Die Uhren und die Zeit

Was hält die Zukunft bereit?

Was mir nicht alles so einfällt mit einer einfachen Grundidee?
Was mögen Sie lieber! Lassen Sie sich überraschen:
Die Digitaluhren oder die herkömmlichen Uhren mit den umlaufenden Zeigern.
Das Tolle bei der Digitaluhr - in der Nacht ein Knopfdruck und ich weiß, wie spät es ist: Es wird mir die Zeit erleuchtet. Ich aber bin hoffnungslos altmodisch. Ich werde ja auch langsam ganz schön alt und wahrscheinlich altmodisch. Mir gefallen diese Abfallprodukte der Weltraumtechnik nicht sehr. Auch wegen dem Drücken und Hinschauen in der Nacht. Eine Uhr mit Ziffernblatt ist mir lieber.


Vor allem stellen Sie sich vor, unsere Johanneskirche mit einer Digitalanzeige auf dem Kirchturm - oder irgendein andere Kirchturm! Eine schreckliche Vorstellung, oder?
Die Digitaluhr - ich drücke auf den Knopf und ich sehe ganz klar die Stunde und die Minute - als wenn in der Zeit Stillstand, Stehen-Bleiben gibt. Bei der Zeigeruhr läuft immer irgendein Zeiger, sei der Sekunden-, der Minuten- oder der Stundenzeiger. Die Zeit vergeht - vor dem Zeiger ist Zukunft, hinter dem Zeiger Vergangenheit. Die Zeit verschwindet in die Vergangenheit.
Zeigeruhren - so finde ich - sind ehrlicher, denn sie zeigen mir auch noch, was mir noch bleibt, was vor mir liegt. Was kann ich noch leben, tun, denken?
Ich sehe auf das Ziffernblatt und weiß: Die Zeit fließt dahin, aber ich habe noch Zeit.
Die Zeiger dieser Uhren sind immer unterwegs - von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft. Ohne Unterbrechung - pausenlos. Und je nach Zeiger - sei es Stunden-, Minuten oder Sekundenzeiger - , umso schneller flitzt er über die Skala. Den >mathematischen Punkt< - so hat ihn der Kirchenvater Augustin genannt: Einen Punkt ohne Ausdehnung - ein Nichts eben. Der Zeiger gleitet darüber.
Kann ich dem Nichts Leben einhauchen? Kann ich ihm Sinn, Kontur, Ausstrahlung verleihen? Nein!
“Wer mich findet, der findet das Leben; wer mich aber verfehlt, der zerstört sein Leben, spricht der Herr.” (Spr. 8, 35)
Oft vergesse ich bei all dem Streß das Beten und damit das Bewusst Leben. Ich mag Digitaluhren nicht. Die Zeigeruhren liebe ich: Ein Blick auf as Ziffernblatt wird mir oft zum Gebet: Herr, lass mich Dich finden und nicht verfehlen! Lass mich mein Leben finden und es nicht verfehlen! Hilf, Herr, dass ich meine Zeit recht ausschöpfe!
Viel Zeit ist schon vergangen, aber es ist noch nicht zu spät!
Also, liebe Freunde, schöpft Eure Zeit voll aus. In diesem Sinne eine behütete Zeit: Macht's gut!

Euer Pfarrer Markus C. Maiwald

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16 Kommentare zum Beitrag
35.838
Markus Christian Maiwald aus Meitingen am 19.01.2008 um 01:18 Uhr  
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Roland Greißl aus Fuchstal am 19.01.2008 um 02:05 Uhr  
2.316
Mike Zehrfeld aus Schwabmünchen am 19.01.2008 um 08:25 Uhr  
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Roland Greißl aus Fuchstal am 19.01.2008 um 09:50 Uhr  
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Mike Zehrfeld aus Schwabmünchen am 19.01.2008 um 18:22 Uhr  
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Roland Greißl aus Fuchstal am 19.01.2008 um 21:05 Uhr  
35.838
Markus Christian Maiwald aus Meitingen am 19.01.2008 um 21:45 Uhr  
7.118
Erika Walther aus Augsburg am 20.01.2008 um 11:54 Uhr  
18.509
Ursula Schriemer aus Greifenberg am 20.01.2008 um 12:06 Uhr  
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Mike Zehrfeld aus Schwabmünchen am 20.01.2008 um 13:54 Uhr  
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Roland Greißl aus Fuchstal am 20.01.2008 um 17:25 Uhr  
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Irene Rung aus Aichach am 11.02.2008 um 20:23 Uhr  
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Markus Christian Maiwald aus Meitingen am 12.02.2008 um 10:02 Uhr  
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