Die neue Mitte in Tagmersheim - Modellprojekt in www.sdl-inform.de

Bei der Ortbegehung von li. ,Planerin Margit Kattinger, Michael Ertel, ALE Schwaben Gerlinde Augustin, SDL Thierhaupten und Bgm. Georg Schnell
 
Der Ehemalige barocke Pfarrhof
Prägnante Baumaßnahmen werten das alte Dorfzentrum auf

Das historische Ensemble von Kirche, Pfarrhaus und Schlossanlage im Zentrum von Tagmersheim ist neu gestaltet worden und verleiht dem Gemeinschaftsleben der Bürger neue Impulse. Das mit dem Bayerischen Staatspreis für Baukultur und Dorferneuerung ausgezeichnete Projekt der Gemeinde im Donau-Ries hat Modellcharakter und zeigt, wie durch Renovierung und Umnutzung alter Gebäude und brachliegender Freiflächen eine Ortsmitte wiederbelebt werden kann.

Historisch bedeutende, aber baufällige Gebäude


Die 1050 Einwohner zählende Gemeinde in der Nähe von Monheim im Südwesten des Naturparks Altmühltal hatte eine schwere Bürde zu tragen: Ortsbildprägende, aber leer stehende Gebäude wie das Pfarrhaus, eine Gastwirtschaft, das Schloss mit großen Wirtschaftsgebäuden sowie eine imposante, jedoch baufällige Kirchentreppe – so präsentierte sich vor wenigen Jahren noch das historische Zentrum von Tagmersheim.
Der Startschuss für die Dorferneuerung fiel 2006. Drei Jahre später begann die Sanierung des denkmalgeschützten Pfarrhauses und der umliegenden Gebäude. Die brachliegenden Freiflächen wurden sinn-voll in das neue Umnutzungskonzept einbezogen.

Zukunftsthema ländliche Entwicklung

Um eine nachhaltige Entwicklung des Ortes über konkrete Baumaß-nahmen hinaus sicherzustellen, diskutierte der Tagmersheimer Ge-meinderat im Rahmen von zwei Klausurtagungen weitere Zukunfts-themen. Unterstützung erhielt die Gemeinde vom Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben von der Schule für Dorf- und Land-entwicklung in Thierhaupten, die seit über 20 Jahren Kommunen erfolgreich u.a. bei Projekten der Dorferneuerung und Innenentwick-lung begleitet.

Tagmersheimer sind Gewinner

Profiteure der konsequenten Neukonzeption sind die Bürger von Tagmersheim, die ihre neue Dorfmitte nun multifunktional nutzen. Das ehemalige Pfarrhaus beherbergt neben dem Amtssitz des Bür-germeisters auch das Pfarrbüro, das Archiv der Katholischen Kirchengemeinde sowie einen repräsentativen Sitzungssaal. Es wird von Vereinen, Bürgern sowie von Gemeinde- Kirchenvertretern ge-nutzt.
Darüber hinaus sind die Schlossanlagen von den Eigentümern saniert und einer neuen Nutzung zugeführt worden; der Pfarrgarten ist heute als Festplatz gestaltet. Überschaubare Sanierungsprojekte wie der ehemalige Pfarrstadel konnten in Eigenleistung renoviert werden und stehen nun Vereinen zur Verfügung. Um die Ortsmitte auch wirtschaftlich neu zu beleben, sind Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe angesiedelt worden. Eine wichtige Maßnahme war der Aufbau eines Dorfladens, der im Alltag der Bürger eine zentrale Anlaufstelle ist. Darüber hinaus konnten großzügige Grünflächen mit einem Spielbereich angelegt werden, der historische Wassergraben teilweise nachgebaut und die Straßenführung verbessert werden.

Stärkung der Identifikation

All diese Maßnahmen haben die Dorfmitte von Tagmersheim archi-tektonisch wie funktional stark aufgewertet. Es entwickelten sich wichtige Impulse für das Gemeinschaftsleben im Ort, so dass der Zusammenhalt und die Identifikation der Tagmersheimer mit ihrer Gemeinde deutlich gestärkt wurden. Diese positive Entwicklung macht die Gemeinde als Lebensort im ländlichen Raum attraktiv, wirkt der demographischen Entwicklung entgegen und ist eine gute Basis, um weitere nachhaltige Entwicklungsprojekte anzugehen.
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