrische Energie erzeugt. Damit könnten 5 Millionen Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 4 000 kWh rund um die Uhr versorgt werden. Das Langenreicher Windrad erzeugt im Jahr etwa 4 Millionen kWh. Das reicht für 1 000 Haushalte. Will ich Gundremmingen durch Windkraftanlagen ersetzen, brauche ich eigentlich doch nur 5 000 Windkraftanlagen aufstellen.
Alle Atomkraftwerke Bayerns erzeugten 2012 43,6 Milliarden kWh. Dann reichen zur Energiewende mit Windkraftanlagen etwa 10 900 Anlagen aus.
Oder ich erzeuge den fehlenden Strom mit Biogasanlagen. OK, dann her mit dem Taschenrechner: Die bayerischen Atomkraftwerke haben eine Gesamtleistung von 5 200 MW.
Eine durchschnittliche Biogasanlage benötigt zur Erzeugung von 0,415 MW eine Fläche von ca. 190 ha zur Produktion des notwendigen Substrates, wie etwa Silomais. Möchte ich 5 200 MW durch Biogasanlagen ersetzen, sagt mir der einfache Dreisatz, brauche ich nur eine Ackeranbaufläche von 2,38 Millionen ha. Die derzeit bewirtschafteten Ackerflächen betragen in Bayern 2,05 Millionen ha. Da lässt sich bestimmt etwas Grünland in Ackerland umbrechen.

Die LEW machen große Werbung mit dem PV-Park in Bobingen. Diese Photovoltaik-Anlage hat eine Leistung von 6 000 kWh peak auf einer Fläche von 11 ha. Damit lassen sich nach LEW-Angaben 1500 Haushalte versorgen. Ein Haushalt hat ja bekanntlich einen Jahresstromverbrauch von 4 000 kWh je nach Größe der Familie. Also werden im PV-Park 6 000 000 kWh Sonnenstrom pro Jahr geerntet. Möchte ich 43,6 Milliarden kWh Sonne ernten, muß ich einfach nur 7277 PV-Parkanlagen errichten. Die dafür notwendigen 80 0000 ha Fläche lassen sich bestimmt auch noch irgendwo in Bayern finden.

Fazit: Das mit der Energiewende ist ganz einfach. Es ist ein leichtes, die ab 2022 in Bayern fehlende Strommenge mittels Wind, Sonne und Pflanzen im eigenen Land herzustellen.
Was brauchen wir noch Windstrom aus dem Norden, oder gar Braunkohlestrom. Es geht auch ohne die sog. Monsterleitung.
Und wenn kein Wind weht und keine Sonne scheint und wenn in Bayern manche Ackeranbauflächen auch zur Herstellung von Lebensmitteln benötigt werden, dann errichte ich halt ein paar Gaskraftwerke. Die gibt es in den verschiedensten Ausführungen als 600 MW-Anlage oder als Doppelblock-Anlage mit 1200 MW.
Eine Doppelblockanlage benötigt ca 18 ha. Wer versucht es jetzt mit dem Dreisatz.
Doch wo sind in Bayern die für den Betrieb der Gaskraftanlagen erforderlichen heimischen Gasvorkommen?

(Text: Werner Grimm, Bild: Michael Zambelli Gat)
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 10.03.2014 | 23:42  
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