ADHS – oder einfach nur ein lebhaftes Kind?
Bald beginnt das neue Schuljahr und damit wieder jede Menge Stress für Eltern, aber vor allem auch für die Kinder. Kein Wunder also, wenn Sie wieder mal besonders „umtriebig“ sind. Wird der „Zappelphilipp“, v.a. in der Schule, zur Dauereinrichtung und können sich die Kinder nur schwer konzentrieren, dann wird oft das Krankheitsbild ADHS ins Spiel gebracht.
ADHS bedeutet Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung und ist heute eines der am häufigsten beschriebenen Krankheitsbilder im Kinder- und Jugendalter. Angaben zur Häufigkeit sind international sehr unterschiedlich und schwanken zwischen zwei und 16 Prozent. Von ADHS kann aber nur nach einer intensiven Untersuchung und exakten Diagnosestellung durch einen erfahrenen Arzt gesprochen werden. Obwohl die Entstehungsursachen immer noch nicht vollständig geklärt werden konnten, weiß man heute, dass eine Funktionsstörung im Gehirn, die zu einer fehlerhaften Informationsverarbeitung im Nervensystem führt, für die Verhaltensauffälligkeiten verantwortlich ist.
Charakteristisch für die Erkrankung sind folgende drei Hauptsymptome:
- Hyperaktivität, übersteigerter Bewegungsdrang
- Unaufmerksamkeit, gestörte Konzentrationsfähigkeit
- Impulsivität, unüberlegtes Handeln
Die einzelnen Symptome können jedoch unterschiedlich ausgeprägt sein und müssen nicht immer alle gleichzeitig auftreten. Im Allgemeinen aber gilt: Die Auffälligkeiten müssen über einen längeren Zeitraum (mindestens sechs Monate) und in verschiedenen Lebensbereichen des Betroffenen (Familie, Schule bzw. Beruf, Freizeit) auftreten, damit man wirklich von ADHS sprechen kann.
Ist die berechtigte Diagnose gestellt und bleibt ADHS unbehandelt, kann das ernsthafte Folgen für den Betroffenen und sein gesamtes Umfeld nach sich ziehen, wie z.B. Schulversagen und Probleme am Arbeitsplatz, Familienprobleme und Schwierigkeiten im sozialen Umfeld oder eine erhöhte Suchtgefahr. Die Behandlung von ADHS erfolgt durch den behandelnden Arzt und soll hier nicht weiter betrachtet werden.
Vielmehr möchte ich auf die Fälle eingehen, in denen keine Diagnose vorliegt, das Verhalten den Eltern und Lehrern aber Sorgen bereitet. Die Kinder sind kaum zu bremsen, hochtourig bis zur Nervgrenze und scheinen sich auf nichts wirklich konzentrieren zu können. Gerade zu Schulbeginn werden diese Verhaltensweisen besonders offensichtlich. Diese Symptome kommen immer häufiger vor, müssen aber deshalb noch keine ADHS-Erkrankung darstellen.
Wenn keine primäre oder vorübergehende Ursachen im Umfeld des Kindes erkennbar sind, haben sich die nachfolgenden Tipps für den Alltag als sehr wirkungsvoll erwiesen.
– Nehmen Sie sich bewusst Zeit für das Kind und versuchen Sie mit viel Ruhe und Lob das Verhalten zu ändern. Lob stärkt das Selbstbewusstsein.
– Versuchen Sie mehr Struktur in den Alltag zu bringen. Feste Zeiten für bestimmte Tätigkeiten z.B. Zimmer aufräumen, Fernsehen usw. und feste Rituale, z.B. vor dem Schlafengehen helfen dabei.
– Geben Sie Ihrem Kind mindestens einmal täglich die Gelegenheit sich richtig auszutoben, z.B. durch Sport.
– Achten Sie auch auf „reizfreihe“ Zeiten.
– Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung.
Es gibt Hinweise, dass bei Patienten mit ADHS-ähnlichen Symptomen und anderen Lernstörungen ein Mangel an mehrfach ungesättigten Fettsäuren bestehen kann. Ihnen kommt eine besondere Bedeutung im Gehirnstoffwechsel zu. Einerseits werden Sie benötigt, um Lern- und Gedächtnisprozesse des Gehirns und seine Funktionsfähigkeit zu gewährleisten. Andererseits spielen sie eine wichtige Rolle bei der Weiterleitung von Informationen zwischen den Nervenzellen. Es konnte gezeigt werden, dass die zusätzliche Aufnahme von langkettigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren bestimmte ADHS-bedingte Symptome reduzieren und z.B. Lesefähigkeiten verbessern kann. Für diese Anwendung gibt es auch ein flüssiges Produkt, welches eine aromatisierte Kombination aus Fisch- und Nachtkerzenöl enthält.
