Wasserburg gewinnt in Marburg

Die Partie begann mit einer Gedenkminute für die Opfer der Anschläge in Paris und von Gewalt in aller Welt.
Planet-Cards-DBBL: BC Pharmaserv Marburg – TSV 1880 Wasserburg 56:68.

Der Ligaprimus Wasserburg hat auch sein neuntes Ligaspiel gewonnen, Gastgeber Marburg sich mehr als gut verkauft. Die rund 600 Zuschauer sahen ein schnelles und intensives Spiel. Und die meisten dürften gestaunt haben, dass das Pharmaserv-Team die Partie lange offen hielt. Als erst vierte deutsche Mannschaft in dieser Saison luchste Marburg dem Titelverteidiger ein Viertel ab. Mit fünf Siegen rutscht der BC auf Rang sechs.

Erst langsam kamen die Marburgerinnen in Tritt. Dann aber machten Patrick Ungers Spielerinnen das, was er als Trainer immer wieder fordert: Vollgas geben. Die BC-Verteidigung bewegte sich gut. Die Gäste mussten sich nur zwei Tage nach ihrem schweren Eurocup-Spiel mit Verlängerung schon anstrengen. Doch im Stile einer Spitzenmannschaft nutzten die Oberbayerinnen Marburgs Fehler aus und zogen immer wieder leicht weg.

Im 250. Marburger Bundesliga-Heimspiel seit dem Wiederaufstieg 1992 wirkten die Gastgeberinnen im Angriff teilweise etwas überhastet. Wieder blieben beste Chancen ungenutzt. Da half auch das leichte Übergewicht beim Rebounds nichts – vor allem nicht bei 20 Ballverlusten.

Doch das Pharmaserv-Team ließ sich nicht unterkriegen. Unterstützt von einem begeisterten Publikum kämpften sich die Hessinnen immer wieder heran. Zwei Mal lagen sie sogar in Führung, beim 30:29 (21. Minute) und 37:36 (24.). Dann schalteten die Innstädterinnen einen Gang höher und zogen bis auf 61:48 davon (38.). Der höchste Vorsprung. Und die Entscheidung.

Patrick Unger (Marburg, Trainer):
„Ich empfinde ein bisschen Ärger und ein bisschen Freude. So ein gutes Ergebnis hatte uns kaum einer zugetraut. Da brauchte ich niemanden zu motivieren. Wir haben kämpferisch genau das gezeigt, was wir wollten und wieder einmal bewiesen, dass wir defensiv mit den Top-Teams der Liga mithalten können. Aber wir sind nicht abgezockt genug. Wasserburg hat getroffen, wenn es drauf ankam, obwohl sie nur einen Tag zur Regeneration hatten. Es ist gut, dass wir jetzt zwei Wochen Pause haben. Da können wir mal auf andere Gedanken kommen und die angeschlagenen Spielerinnen sich erholen. Dann wollen wir das Positive aus diesem Spiel mitnehmen und die beiden letzten Partien der Hinrunde gegen Osnabrück und in Keltern gewinnen.“

Svenja Brunckhorst (Wasserburg, Spielerin):
„Wir hatten Donnerstag ein schwieriges Eurocup-Spiel, das wir zum Glück gewonnen haben. Heute waren wir nicht immer so fokussiert in der Defense und haben in der Offense nicht so gut zusammengespielt. Das Eurocup-Spiel darf da keine Entschuldigung sein. Marburgs Verteidigung hat uns vor viele Probleme gestellt. Trotz der Siegesserie in der Bundesliga denken wir nur von Spiel zu Spiel. Jetzt freue ich mich auf die Länderspiele und darauf, die anderen Nationalspielerinnen wiederzusehen. Vielleicht können wir ja als Außenseiter beim Titelverteidiger Serbien überraschen. Und dann hoffe ich, dass wir in Marburg mit dem Publikum im Rücken die Ukraine schlagen können.“

Fun Facts: Wasserburg zum ersten Mal nach 15 Spielen auf nationaler Ebene unter 70 Punkten gehalten (zuletzt am 28.03. beim 65:46 gegen Marburg). Wasserburgs erster Sieg in dieser Saison auf nationaler Ebene unter 22 Punkten Differenz. – Finja Schaakes 150. Bundesliga-Spiel (Hauptrunde plus Playoffs).

Fail Fact: Marburg macht 20 Ballverluste (11 Wasserburger Steals).

Statistik
Viertel: 8:16, 20:13, 14:18, 14:21.
Marburg: Baker 15 Punkte / 1 Dreier (10 Rebounds), Benet 2 (4 Assists), Gaudermann 2, Greunke 6 (6 Reb.), Köppl, Lee 6 (3 Ass.), Rodefeld, Schaake 14/1, Schwarzkopf (n.e.), Thimm 4, Winterhoff, Yohn 7/1 (3 Steals).
Feldwürfe 35 Prozent (23/65), Freiw. 100 Prozent (7), Reb. 36 (def. 22), Turnovers 20, Ass. 11, St. 9, Blocks 1, Fouls 21.
Wasserburg: Bellscheidt 3/1, Brunckhorst 8, Hindrakova 2, de Kleijn 8/2, Lucet 11 (3 St.), Peddy 12/1 (4 Ass., 5 St.), Raincock-Ekunwe 16 (9 Reb.), Sten, Wagner 8/2.
Feldw. 43 Prozent (23/54), Frei. 84 Prozent (16/19), Reb. 33 (d. 27), TO 15, Ass. 9, St. 13, Bl. 3, F. 19.
Schiedsrichter: Schupke, Sünnen. Zuschauer: 600.
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