Trend zu mehr Identität im ländlichen Raum - Vortrag beim Thierhauptener Advent weist Chancen für ländliche Regionen auf

Minister a.D. Josef Miller, 1. stellv. des Vorstandsvorsitzenden Präs. Johann Huber, 2. stellv. des Vorstandsvorsitzenden Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, Vorstandsvorsitzender der SDL Thierhaupten Gerlinde Augustin, Geschäftsführerin Andreas Reiter, Zukunftsforscher aus Wien Schatzmeister Richard Fank , Vorstandsvorsitzender der Kreisparkasse Augsburg Dr. Peter Jahnke, Vorsitzender des Fachbeirates
 
Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, Vorstandsvorsitzender der SDL Thierhaupten Gerlinde Augustin, Geschäftsführerin Andreas Reiter, Zukunftsforscher aus Wien
Im Rahmen des Thierhauptener Advents fand in der Schule der Dorf- und Landentwicklung (SDL) die jährliche Mitgliederversammlung statt.
Der anschließende Vortrag des Wiener Zukunftsforschers Andreas Reiter beschäftigte sich mit dem Thema „Zukunft Land – wie bleiben unsere Regionen auch morgen noch attraktiv?“

Auszeichnung für Geschäftsführerin Gerlinde Augusti

Bezirkstagspräsident und Vorstand Jürgen Reichert zollte Lob, Respekt und Dank für die Arbeit und das Engagement der Geschäftsführerin Gerlinde Augustin. Mit Begeisterung und Leidenschaft gestaltet sie das Weiterbildungsangebot der Schule der Dorf- und Landentwicklung im Kloster Thierhaupten, die sich seit mehr als 20 Jahren unter der Trägerschaft des Bezirks Schwaben befindet. Für besondere Verdienste um Bürgerbeteiligungsprozesse im ländlichen Raum wurde Gerlinde Augustin kürzlich von der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum mit der Ehrennadel ausgezeichnet.

Mit 79 Veranstaltungen und rund 1700 Teilnehmern im Jahre 2013 genießt die SDL weit über die Grenzen Schwabens hinaus einen ausgezeichneten Ruf. „Diesen Erfolg verdanken wir auch unserem professionellen Moderatorenteam“, betonte Gerlinde Augustin. Im Fokus standen vor allem die Themen Ländliche Entwicklung, interkommunale Zusammenarbeit und Fachseminare. Bürgermeister, Gemeinderäte und engagierte Bürger erarbeiten sich in den Veranstaltungen der SDL wichtiges Know-How, um die Herausforderungen des demographischen Wandels im ländlichen Raum zu meistern. „Die Schule der Dorf- und Landentwicklung ist der ideale Lernort für Profis und Praktiker aus der Kommunalarbeit. Sie ist aber auch ein Forum für neue Denkansätze, sie ist der Rahmen, in dem visionär gedacht werden darf“, so Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert. Vordenker und Impulsgeber ist u.a. auch der Fachbeirat, dessen Vorsitzender Dr. Peter Jahnke, Überlegungen zur effektiveren Förderung und Belebung ländlicher Räume vorstellte.

Regionale Identität

So passte es gut ins Bild, dass auch der Wiener Trend- und Zukunftsforscher Andreas Reiter in seinem Referat unkonventionelle Ideen vorstellte. Im ländlichen Raum sei ein deutlicher Trend hin zu mehr Identität erkennbar, dem sich die Gemeinden abseits der Metropolregionen stellen müssten. Der Österreicher berät zahlreiche Regionen und Städte und begleitet nachhaltige Entwicklungsprojekte. Im Mittelpunkt seines Vortrags stand die Frage, wie sich eine Region eine eigene, unverwechselbare Identität geben kann. Wie kann daraus eine Marke werden, die den Wert der Region steigert und so die Lebensqualität der Landbevölkerung verbessert?
Politisch tradierte Räume lösen sich auf, die Metropolregionen werden zunehmend wichtiger. Diesem Trend müssten politische Akteure im ländlichen Raum entgegenwirken; Unterstützung erhalten sie von Organisationen wie der SDL. „Die Kluft zwischen urbanen Gewinnern und peripheren Verlierern muss verringert werden“, so Andreas Reiter. „Regionen stehen immer im Wettbewerb zu einander. Sie müssen effiziente, strategische Entwicklungspolitik betreiben, um die Lebensqualität der Landbevölkerung zu steigern.“

Small ist beautiful

Je schnelllebiger, globaler und fließender unser Leben wird, desto größer ist der Wunsch der Menschen nach kleinen, regionalen Einheiten mit überschaubaren, aber effizienten Netzwerken. Gleichzeitig stößt die quantitative Steigerung der Wirtschaftsleistung an ihre Grenzen. Soziale Innovation und weiche Standortfaktoren werden zunehmend wichtiger. Und genau darin liegt die Chance des ländlichen Raumes: Eine gute Infrastruktur, zukunftsträchtige Kompetenzfelder, eine differenzierte Bildungslandschaft, integrierte Mobilität, Netzwerkkompetenz und nicht zuletzt eine regionale Identität sind die Erfolgsfaktoren, die dem ländlichen Raum zu Attraktivität und Stabilität verhelfen können.

Beispiele Vorarlberg und Südtirol

Der ländliche Raum muss lokale Wertschöpfungspotenziale entwickeln und sich ein unverwechselbares Profil geben, das zur Geschichte und zur Mentalität der Bevölkerung passt. Unter diesem Profil werden dann unterschiedliche Branchen und Bereiche der Region vermarktet. Herausragende Beispiele dafür sind die Regionen Vorarlberg und Südtirol, die sich mit einem besonders gut gelungenen Standortmarketing eine unverwechselbare Identität erarbeitet haben. Voraussetzung für das Gelingen dieser Identitätsfindung ist der Rückhalt der Bevölkerung und die Beteiligung möglichst vieler engagierter Bürger, damit diese Identität in allen Bereichen gelebt wird. Im Idealfall gelingt es, aus der regionalen Identität eine Marke zu schaffen, die weit über die jeweilige Region hinaus bekannt und geschätzt ist.

Infos zu Vortag und zum Programm der SDL Thierhaupten unter www.sdl-inform.de
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