Russische Weisen ergriffen die Herzen anläßlich des 25ten Jahrestages von Tschernobly
Meitingen: Evangelische Johanneskirche Meitingen | Anläßlich des 25. Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl hatte Heidi Bentele, Vorsitzende des Vereins "Hilfe für Kinder aus Tschernobyl", Region Nordschwaben, eine Benefiz-Konzerttournee der gemischten Gruppe des Kosakenchors aus Gomel orgnisiert. "Nach Fuikuchima ist", so Pfarrer Maiwald in seiner Begrüßung, "ist auch die Reaktorkatastrophe am 16. April 1986 in Tschernobyl wieder in aller Munde. Wie sich die Bilder gleichen: Damals hatte der bayerische Umweltminister symbolisch vor laufender Kamera radioaktiv verseuchtes Milchpulver gegessen, um den Menschen die Angst zu nehmen, jetzt hat der Ragierungssprecher Edano in Japan sich beim Essen radioaktiver Tomaten filmen lassen. Andererseits ist ein Vielfaches der Strahlung in der weissrussischen Region um Gomel heruntergegangen, weswegen wir die Menschen, vor allem die Kinder, die bis heute noch darunter zu leiden haben, nicht vergessen. Deswegen heute hier dieses Benefizkonzert - herzlich Willkommen, gemischte Kosakengruppe aus Gomel." Danch legten die drei Frauen und die drei Männer los. Sie begrüßten das Publikum mit dem russischen Volksliedklassiker "Guten Abend!" Dieses Intro war dann auch der Startschuß für den besinnlichen Teil des Abends. Es folgte ein russisch-orthodoxes Vaterunser, romantische weissrussische Kunstlieder aus dem 19. Jahrhundert und als Abschluß für as Publikum ein deutscher Klassiker - das Ave Maria von Bach - Gonod. Danach stellte Frau Heidi Bentele die desolate Situation in Gomel dar: "Auch 25 Jahre nach dem GAU in der Ukraine hat sich an der Situation der Menschen vor Ort nichts verändert. Das Leid und Elend der Leute vor Ort ist kaum zu verkraften. Die Krebsrate steige weiter. Jedes Kind in der Region um Gomel erkanke an Krebs. Deswegen sind die Hilfspakte aus Schwaben so ein großes Hoffnungszeichen für die Menschen dort, dass wir sie nicht vergessen." Nach diesem sehr ergreifenden Plädoyer von Frau Heidi Bentele ging es weiter mit sehr fröhlichen Kosakenlieder. Titel wie "Was für ein lustiger Fluß der Don ist", "Bei der kleinen Wiese", "Der junge Mann, der am Don angelt", "Der Abend ist noch nicht gekommen" und "Jäger Rasputin". Sehr ergreifend war die Inszenierung dieser Kosakenlieder, kongenial begleitet durch Akkordeon und Rhythmusinstrumente. Jeder der Sänger brillierte solistisch. Das Publikum merkte, dass das sechsköpfige Ensemble aus ausgebildeten Sängerinnen und Sänger von Musikhochschule handelte. Der Alltime-Klassiker "Kalinka" ließ das ganze Publikum mitsingen, mitsummen und mitklatschen und leitete viel zu schnell das Ende des Konzerts ein. Abermals für das deutsche Publikum kam das Lied "Ich bete an die Macht der Liebe", das durch den Bariton auf Deutsch gesungen, während die anderen ihn auf Russisch begleiteten. Die Tempi der sanft agierenden Dirigentin waren stets perfekt. Danach las Frau Heidi Bentele noch einen erschütternden Brief aus Gomel vor. Gemeinsam wurde dann noch das Lied "Kein schöner Land in dieser Zeit" gesungen. Nach einem Segenslied bedankte sich Pfarrer Maiwald bei dem Chor und Frau Bentele für den ehrlichen Bericht und den wunderbaren Vortrag, sprach alle in Russisch und auf Deutsch das Vaterunser und wurden gesegnet von Pfarrer Maiwald. "Hoffentlich kommen sie bald wieder!" So der eindringliche Wunsch einer Dame aus dem Publikum. "Es war so herz ergreifend."




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