"Damit ihr Hoffnung habt!" - Bayerisches Kabinett verbietet Regen für die gesamte Dauer des Ökumenischen Kirchentags

 

Am gestrigen Mittwochabend feierten rund 80.000 evangelische und katholische Gläubige aus ganz Deutschland auf der Münchner Theresienwiese den Eröffnungsgottesdienst des 2. Ökumenischen Kirchentags. Auch eine kleine ökumenische Delegation aus dem bayrisch-schwäbischen Meitingen war an diesem Abend mit dabei.
"Damit ihr Hoffnung habt!" lautet das Motto dieses Ökumenischen Kirchentags, der nach 2003 in Berlin, nun in München in Oberbayern stattfindet. Und Hoffnung hatten wir auch. Die Hoffnung, noch rechtzeitig zum zentralen Eröffnungsgottesdienst um 17.30 Uhr in München anzukommen. Doch leider kamen wir erst an der Theresienwiese an, als Landesbischof Dr. Johannes Friedrich für die evangelische und Erzbischof Dr. Reinhard Marx für die katholische Kirche auf der riesengroßen Kirchentagsbühne predigten. Rund zwei Stunden haben wir gebraucht mit unserem Bus von Meitingen nach München. So verpassten wir leider auch das Glockengeläut aller Münchener Kirchen zu beginn des Gottesdienstes.
Als wir an dem uns zugewiesenen Block C unseren Stehplatz mit bester Sicht auf einen der riesigen Bildschirme gefunden hatten konnten wir den ökumenischen Gottesdienst, der live im bayerischen fernsehen übertragen wurde genießen.
Besonders beeindruckend war wie mehrere tausend Menschen in die bekannten (aber auch unbekannten) Kirchenlieder einstimmten. Dort wo im Herbst tausende, teils an- oder betrunkene Menschen in den vielen Zelten auf dem Oktoberfest feiern, konnte man vor dem Vater Unser, trotz der vielen Anwesenden Gläubigen, die Stille auf der gesamten Fläche förmlich spüren. Nur ein paar der rund 6.000 freiwilligen Kirchentagshelfern hörte man leise über den Kies gehen.
Der langjährige CSU-Politiker Alois Glück, katholischer Präsident des Kirchentags und der protestantische Präsident Medizinethiker Prof. Dr. Dr. Dr. Eckart Nagel aus Augsburg eröffneten den 2. Ökumenischen Kirchentag gemeinsam mit dem Wunsch und Ziel Gottes Gegenwart zu feiern, im Herzen ein Licht für die Ökumene zu entzünden, respektvoll zu streiten und gemeinsam zu handeln, wenn auch sie sich beim den gemeinsam gesprochenen Eröffnungsworten nicht ganz einig waren, ob man sich im Jahr zwanzigzehn oder im jahr zweitausendzehn befinde.
Im Anschluss an den Gottesdienst hörten die tausende Zuhörer ein Grußwort des ersten Mann im deutschen Staat Bundespräsident Prof. Horst Köhler. Als dieser mit seinem leuchtend orangen Kirchentagsschal, dem Erkennungszeichen aller Kirchentagsbesucher, die Bühne auf der Theresienwiese betrat eröffnete er seine Rede mit den Worten „Dieser ökumenische Kirchentag kommt zur rechten Zeit“. Er kommt zur rechten Zeit, da sich über der Kirche in den vergangenen Wochen viele dunkle Wolken zusammengezogen haben. „Führungsversagen, Missbrauch, Misshandlung - all das hat zu einer schweren Krise geführt. Viele haben der Kirche den Rücken gekehrt, viele klagen sie an, verspotten sie.“, so Horst Köhler. Trotzdem war es ihm ein persönliches Anliegen auf die wertvolle Arbeit der „vielen gute Seelsorgerinnen und Seelsorger“, ReligionslehrerInnen und den unzähligen Ehrenamtlichen, besonders die vielen Jugendleiter in den evangelischen und katholischen Gemeinden aufmerksam zu machen. „Das braucht unsere Gesellschaft. Das hat Dank und Anerkennung verdient. Darum bin ich hier!“ Er winkte den gesamten Kirchentagsbesuchern zu und mit einem offenen Lächeln verließ er die Bühne.
„Das bayerische Kabinett hat sich für ein Regenverbot ausgesprochen. Und zwar für die gesamte Dauer des Kirchentags“ versprach im Anschluss Horst Seehofer. Der Münchener Oberbürgermeister Christian Ude forderte nicht nur am Kirchentag nicht von den Unterschieden der beiden Konfessionen, sondern von den vielen Gemeinsamkeiten zu sprechen.
Geführt von typisch bayerischen Blasmusik wurden wir dann in die Münchener Innenstadt geführt zum „Abend der Begegnung“, bei dem verschiedenste kirchliche Gruppierungen aus ganz Bayern mit ihren kulinarischen Besonderheiten vorstellten.
Nachdem wir uns alle mit dem wichtigen Kirchentagsschal eingedeckt hatten beschlossen wir den Abend mit einem gemeinsamen Kerzenkreis gegen halb elf Uhr abends. Jeder Kirchentagsbesucher wurde von den freiwilligen Helfern schon Stunden vorher mit Kerzen versorgt worden. Als dann die gesamte Innenstadt leuchtete wurde gemeinsam das Vater Unser besprochen.
Gegen halb eins kam unser Bus wieder in Meitingen an und somit endete unser Ausflug zum 2. Ökumenischen Kirchentag nach München.

Info: Auf der Münchener Messe ist auch ein Stand zum Meitinger Dr. Metzger vertreten. Die Realschule Meitingen, der Ökumenische Arbeitskreis Meitingen und die Meitinger Realschule stellen den Kirchentagsbesuchern den berühmten Meitinger, der sich schon zur Nazi-Zeit für die Ökumene eingesetzt hat, vor.
Auf www.evangelisch.de finden Sie weitere und die aktuellsten Infos zum kirchentag

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Markus Christian Maiwald aus Meitingen am 14.05.2010 um 22:12 Uhr  
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