Nachbarschaftshilfe – wie geht das?

Seminarteilnehmer
 
Alltagsnahe Unterstützung
In immer mehr Kommunen werden professionelle Nachbarschaftshilfen aufgebaut. Oft werden Kommunen oder einzelne Bürger initiativ tätig, weil der demographische Wandel die Familienstrukturen auch in ländlichen Kommunen verändert. Das zeigte deutlich das Seminar „Nachbarschaftshilfe im Aufbau“, das kürzlich in der Schule der Dorf- und Landentwicklung Thierhaupten (SDL) durchgeführt wurde.

Um den Seniorinnen und Senioren ein selbst bestimmtes Leben zu Hause möglichst lange zu erhalten, brauchen sie alltagsnahe Unterstützung, z.B. beim Fensterputzen, im Garten, beim Schneeräumen, Einkaufsfahrten, die Mülltonne rausstellen. Damit diese Hilfe dauerhaft und reibungslos funktioniert, muss man sie professionell organisieren.
Was früher selbstverständlich funktionierte, muss heute koordiniert bzw. organisiert werden, so Geschäftsführerin Gerlinde Augustin. Das verdeutlichen auch die Vertreter der 13 Initiativen aus Oberbayern und Schwaben, die den Erfahrungsaustausch nutzten, um so voneinander zu lernen. Hier ist die Politik gefordert, eine Situation zu schaffen, in der sich organisierte Hilfe ganz individuell entfalten kann.

Viele Fragen müssen geklärt werden

Doch wie baue ich eine Nachbarschaftshilfe auf, wer übernimmt die Trägerschaft und wie finde ich Helfer? Ältere hilfsbedürftige Menschen müssen oft erst lernen, Hilfe anzunehmen. Dazu bedarf es vertrauensbildende Maßnahmen, viel Information und Fingerspitzengefühl und Kontaktaufnahmen zu Vereinen, zum Seniorentreff oder zum Frauenbund. Unterstützend wirken auch eine gute Pressearbeit und die Erstellung eines Faltblattes mit Infos und Kontaktadressen.
Gerade am Anfang müssen ganz praktischen Fragen geklärt werden. Wer übernimmt die Trägerschaft? Sind es die Kommunen, die Kirche oder ein Verein. Dabei plädiert die Moderatorin und Rechtsanwältin Frau Karin Larsen-Lion, Leiterin des Koordinationszentrums für Bürgerschaftliches Engagement des Lkr. Neumarkt i.d.OPf. ,klar für die Gemeinde oder Kirche. Kommunale Träger der Nachbarschaftshilfe haben viele Vorteile, zum Beispiel günstige Konditionen beim Versicherungsschutz, unbürokratisches Arbeiten und die Gemeinde bringt ihre Unterstützung zum Ausdruck.

Von der Teamentwicklung bis zur Wettbewerbsneutralität

Die Teilnehmer nehmen viele Tipps, Anregungen und Bausteine mit, wie eine Nachbarschaftshilfe funktionieren kann. Es gilt ein gutes Helferteam aufzubauen, das auch mit gestalten und mitentscheiden darf. Ein regelmäßiger Austausch mit Fallbesprechung wirkt oft Wunder. Es wird auch empfohlen, ein polizeiliches Führungszeugnis zu verlangen und eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben zu lassen, so Karin Larsen-Lion. Wichtig sei bei den angebotenen Diensten auch die Abgrenzung zu den örtlichen Handwerkern und Dienstleistern, wie z. B. Taxiunternehmen. Die Begleitung der hilfsbedürftigen Person steht hier im Vordergrund, weniger der Transport. Dann gibt es auch keine Probleme mit dem Personenbeförderungsgesetz.

Weitere Informationen zum Thema unter www.sdl-infornm.de.
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