1. Türchen: Öfters mal was Neues?

Jesus Christus spricht: Ich bin die Tür. Wer durch mich hindurchgeht, wird Heilung erfahren für seine Seele. (nach Joh 10,9)

Liebe Leserin, lieber Leser,
wie jedes Jahr begehen wir zu Hause den Advent.

Die kleinen Holzhirten machen sich auf den Weg in Richtung Krippe.
Der bewährte Adventskalender wird befüllt.
Der Adventskranz wird aufgestellt.
Beim Entzünden darf keiner zu kurz kommen.
Die Schuhe werden am Abend vor dem Nikolaustag rausgestellt
und müssen befüllt werden.
Kurz vor Weihnachten wird der Christbaum herausgesucht.
Und auch einen ganz bestimmten Christkindlesmarkt
müssen wir jedes Jahr besuchen.

Und wehe meine Frau oder ich verändern daran etwas
oder - noch schlimmer - vergessen etwas.
Veränderungen sind absolut unerwünscht,
ja ausdrücklich verboten.

Dabei dachte ich immer Ankunft,
wenn jemand ankommt,
dann ist das etwas Aufregendes,
etwas prickelnd Neues.

Advent heißt schließlich doch Ankunft.
Der Heiland der Welt kommt zu uns.

Doch schon Jesus hatte
mit dieser Veranlagung des Menschen
seine Schwierigkeiten.

Die Menschen damals wussten ganz genau,
wie ein religiöser Mensch sich zu verhalten habe.
Und Jesus passte so gar nicht in dieses Klischee.

Er, der Sohn Gottes,
der Gott in der Krippe und der Gott am Kreuz -
sanftmütig und barmherzig tritt er auf.

Gott, vor allem sein Sohn, musste allmächtig sein.
Mit seinem Verhalten verhöhne Jesus Gott.
Sie sagen: “Wie redet der so?
Er lästert Gott!
Wer kann Sünden vergeben als Gott allein?”
(Markus 2) S

ie stempeln ihn als Gotteslästerer ab,
was auch seine Verurteilung zu Folge hat.

Dabei sagt es uns Gott schon
durch den Propheten Jesaja:
“Ich will ein Neues erschaffen;
jetzt sproßt es hervor;
merkt ihr es denn nicht?” (Jes. 43, 19)

Frischer Wein in alten Schläuchen
- für Jesus eine Katastrophe.
Dies spürte schon Saulus
und so wird er zum Paulus.
Er sieht Gott ganz neu,
nicht durch die Brille der Thora,
sondern durch die Brille des Evangeliums:
Freudige Botschaft statt levitische Gesetz.

“Selten kommt was besseres nach”
ist also ein total unchristliches Spruch.
Besser würde “öfters mal was neues”
zu uns Christen passen.

Klar will auch Gott für mich:
“Ich will ein Neues erschaffen;
es bricht schon hervor;
erkennt Ihr es nicht?”

Advent heißt also,
dass ich wieder die Freude
am Entdecken von neuen Dingen gewinne.
Als Christ bin ich aufmerksam engagiert
und sensibel beweglich.
Eine Stunde wird nicht mehr
wie die andere sein,
ein Advent nicht wie der andere.

Oder wollen sie,
liebe Leserin, lieber Leser,
wirklich alles so lassen, wie es ist.
Spüren Sie nicht auch
schon das Neue, das kommt.
Brechen Sie auf zu neuen Ufern!

Oder lassen Sie sich wenigstens
im Advent wieder
die Entdeckerfreude und die Neugierde
schenken, was jeder neue Tag
an guten und schönen Augenblick
bringen mag:
Ich wünsche Ihnen
eine besinnliche und behütete
Adventszeit: Machen Sie es gut!

Und seien Sie gespannt auf den
Maiwaldschen Adventsmarathon.
Die erste Tür ist geschafft
- und auch ich bin gespannt,
was Gott Ihnen mir neues schenkt.
Ihnen alles Gute!

Ihr Pfarrer Markus Maiwald aus Meitingen

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14 Kommentare zum Beitrag
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Elisabeth Patzal aus Garbsen am 01.12.2009 um 22:34 Uhr  
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Heidi Kaellner aus Nördlingen am 01.12.2009 um 22:48 Uhr  
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