Neue Drehleiter für die Feuerwehr Meitingen

Drehleiter DLKA-23-12 CS

Dritte Drehleiter für die Freiwillige Feuerwehr Meitingen
Am 29. September 2009 war es soweit. Nachdem die Drehleitermaschinisten 2 Tage im Herstellerwerk bei Iveco Magirus geschult wurden, konnten sie am Abend des 29. September die neue Drehleiter DLA(K) 23-12 CS nach Meitingen überführen.
Die neue Drehleiter löst die bisherige DLK 23-12 ab, die bereits im vergangenen Jahr wegen technischer Mängel außer Betrieb genommen werden musste. Diese alte Drehleiter
wurde im Jahr 1997 von der Stadt Oberstdorf gekauft und leistete bis Mitte 2008 der Freiwilligen Feuerwehr wertvolle Dienste. Auch die erste Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr war ein Gebrauchtfahrzeug, das im Jahr 1988 von der Stadt Rosenheim gekauft wurde.
Mit der neuen Drehleiter DLA(K) 23-12 CS konnte die Mannschaft nun erstmals eine neue Drehleiter in Empfang nehmen, die noch am Abend den 29. September 2009 in den Einsatzdienst ging.
Die neue Drehleiter DLA(K) 23-12 CS entspricht der Europanorm EN 14043 und wurde von der Firma Iveco Magirus GmbH in Ulm gebaut.
Beim Fahrgestell handelt es sich um ein handelsübliches Fahrgestell FF160E30. Das heißt, es handelt sich um ein Fahrgestell mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 15,5 to. Angetrieben wird das Fahrzeug durch einen 6-Zylinder-Diesel-Reihenmotor; mit Turboaufladung mit einem Hubraum von 5.580 cm3 und mit einer Leistung von 220 kW (308 PS). Die Abgaswerte entsprechen der Abgasnorm Euro 5. Der Radstand beträgt 4.815 mm. Das Fahrzeug ist mit einer Differentialsperre in der Hinterachse und einer Vierrad-Standbremse ausgestattet.
Eingebaut ist ebenfalls ein Automatik-Getriebe der Firma Allison Typ 3000 PR, mit Retarder und mit 5 Vorwärts- und 1 Rückwärtsgang. Als Anfahrhilfe im Winter können Schleuderketten Typ I Rotogripp zugeschaltet werden.
Zur Sicherung bei Rückwärtsfahrten ist das Fahrzeug mit einer akustischen Rückfahrwarneinrichtung ausgestattet; am Fahrzeugheck ist eine Fernsehkamera angebaut mit einem Farbmonitor im Fahrerhaus . Die Drehleiter ist mit einem Druckhaltekompressor ausgerüstet.
Das Truppfahrerhaus bietet Platz für 3 Personen. Eingebaut sind ein Funksprechgerät sowie als Warneinrichtung eine elektronische Warn- und Kommandoanlage.

Bei der Drehleiter DLA(K) 23-12 CS (CS steht für computer stabilized, d.h. für aktive Schwingungsdämpfung) handelt es sich um eine Automatik-Leitersteuerung, d.h. alle notwendigen Leiterbewegungen, wie Heben/Senken, Ausfahren/Einfahren und Drehen können durch das sog. „load-sensing-system“ (lastabhängige Steuerung) gleichzeitig durchgeführt werden. Die Betriebsbereitschaft liegt daher bei nur ca. 90 Sekunden.

Die Drehleiter besitzt einen vierteiligen Leiterpark und kann 30 Meter ausgefahren werden.
Die Nenn-Rettungshöhe beträgt 23 Meter bei einer Nenn-Ausladung von 12 Meter.
Der Rettungskorb RK 270 Vario CS ist fest an der Leiterspitze befestigt und wird während der Fahrt über den Leiterpark gestülpt. Der Rettungskorb ist für die Aufnahme von 3 Personen
(270 kg) ausgelegt. Im Rettungskorb sind zwei Multifunktionssäulen angebaut, die zur Aufnahme der schwenkbaren Krankentragelagerung, des Wasserwerfers mit einer Leistung von und eines Abseilgerätes (Rollgliss) sowie von zwei Flutlichtstrahlern mit je 1000 Watt dienen.
Darüber hinaus ist an der Frontseite des Rettungskorbes ein Xenon-Scheinwerfer fest montiert. Zwei weitere Xenon-Scheinwerfer sind seitlich links und rechts am Leiterpark montiert.
Zur Erleichterung des Löschbetriebes vom Korb aus ist in das oberste Leiterteil ein Wasser-führungsrohr fest eingebaut.
Alle Leiterbewegungen können von dem am Drehkranz angebauten Hauptsteuerstand als auch uneingeschränkt vom Bedienpult im Rettungskorb gefahren werden. Der Hauptsteuerstand hat Vorrang. Überwacht werden die Leiterbewegungen und Sicherungseinrichtungen von einem eingebauten Mikroprozessor. Zwischen Hauptsteuerstand und Rettungskorb besteht eine Sprechverbindung mittels einer Wechselsprechanlage.
Der Rettungskorb kann bei Bedarf von der Leiterspitze abgenommen werden.
Am Drehkranz befinden sich neben dem Hauptsteuerstand auch eine Lagerung zur Aufnahme eines Stromerzeugers Typ BSKA 5 und eine Lagerung zur Aufnahme eines elektrisch betriebenen Drucklüfters Typ RAMFAN EF 390.
Gesichert wird die Drehleiter durch das Magirus-Vario-Abstützsystem, das eine variable stufenlose Abstützbreite bis zu 5,20 m erlaubt.
Mit der Drehleiter ist auch ein sog. Kranbetrieb bis 400 kg Belastung möglich.
Eine Besonderheit ist die Farbgebung. Das Fahrzeug ist weiß lackiert und mit einer fluoriszierenden Folie beklebt (Scotch-3-M-Folie), wie bereits beim HLF 20/16 im „Meitinger Design“.

Die offizielle Schlüsselübergabe durch Herrn Bürgermeister Dr. Michael Higl wird voraussichtlich im Monat Dezember erfolgen.

Gerhard Reiser

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Tanja Fackelmann aus Augsburg am 19.11.2009 um 08:34 Uhr  
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