Ein weiteres, sehr probates Mittel, ist ein homöopathisches Komplexmittel. Darin sind verschiedene homöopathische Einzelmittel kombiniert, welche gegen die jeweiligen Symptome, v.a. der Hyperaktivität helfen. Wie bei homöopathischen Mitteln üblich wird der Körper unterstützt sich selbst zu regulieren und das „Problem“ auszugleichen. Das heisst, es erfolgt z.B. keine Ruhigstellung, sondern ein Ausgleich.
Häufig kommt es bereits durch eines der Mittel zu einer deutlichen Besserung der Symptome. Für weitere Fragen steht Ihnen Ihre Schlosspark Apotheke selbstverständlich gerne zur Verfügung.
Themen zum Beitrag
Kommentare zum Beitrag
Ich habe schon viel mitbekommen, dass es sich Ärzte oft leicht machen und einfach mal ADHS diagnostiziert wird und dann sofort Medikamente verschrieben werden statt über eine Bewegungstherapie nachzudenken.
Heutzutage hat einfach jedes auffällige Kind ADHS und wird ruhiggestellt und das ist sicher nicht der richtige Weg.
Gruß Nena
jaja, und dass die erwachsenen auch adhs haben (und zwar zu 5 prozent) daran hat keiner gedacht? die eltern haben meistens selbst adhs. und der eine oder andere, der das hier liest ebenfalls. ich übrigens auch. und ich bin auch "ruhig gestellt" und bin froh, dass es methylphenidat gibt. ohne ritalin würde ich in der gosse landen. dass ich das selbst zahlen muss, rechne ich mit den zigaretten auf, die ich sonst aus rastlosigkeit rauchen müsste oder mit den mahnungsgebühren, die zusammen kämen, würde ich mein leben nicht auf die reihe bekommen. ich bin übrigens nicht auffällig, habe träumer-ads. und das dauernde "zappelphillip wird ruhig gestellt/pillen, blabla.. " geht mir langsam gehörig auf den senkel! Methylphenidat ist eins der am besten erforschten Medikamente überhaupt! Das ist Fakt und kann sehr schnell recherchiert werden.
und die armen Eltern von ADHS-Kindern, auf die wird nur noch eingeschlagen... jaja.. diiiieeee machen es sich leicht.. So ein gequirlter ***
Vor 30 Jahren wusste man in Deutschland noch wenig über diese Hirnfunktionsstörung. Anfangs schlossen sich Eltern und wenige interessierte Ärzte zur Phosphat-Liga zusammen. Heute sollte man sich an ADHS Deutschland eV wenden. Apotheker und Ärzte wollen verkaufen bzw. verschreiben. Es geht aber auch mit Ernährungsumstellung. Nach 3 Tagen bemerkt man schon eine Verhaltensänderung. Auch die Kinder merken das!
Also dort informieren und Hilfe suchen, wo sich Betroffene treffen.


Eine sehr ausgewogene, differenzierende Argumentation und Darstellung!
Wichtig wäre auch zu erwähnen, dass leider nicht selten Mediziner, die ADHS diagnostizieren, auf Psychopharmaka zurückgreifen, die in manchen Fällen erst wirklich eine Problemsituation für das Kind schaffen, wie erst vor kurzem durch eine Sendung des ARD anschaulich verdeutlicht worden ist.
Nach meiner persönlichen Einschätzung kann ADHS nicht so einfach therapeutisch behandelt werden wie etwa Diabetes oder eine andere rein somatische Erkrankung.
Definitiv bedenklich erscheint jenes Denkschema (das sich bei uns großer Beliebtheit erfreut): eine Krankheit - eine Pille.
Daher freue ich mich über die in diesem Beitrag umfassende, ganzheitliche Betrachtungsweise.
Es darf ADHS als komplexes Syndrom nicht ignoriert werden mit den Worten: "Der Felix ist halt ein lebhafter Zappelphilipp!" wenn über einen längeren Zeitraum hinweg z. B. in der Schule und im sozialen Umfeld des Kindes Ereignisse vorkommen, die auf eine ernste Problematik hindeuten.
Der Entwicklung des Kindes sollten ohnehin Eltern, Pädagogen und alle, die in einem sozial verantwortlichen Verhältnis zum Kind stehen, große Aufmerksamkeit widmen und ggf. mit den Erziehungsberechtigten sprechen und Lösungswege erwägen.
Ein zuviel an gedankenvoller Zuwendung kann es unter diesem Aspekt nie geben.-
Grüße von einem Journalisten, der aus der Pädagogik kommt.
Wolfgang Leitner