Volle Kraft voraus - nur voller Einsatz lohnt
Liebe Leserin, lieber Leser,
da saß er mir gegenüber.
Wir sprachen über Bundeswehr und Zivildienst.
Relativ schnell war klar,
er würde zum Bund gehen:
„Ja, ich würde nach Afghanistan gehen,
wenn mich der Befehl erreicht.“
Er sagte also Ja zu diesem Waffeneinsatz,
zu diesem Krieg in Afghanistan:
„Klar habe ich Angst vor der Ungewissheit.
Werde ich überhaupt körperlich unversehrt
wieder nach Hause kommen?
Werde ich seelischen Schaden erleiden?
Und was sagen dann die Schulfreunde?
Vielleicht selber schuld.
Warum hast Du denn nicht verweigert?“
So sprach er weiter.
Das Angstgefühl,
allein gelassen zu werden
von der eigenen Truppe und
am Ende als der Dumme dazustehen,
haben viele Soldaten,
wenn sie nach Afghanistan oder
andere Auslandseinsätze denken.
So richtig Rückendeckung
erfahren sie nicht durch die Politik.
Doch dieses Gefühl haben nicht nur Soldaten.
Es beschleicht jeden,
der erfahren hat,
wie es schmerzt und verunsichert,
wenn nach großem persönlichen Einsatz
in der Arbeit oder zu Hause
der Dank von demjenigen fehlt,
dem das ganze Opfer galt.
Was kann helfen, am Ball zu bleiben?
Wenn ich Angst habe und befürchte,
dass all mein Einsatz,
all mein Opfer
sinnvoll ist,
blicke ich auf Christus.
Er ruft mir zu:
„In der Welt habt ihr Angst;
seid aber getrost,
denn ich habe die Welt überwunden.“
(Joh 16, 33)
Es beruhigt und tröstet mich,
dass Jesus die Welt überwunden hat.
Was macht Jesus?
Jesus sagt nicht Ja zu unseren Meinungen.
Er gibt unseren Opfern nicht Recht.
Aber wenn unsere Wunden schmerzen,
wenn wir nicht weiter können,
steht er uns zur Seite als Mensch,
der in der Liebe absolut beständig war.
Jesus weiß,
dass unsere Unzulänglichkeit überwunden wird.
Diesen Trost schätzte ich höher ein
als die Angst die durch die Zumutung der anderen entsteht,
die sagen:
„Du wirst schon sehen, was Du von Deinem vollen Einsatz hast.
Du wirst schon sehen, es lohnt sich nicht!“
Deswegen werde ich immer wieder vollen Einsatz wagen,
alles geben in der Hoffnung, dass es sich eben doch lohnt,
dieses Leben, diese Leidenschaft, diese Aktion, dieses Projekt,
denn sonst wird sich die Welt sowieso nie ändern.
Ganz oder gar nicht ist doch die Devise.
Ändere die Welt oder die Welt ändert Dich!
Also, liebe Leserin, lieber Leser,
volle Kraft voraus hin zu mehr
Liebe, Gerechtigkeit und Frieden und
Ihnen dabei eine behütete Zeit:
Machen Sie es gut!
Ihr Pfarrer Markus Maiwald
PS: Ach übrigens, was würde Sie dem jungen Mann raten -
Afghanistan oder doch lieber nur normal Wehrpflicht
oder gleich ganz verweigern?
Des Menschen Willen ist sein Himmelreich,
aber was sagen Sie dazu?
2. PS: Danke, Dirk, für Dein Gespräch!
Mit Gottvertrauen und einem guten Gefühl für Wünsche und Fähigkeiten, muss jeder Mensch seinen eigenen Weg gehen der für ihn gut ist. Danke, für die wieder zum Nachdenken anregenden Worte! L. G. Rashia
Seinen "eigenen" Weg zu gehen, losgelöst von den täglichen Einflüssen unserer Gesellschaft, ist immer der "richtige" Weg.
Der eigene Weg ist nicht unbedingt der Weg der breiten Masse.
Im Strom der Zeit mit zu schwimmen ist immer leichter, als konsequent seinen Weg zu gehen, auch wenn er nicht unbeding konform geht mit der Umwelt, mit dem, was uns von der Gesellschaft manchmal als lebenswert und lebenswichtig suggeriert wird.
Dem jungen Mann wünsche ich für seine Entscheidung, wie sie auch immer ausfallen mag, ganz viel Glück und auch Mut, den eigenen Weg konsequent zu verfolgen.
Dir lieber Markus sage ich "Danke" für Deine immer wieder tollen Worte zu so vielen Themen, die uns im Alltag begleiten und bewegen.
Danke für die nachdenkenswerten und besinnlichen Worte.
Der junge Mann sollte für sich selbst alle Fakten zusammentragen, alles überschlafen und danach entscheiden. Denn es gibt nichts schlimmeres, als sich an den allgemein üblichen Trends zu orientieren. Es sollte die EIGENE Entscheidung sein. Das ist meine Erfahrung.
..etwas nur halbherzig durchzuführen, nur um der breiten Masse zu gefallen, ist vergeudete Liebesmüh.
Wenn man von etwas überzeugt ist, dann sollte man es voller Elan in die Tat umsetzen, denn der Erfolg (manchmal kommt er sehr spät) wird einem dann recht geben.
Markus du hast einen nachdenklicen Beitrag geschrieben und schöne Bilder dazu. Meine 2 Söhne Markus (Bundeswehr) und Andreas (Zivi in einem Krankenhaus). Andreas hat seither eine ganz andere Einstellung zu Kranken, besonders ältere Patienten. LG Marlene
Ja, ich mache mir so meine Gedanken... Es ist alles ziemlich schwierig, Markus.
Viele Grüße schickt hans-friedrich
Wie soll man da helfen. Hat nicht jeder seine eigene Verantwortung zu tragen. Was sagt sein Gewissen. Es spricht vielleicht ganz anders als das Gewissen vom Nächsten, von mir?





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