Vorne pfui, hinten hui

Alissa Pierce (rechts, gegen Wasserburgs Svenja Brunckhorst) erzielte für den BC die meisten Punkte. (Foto: M. Schneider / belichtbar.net)
1. Damen Basketball Bundesliga,
Playoff-Viertelfinale, Spiel 1:
TSV 1880 Wasserburg – BC Pharmaserv Marburg 65:46.


Keine Überraschung beim Playoff-Start der Marburger Erstliga-Basketballerinnen. Beim frisch gebackene Pokalsieger gab es im ersten Viertelfinal-Spiel eine deutliche Niederlage.

Nicht nur die Auftaktminuten der Partie brachten den Marburger Trainer mächtig ins Schwitzen. Auch die Anreise gestaltete sich schwierig. Ferienbeginn und zahllose Baustellen. Kleine Schrecksekunde bei der Marburger Reisegesellschaft, als das Navigationssystem als Ankunftszeit im Innstädtchen 20.40 Uhr anzeigte, also 100 Minuten nach dem angesetzten Spielbeginn. Wie gut, dass die Technik wenigstens bei jedem drohenden Stau immer wieder Alternativrouten anbot. Die garantierten schließlich die rechtzeitige Ankunft.

Zumindest in der Halle. Um im ersten Viertelfinal-Spiel anzukommen, brauchte das Pharmaserv-Team gut sechs Spielminuten. Da war die Playoff-Partie im Modus „Best of three“ aber schon entschieden. 19 Zähler hatte der ungeschlagene Spitzenreiter da bereits erzielt, der Tabellenachte keinen einzigen. Am Ende gewann der Titelverteidiger auch mit genau dieser Differenz. Nach der 45:89-Klatsche im Ligaspiel vor zwei Wochen mehr als ein Achtungserfolg.

Gegen die Wasserburger Verteidigung taten sich die Hessinnen in der Anfangsphase mehr als schwer. „Wir müssen da den Ball besser bewegen“, monierte BC-Coach Patrick Unger. Und wenn die Marburgerinnen dann mal einen annähernd freien Wurf kreierten, gab der Korbring den Spielverderber. Dank der TSV-Rebound-Überlegenheit rollte ein Angriff nach dem anderen auf den Marburger Korb zu. Und es bewahrheitete sich das, wovor Marburgs Übungsleiter im Vorfeld gewarnt hatte: „Die kleinsten Fehler werden gnadenlos bestraft.“

Dann stellte der BC seine Verteidigung um. Und endlich fanden auch die eigenen Würfe ihr Ziel. Es folgte eine Partie annähernd auf Augenhöhe. Auch wenn dem Top-Team jederzeit eine Steigerung zuzutrauen gewesen wäre. Bis auf zwölf Zähler verkürzten die Gäste den Rückstand (15:27, 13. Minute) und ließen ihn nicht höher als auf 22 anwachsen (41:63, 38.). Das lag vor allem daran, dass die Marburgerinnen nicht klein beigaben. „Ich bin stolz auf das Team. Das war heute defensiv der beste Basketball, den ich diese Saison von uns gesehen habe“, freute sich Patrick Unger, „aber die Anfangsphase ärgert mich natürlich.“

Großes Lob gab es auch vom gegnerischen Trainer. „Marburg hat uns dann ein bisschen überrascht. Sie haben aggressiv und gut verteidigt“, sagte Bastian Wernthaler. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir daheim jemals so wenig Punkte gemacht haben.“ Sinnbildlich für den Einsatz der Gäste: Selbst in der letzten Minute ging Marburgs Tonisha Baker noch im Bodenkampf dem Ball nach. Die Problemzone des BC lag eindeutig im Angriff. „Der war heute sehr schwach. Daran zu arbeiten, wird unsere Aufgabe bis zum zweiten Spiel sein“, blickt Unger voraus.

Am kommenden Samstag (16 Uhr, Georg-Gaßmann-Halle) empfängt der BC die Oberbayererinnen zum zweiten Spiel der Viertelfinal-Serie. Will das Pharmaserv-Team nicht ausscheiden, muss ein Sieg her. Dann ginge es am Ostermontag (16 Uhr) in Wasserburg endgültig um den Einzug ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft.

Weiter spielten:
Herne – Freiburg 67:69 (Serie: 0:1)
Saarlouis – Halle 77:67 (1:0)
Donau-Ries – Rotenburg/S. 72:58 (1:0)

Fun Fact: Im BC Marburg hält eine deutsche Gastmannschaft den TSV Wasserburg zum ersten Mal seit dem 21. Oktober 2012 bei weniger als 70 Punkten (64:49 gegen die BG Donau-Ries).

Fail Fact: Nur siebenmal erzielte Marburgs Erstliga-Team seit dem Wiederaufstieg 1992 weniger als 46 Zähler.

Statistik:
Viertel: 22:8, 17:14, 13:11, 13:13.
Wasserburg: Breitreiner 5 Punkte/1Dreier, Brunckhorst 10 (2 Assists), Calvelo, Cannon 9 (13 Rebounds, 3 Ass.), Jurcenkova 12, Peddy 12/2 (8 Reb., 4 Steals), Romeo 5/1 (3 St.), Stemmer, Sten 3 (3 Ass.), Vogel, Vujacic, Wagner 9/1. Feldwürfe 39 Prozent (22/56), Freiw. 73 Prozent (16/22), Reb. 43 (def. 28), Turnovers 20, Ass. 12, St. 13, Block 1, Fouls 13.
Marburg: Baker 7/1 (7 Reb.), Crowder 4, Köppl 2, Koop 3, Masek 2, Pierce 9 (3 St.), Schaake 8, Thimm 4 (3 St.), Wilson 7, Winterhoff. Feldw. 31 Prozent (18/58), Freiw. 75 Prozent (9/12), Reb. 34 (d. 22), TO 20, Ass. 1, St. 12, Bl. 5, Fo. 17.
SR: Graf, Kapitz. Z: 650.
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