Japanreisebericht, Teil 5 - Osaka

 

Während unseres Aufenthaltes in Kobe nutzten wir die gute Zugverbindung und machten einen eintägigen Ausflug nach Osaka, die drittgrößte Stadt Japans mit knapp 2,6 Millionen Einwohnern. Osaka bildet eine der größten Metropolregionen der Welt – allein das Ballungsgebiet Kansai (und hierzu zählen Kyoto, Osaka und Kobe) beheimatet 17,5 Mio. Einwohner!

Die Stadt ist das traditionelle Handelszentrum Japans, heute eines der wichtigsten Industriezentren und einer der bedeutendsten Häfen Japans sowie Verwaltungssitz der Osaka Präfektur.

Anziehungspunkt und unbedingt einen Besuch wert ist die Burg von Osaka (Osaka-jo), eine der berühmtesten Burgen Japans, welche auch eine wichtige Rolle bei der Verteidigung Japans im 16. Jahrhundert spielte.

Auf einer Grundfläche von ca. einem Quadratkilometer wurde die Burg auf zwei erhöhten Plattformen gebaut, welche jeweils von einem Burggraben umgeben ist. Blickfang ist das Zentralgebäude, welches aus insgesamt 8 Stockwerken besteht, wobei jedoch lediglich 5 „sichtbar“ sind – drei sind „unsichtbar“, da ohne Fensterreihe!

Bei der Restauration Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die ursprünglich aus Holz erbaute, zerstörte Burg allerdings fast komplett aus Beton neu errichtet.

Den Anfang dieses imposanten Bauwerkes wurde auf Geheiß von Toyotomi Hideyoshi gebaut – auf dem Gelände des zerstörten Tempels der Ikko-ikki, Ishiyama Honganji – und im Jahr 1583 fertig gestellt. Als Vorlage für diese Burg dienten die Pläne der in der Nähe von Kyoto gelegenen Burg Azuchi, sollte aber nach den Wünschen des Herrschers diese weit übertreffen.

Lange Zeit galt die Burg von Osaka als uneinnehmbar! 1615 wurde sie jedoch, während des Sommer-Krieges, durch die Truppen von Tokugawa Ieyasu eingenommen und zerstört. Diese begangen 5 Jahre später (1620) damit, die Burg wieder aufzubauen – ein Vorhaben, dass 10 Jahre in Anspruch nahm! 1665 brannte der Hauptturm jedoch nach einem Blitzeinschlag komplett nieder.

Oben genannte Tokugawa nahmen nach der Schlacht von Sekigahara im Jahr 1600 – einem geschichtsträchtigen und richtungweisenden Datum in der japanischen Geschichte – eine bedeutende Position der Führung Japans ein! Sie stellten nach diesem Ereignis für mehrere Jahrzehnte den Shogun (vollständig: Sei I Tai Shogun wörtl.: „Unterdrücker der Barbaren“ und „großer General“)“– den militärischen Oberbefehlshaber Japans, welcher die bedeutendste Person im politischen Leben in Japan war! Verglichbar mit einem europäischen Herzog, wurde er im Laufe der Zeit zum eigentlichen Herrscher Japans, der anstellte des Tenno (Kaiser) die Macht inne hatte.

Trotzdem der Hauptturm, wie oben erwähnt, 1665 komplett nieder brannte, nahm die Burg weiterhin eine wichtige und zentrale Rolle bei der Kontrolle des westlichen Japans durch den Clan der Tokugawa und des aus dieser Familie kommenden Shogun ein.

Diesem Umstand der zentralen strategischen Bedeutung der Burg ist es wohl zuzuschreiben, dass die Burg in ihrer Geschichte Ziel von Angriffen war. 1843 wurde sie durch Spendengelder teilweise wieder aufgebaut, 1868 jedoch während der Meiji-Restauration wieder zerstört. Die Meiji Regierung wandelte in den nun folgenden Jahren die Burg in eine Kaserne um.

Der Hauptturm der Burg wurde, abermals mit Spendengeldern, 1928 wieder aufgebaut und wurde abermals, durch einen Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg, 1945 stark beschädigt – und wieder dauerte es einige Jahrzehnte, bis die Burg nach drei Jahren Bauzeit, 1997 wieder errichtet wurde.

So ist die Geschichte dieser Burg geprägt von Belagerungen, Zerstörungen und Wiederaufbauarbeiten – all dies bestätigt die zentrale Bedeutung dieser Burganlage und die Wichtigkeit im strategischen Bereich!

Heute wird die Burganlage als Touristenattraktion genützt und im Inneren befindet sich ein Museum welches sich vor allem der Geschichte der Burg und dem Wirken Toyotomi Hideyoshis widmet.

Etage für Etage wird man in die Geschichte dieser Burganlage eingeführt, Epoche für Epoche, bis man letztendlich auf der 8. Etage angelangt. Hier kann man von der Aussichtsplattform reihum einen wunderschönen Ausblick auf die Burganlage, aber auch weit über die Stadt Osaka selbst hinweg werfen.


Dies bildete den Abschluß unseres Aufenthaltes im Land der aufgehenden Sonne und auch heute noch blicken wir angenehm auf unsere Zeit in Japan zurück!

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3 Kommentare zum Beitrag
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Sascha Priesemann aus Sehnde am 08.11.2008 um 08:46 Uhr  
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carsten koehler aus Lehrte am 08.11.2008 um 17:42 Uhr  
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guenther engelhard aus Epfenbach am 09.11.2008 um 16:03 Uhr  
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