Die vagabundierenden Regenschauer der letzten Tage zeigten gestern bei uns zuhause ihre Wirkung. Bei einer Regenmenge von 45 Litern pro Quadratmeter und Stunde war die Kanalisation innerhalb kürzester Zeit so überlastet, dass das Wasser unaufhaltbar in die Keller drückte.
Feuerwehr: Fehlanzeige – jeder Anruf ist ein Notfall – schwer zu entscheiden, wo wirklich Not am Mann ist. Warum also sollte sie ausgerechnet zuerst zu uns kommen? Die vorhandene Tauchpumpe braucht erst einen bestimmten Pegelstand, um überhaupt saugen und pumpen zu können.
Sofortige Selbsthilfe war also bei den meisten Betroffenen angesagt. Zunächst alles auf dem Boden herum stehende hochstellen oder eine Etage höher befördern. Alle verfügbaren Behälter, wie Eimer, Plastikwannen und Bottiche füllen. Und beten, dass das Unwetter bald vorüber ist. Als ich endlich am Katastrophenort eintraf, hatte meine Familie bereits alles im Griff und es schien die Sonne, als wäre nichts geschehen.
Doch es blieb immer noch genug zu tun. Kellertür zum Garten öffnen, mit Gummischabern das Wasser zur Tür schieben und mit einem Schneeschieber ins Freie befördern. Den Rest, das Trocknen, müssen Luft und Sonne erledigen.
Fazit: Wem Überschwemmung droht, sollte genügend Behälter, Gummischaber und Schneeschieber griffbereit haben, denn es kommt einiges an Wassermenge zusammen. Nur 1 cm Wasserhöhe pro qm ergeben bereits 10 Liter, was einem gefüllten Wassereimer entspricht.
Wir hatten glücklicherweise “nur“ einen Wasserstand von 3cm zu verzeichnen. Bei unserer Kellerfläche waren insgesamt 2700 Liter Wasser zu bewältigen, das entspricht 2,7 Kubikmetern bzw. 2,7 Tonnen. Damit man sich diese Menge besser vorstellen kann: Sie entspricht einer Menge von 2700 Milchtüten. Umgerechnet für Biertrinker entspricht das einer Menge von 5400 Bierflaschen oder 270 Bierkästen, die mal eben an die frische Luft befördert werden mussten. Genug für einen schönen Muskelkater!
Alle Achtung, das habt ihr aber schnell in den Griff bekommen. Dass Du dann noch die Zeit und Muse hattest, das Kellerwasser in Milchtüten und Bierflaschen umzurechnen, Respekt!!
Toi toi toi für die nächste Regenfront! Jetzt hast du die Baumärkte bestimmt auf eine interessante Werbeidee gebracht, damit sie ihre Schneeschieber auch im Sommer loswerden. Gut, dass ihr den Wolkenbruch rechtzeitig bemerkt habt.
@KDH: Das Rückschlagventil hat funktioniert. Das Wasser kam durch die Keller-Außentür. Da habe ich zwar schon mehrere Lagen Backsteine vorgemauert, aber wenn du dich im Auge des Taifuns befindest, hast du schlechte Karten und kannst froh sein, dass du zuhause warst und nicht im Urlaub.
@Bodo, das Umrechnen war mir ein inneres Bedürfnis, um mir selbst ein besseres Bild von der Wassermenge zu machen zu machen, die ein Pegelstand von gerade einmal 3cm bereits verursacht. Glücklicherweise sind keine bedauernswerten Schäden entstanden.
Karl-Heinz, was du in deinem Bericht beschreibst, habe ich vor Jahren auch erlebt. Unser Haus wurde von einem kleinen, sonst völlig friedlich dahin plätschernden Bächlein überschwemmt. Ein heftiges Unwetter hatte Äste und Unrat vor die Abflußrohre einer kleinen Brücke geschwemmt. Im Nu suchte sich das Wasser aus den oberen Bergregionen (Tölzer Gegend) einen Umweg. Und dieser führte dann schnurstracks in unsere Keller.
LG Heidi
Hat's geregnet???
Carlos, schick doch mal was(ser) rüber!
"Als ich endlich am Katastrophenort eintraf, hatte meine Familie bereits alles im Griff!"
Ganz klar, man muss im richtigen Moment am richtigen Ort sein! ;o)
Ich weiß was Du da zu tun hattest. Ist schon schlimm mit dem vielen Wasser
Am 6. Juli hat es uns auch mal wieder erwischt und unser Keller war überflutet. Leider geschieht dass immer wieder, je mehr Häuser oberhalb die Landschaft zu betonieren. Auch wurden im Nachbargrundstück sehr viele Bäume gefällt um Baugrundstücke zu bekommen. Die Bäume sind ja sonst wie ein Schwamm und nehmen Wasser auf. Es wird also in Zukunft noch schlimmer ;-((
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